Im Rahmen des Konsortiums soll u. a. eine Datenbank für Viren aufgebaut werden.

Eine Datenbank für Viren aufbauen

Universität Jena ist beteiligt am neuen Nationalen Forschungsdateninfrastruktur-Konsortium für Mikrobiologie
Im Rahmen des Konsortiums soll u. a. eine Datenbank für Viren aufgebaut werden.
Foto: Jens Meyer (Universität Jena)
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Meldung vom: 06. Juli 2021, 07:34 Uhr | Verfasser/in: Ulrike Ostrzinski/Axel Burchardt

Die Friedrich-Schiller-Universität Jena gehört zum Konsortium, das die Na­tionale Forschungsdateninfrastruktur für die mikrobiologische Forschung – kurz: NFDI4Mi­cro­biota – aufbauen und bereitstellen wird. Dazu gab nun die Gemeinsame Wissenschafts­kon­fe­renz (GWK) ihr positives Votum ab. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) wird die „National Research Data Infrastructure for Microbiota Research“ – so der vollständige Name – zunächst für fünf Jahre mit jährlich etwa drei Millionen Euro fördern. Das NFDI4Mi­crobiota-Konsortium hat es sich zum Ziel gesetzt, die mikrobiologische Forschungscom­mu­nity in Deutschland zu unterstützen: mit dem Zugang zu Daten, Tools zur Analyse der Daten, Standards für Daten und Metadaten sowie einem umfassenden Trainingsangebot.

NFDI4Microbiota ist das dritte Konsortium der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur für Deutschland, an dem die Friedrich-Schiller-Universität Jena – teils federführend – beteiligt ist“, freut sich Prof. Dr. Georg Pohnert, Vize-Präsident für Forschung der Universität Jena. „Un­­ser Exzellenzcluster Microverse, der Sonderforschungsbereich FungiNet und die kom­plette Mikrobiologie werden dadurch gestärkt und stärken gleichzeitig das Konsor­tium. Nicht zuletzt belegt dieser Erfolg auch, dass unsere finanziellen wie strategischen Inves­titionen ins Forschungsdaten­manage­ment der Universität zielführend waren.“

„Unsere Vision ist es, dass in Zukunft Forschende aus der Mikrobiologie mühelos vorhan­dene Forschungsdaten in ein tiefes Verständnis von mikrobiellen Spezies und deren Interak­tionen auf molekularer Ebene übersetzen können“, erklärt der Sprecher des Konsortiums, Prof. Dr. Konrad Förstner von ZB MED – Informationszentrum Lebenswissenschaften. „Dass wir nun als Teil der NFDI unsere Vision mit Leben füllen können, freut uns sehr. Zugleich ist es uns ein großer Ansporn, Forschende aus der Bakteriologie, Virologie, Protistologie, Myko­logie und Parasitologie mit neuen Angeboten rund um Forschungsdaten in ihrer Arbeit zu unterstützen“, ergänzt Prof. Dr. Alice McHardy vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsfor­schung (HZI), die Sprecherin des Konsortiums.

Jena als Viren-Bioinformatik-Schwerpunkt

Wir wollen in dem Rahmen eine Datenbank für Viren aufbauen, die interessanterweise welt­weit noch nicht existiert“, beschreibt Prof. Dr. Maja Marz von der Universität Jena ihr Projekt. Die Bioinformatikerin ist überzeugt: „Jena gehört im Moment deutschland- und europaweit zu den führenden Orten der Viren-Bioinformatik. Mit NFDI4Microbiota und einer zu etablieren­den Viren-Datenbank soll das ausgebaut und Jena auch international als Viren-Bioinformatik-Schwerpunkt wahrgenommen werden“, erwartet die beteiligte Expertin.

Neben dieser Zielstellung hat sich das Konsortium in den nächsten fünf Jahren zehn Aufga­ben auf die Agenda geschrieben. Das Spektrum reicht von der Bereitstellung von Werkzeu­gen und Infrastrukturen über die Entwicklung von Trainingsangeboten und Standardisierung bis hin zur Förderung des Kulturwandels innerhalb der Community hin zu Open und FAIR sowie der Vernetzung innerhalb der NFDI und der internationalen Forschungsgemeinschaft. Oberstes Ziel der Partner ist es, die Forschungsprozesse in der Mikrobiologie zu verbessern. Dies soll beispielsweise durch die Einführung professioneller Data Stewards oder auch durch die Mo­bi­lisierung, Strukturierung und Verknüpfung von Daten geschehen. Alle Aufgaben und Lösun­gen stehen stets auf dem Prüfstand, denn sie sollen kontinuierlich an die aktuellen und zu­künftigen Anforderungen der mikrobiologischen Forschungscommunity angepasst werden.

Das Konsortium setzt sich zusammen aus insgesamt zehn Antragstellern sowie mehr als 50 teilnehmenden Institutionen und wird durch die Doppelspitze von Prof. Dr. Alice McHardy und Prof. Dr. Konrad Förstner vertreten. Die Konsortialführerschaft liegt bei ZB MED – Informati­onszentrum Lebenswissenschaften.

Seit 2018 befindet sich die Nationale Forschungsdateninfrastruktur für Deutschland – kurz NFDI – im Aufbau. Das Ziel: die wertvollen Datenbestände von Wissenschaft und Forschung für das gesamte deutsche Wissenschaftssystem systematisch zu erschließen, zu vernetzen und dadurch besser nutzbar zu machen. In drei von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) koordinierten Ausschreibungsrunden sollen bis zu 30 Konsortien für zunächst fünf Jah­re mit möglicher Verlängerung um weitere fünf Jahre gefördert werden. Dafür stehen ins­gesamt bis zu 85 Millionen Euro pro Jahr zur Verfügung.

Kontakt (an der Uni Jena):

Professur Bioinformatik für Hochdurchsatzverfahren
Manja Marz, Univ.-Prof. Dr.
Telefon
+49 3641 9-46480
JenTower, Raum N0805
Leutragraben 1
07743 Jena
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