Kurfürst Johann Friedrich I. beim Schachspiel mit Herzog Ernst III. von Braunschweig.

Das Spiel der Könige von früher bis heute

Neue Ausstellung zum Thema Schach in der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek Jena vom 14. Juli bis 4. Dezember 2021
Kurfürst Johann Friedrich I. beim Schachspiel mit Herzog Ernst III. von Braunschweig.
Foto: Marianne Schiller (ThULB)
  • Veranstaltung

Meldung vom: 14. Juli 2021, 14:34 Uhr | Verfasser/in: Vivien Busse

Es gibt eine Sache, die der Gründer der Universität Jena „Hanfried“, der Namensgeber der Universität Friedrich Schiller, eine Netflix-Serie und eine Corona-Entwick­lung gemeinsam haben: Schach. Kurfürst Johann Friedrich I. von Sachsen („Hanfried“) und Friedrich Schiller waren in ihrer Freizeit enthusiastische Schachspieler. Durch die Netflix-Serie „Das Damengambit“ erlangte das Spiel der Könige auch in jüngster Zeit wieder ver­stärkte Aufmerksamkeit, und die Nutzung von Online-Schachspielen während der Corona-Krise boomt. Und so passt die neue Ausstellung in der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek Jena (ThULB) gut in die Zeit und zur Universität. Es geht in der Schau um „Schach. Spiel – Sport – Wissenschaft – Kunst“. Zu sehen sind zahlreiche Exponate seit heute, 14. Juli 2021, bis 4. Dezember 2021.

Von Königen und Sportlern

In zehn Vitrinen im Ausstellungsraum im Foyer des ThULB-Hauptgebäudes (Bibliotheksplatz 2) wird das Thema Schach aus verschiedenen Perspektiven und im zeitlichen Verlauf darge­stellt. Die Ausstel­lung präsentiert, wie Schach seit seiner Entstehung im 6. Jahrhundert im nördlichen Indien bis heute die Gesellschaft beschäftigt, vom Höfischen ins Bürgerliche überging, heute sogar als Sportart betrachtet wird und ganz nebenbei, also „en passant“, unsere Sprache beeinflusst.

Schach-Computer und Informationen zum "Schach-Türken" in einer Ausstellungsvitrine. Schach-Computer und Informationen zum "Schach-Türken" in einer Ausstellungsvitrine. Foto: André Karliczek (ThULB)

Ältestes deutsches Schachlehrbuch in Jena

Aus kulturhistorischer Sicht wird unter anderem eine Legende zum Ursprung des Schachspiels in der Schedelschen Weltchronik aus den Beständen der Universität gezeigt. Außerdem wird eine Kopie des in Jena aufbewahrten ältesten deutschen Schachlehrbuchs „Das Schach- oder König-Spiel" von 1616 ausgestellt und der „Schach-Türke“ thematisiert – die erste mecha­nische Schachmaschine aus dem Jahr 1770. Scheinbar automatisch spielte eine orienta­lisch-gekleidete Figur gegen beliebige Spieler – und gewann in den meisten Fällen.

Schach in zeitgenössischer Literatur und Film

Aber auch die Geschichte des Schachs wird umfangreich beleuchtet. Thematisiert wird dafür in der Ausstellung die Schachpublizistik, denn Schach gilt als die Sportart mit den meisten Publikationen. Einblicke gibt die Ausstellung in Schachbücher, die z. B. Anleitungen zu Spiel­zügen bereithalten. Zu den Publikationen gehören aber auch zahlreiche Fachzeitschriften. Selbst in der Belletristik und im Film wurde das Schachspiel aufgegriffen. Die Ausstellung zeigt wichtige Beispiele.

Schachturnier als großes Finale der Ausstellung

Zum Abschluss der Ausstellung im Dezember wird ein großes Schachturnier stattfinden. Unter Schirmherrschaft des Jenaer Oberbürgermeisters Dr. Thomas Nitzsche haben am 4. Dezember bis zu 40 Personen die Möglichkeit, ihre Gegner „matt“ zu setzen.

Weitere Informationen zur Ausstellung sowie zum Schachturnier der Universität und ihrer Partner gibt es hier.

Kontakt:

Thüringer Universitäts- u. Landesbibl.
Uwe Glatz
Telefon
+49 3641 9-404047
Fax
+49 3641 9-404002
Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek, Raum 1.31
Bibliotheksplatz 2
07743 Jena
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