Modell einer Schädelrekonstruktion des in Ostafrika lebenden Paranthropus aethiopicus.

Von Kolonialismus, Rassismus und seiner Überwindung

Universität Jena beteiligt sich an den Jenaer Africa Days vom 30.-31. Oktober
Modell einer Schädelrekonstruktion des in Ostafrika lebenden Paranthropus aethiopicus.
Foto: Jan-Peter Kasper (Universität Jena)
  • Veranstaltung

Meldung vom: 19. Oktober 2021, 07:30 Uhr | Verfasser/in: Axel Burchardt

Afrika wird längst nicht mehr nur als der exotische, aber arme Kontinent wahrge­nommen. In Afrika gibt es exzellente Wissenschaft, so unterhält die Friedrich-Schiller-Univer­sität Jena alleine Kooperationen zu neun afrikanischen Hochschulen. Doch Deutsch­land hat in Afrika ein koloniales Erbe hinterlassen, das es aufzuarbeiten gilt, um versöhnt die Zukunft gemeinsam angehen zu können.

Zu den gemeinsamen Aktivitäten gehören u. a. die „Africa Days“, die am 30. und 31. Oktober in Jena stattfinden. Zum 5. Mal veranstaltet vom ANSOLE e. V. stehen 2021 mit Unter­stüt­zung der Universität Jena, allen voran ihrem Institut für Zoologie und Evolutionsbiologie, Ko­lonia­lis­mus, seine Ursachen und Überwindung auf dem wissenschaftlichen Programm der öffent­lichen Veranstaltung.

Mehr zum ersten „Kolonialzoologen“ Dr. Bernhard Weißenborn

So wird u. a. Paul Taku Bisong von der Universität Jena die Ergebnisse seiner Masterarbeit vorstellen, die sich mit dem ersten „Kolonialzoologen“ Dr. Bernhard Weißenborn beschäf­tig­te. Weißenborn (1858-1889) studierte und arbeitete als Assistent an der Universität Jena und nahm 1887 an einer Expedition teil, bei der die erste Forschungsstation in Kamerun er­richtet wurde. Die Forschungsstation hieß Jaunde, woraus die heutige Hauptstadt Yaounde wurde. Damals erfolgte aber zunächst die Umwandlung in eine Militärstation – als Vorposten der deutschen Kolonialmacht. Dank Taku Bisongs Recherchen, v. a. im Archiv des Ernst-Haeckel-Hauses, liegen nun die archivalischen Materialien vor, um die genaue Geschichte der Expe­dition zu schreiben.

Neben Kolonialismus wird während der Tagung auch über Sklaverei, verschleppte Kunstwer­ke, Rassismus und die Jenaer Erklärung gegen Rassismus diskutiert. Am zweiten Tag stehen v. a. Afrikas Gegenwart und Zukunft im Mittelpunkt.

Dass es längst ein Miteinander gibt – zumindest in Jena – belegt auch das Rahmenpro­gramm. Das reicht von einem afrikanischen Markt und einer Fotoausstellung bis hin zu einem Kin­derprogramm und Ideen zur kommenden Energieversorgung.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, in Präsenz oder online teilzunehmen. Die Veran­staltung findet in englischer Sprache statt. Bitte re­gistrieren Sie sich unentgeltlich unter folgendem Link: https://eveeno.com/319340849.

Das Programm der Africa Days 2021 ist hier [pdf, 124 kb] zu finden.

Kontakt:

Martin S. Fischer, Univ.-Prof. Dr.
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