Arbeit in der Wissenschaft kann zu einer hohen psychischen Belastung führen

Erste Hilfe bei psychischen Problemen

Universität Jena richtet Ersthelfer-Team für psychische Krisen ein und informiert zur psychischen Gesundheit auf neuer Webseite
Arbeit in der Wissenschaft kann zu einer hohen psychischen Belastung führen
Foto: Submethod/iStock
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Meldung vom: 27. August 2021, 12:15 Uhr | Verfasser/in: Norbert Krause

Die Arbeit in der Wissenschaft kann zu einer hohen psychischen Belastung führen. Eine große Studie aus Belgien zeigte beispielsweise, dass das Risiko von Promovierenden, eine Depression oder andere psychische Erkrankungen zu entwickeln, deutlich erhöht ist. Unter Pandemie-Bedingungen hat sich die Belastungssituation vieler Promovierender zusätzlich verschärft. „Die Universität Jena hat auf diese Entwicklung reagiert“, erklärt Prof. Dr. Uwe Cantner, Vizepräsident für wissenschaftlichen Nachwuchs und Gleichstellung der Universität Jena. „Wir haben ein Team gebildet, das bei psychischen Problemen Erste Hilfe leistet, und eine Webseite zur psychischen Gesundheit in der Promotion erstellt.“

Das Mental Health First Aid Team besteht aus speziell geschulten Ersthelferinnen und -helfern, die eine wichtige Anlaufstelle für Betroffene sind und unkompliziert weitere Hilfe vermitteln können. „Das Team rekrutiert sich aus unterschiedlichen Einrichtungen und ist ansprechbar für alle Promovierenden und Postdocs sowie alle anderen Beschäftigten der Universität“, erklärt Cantner. 

Mental Health First Aid (MHFA) ist ein international anerkanntes Programm, das in Australien zur Früherkennung von psychischen Problemen entwickelt wurde. In Deutschland wird es vom Mannheimer Zentralinstitut für Seelische Gesundheit und der Beisheim-Stiftung gefördert. In Jena wurde das Programm insbesondere durch die Jena School of Microbial Communication (JSMC) vorangetrieben. „Die Universität Jena ist die erste Universität in Deutschland, die ein solches Erste-Hilfe-Team für den wissenschaftlichen Nachwuchs und die Beschäftigten anbietet“, berichtet der wissenschaftliche Geschäftsführer der JSMC Dr. Hendrik Huthoff, der selbst dem MHFA-Team der Uni Jena angehört.

Um ihre Angebote sichtbarer zu machen, hat die Universität Jena zudem alle Informationen zur Psychischen Gesundheit und zum Umgang mit Krisen auf einer Webseite zusammengestellt. Sie zeigt, welche Krisen während der Promotion auftreten können und welche Anlaufstellen es an der Universität und in der Stadt gibt. Dort werden auch verschiedene Angebote der Universität vorgestellt, um eine gute Work-Life-Balance zu finden und sich mit anderen Promovierenden zu vernetzen.

Die Friedrich-Schiller-Universität Jena bietet darüber hinaus seit längerem verschiedene Präventionsmaßnahmen an, um ihre Beschäftigten und Forschenden in der Selbstfürsorge und Beachtung ihrer seelischen Gesundheit zu unterstützen (Link). Studierende können außerdem beim Studierendenwerk verschiedene Beratungs- und Unterstützungsangebote im Bereich der psychischen Gesundheit finden (Link).

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