Gesunde Lebensmittel auf einem Tisch drapiert.

Welchen Einfluss hat die Ernährung in der Schwangerschaft auf die Entwicklung der Kinder?

Welche Auswirkungen hat eine pflanzenbasierte Ernährung auf Mutter und Kind im Vergleich zur Mischkost? Ernährungswissenschaftler der Universität Jena suchen schwangere Frauen für eine Studie.
Gesunde Lebensmittel auf einem Tisch drapiert.
Foto: Nicole Nerger (Universität Jena)
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Meldung vom: | Verfasser/in: Stephan Laudien

Sie sind schwanger und ernähren sich vegetarisch oder vegan? Sie verzehren mindestens einmal im Monat Fisch und verzichten auf Fleisch oder Wurst und gehören demnach zu den Pescetariern? Oder essen Sie beinahe täglich Fleisch und Wurst? Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) untersucht gemeinsam mit der Friedrich-Schiller-Universität Jena die Nährstoffversorgung während Schwangerschaft und Stillzeit. Dafür suchen die Studienteams in Jena und Berlin Schwangere ab dem 3. Trimester, die seit mindestens einem Jahr vor Beginn der Schwangerschaft eine der genannten Ernährungsformen umgesetzt haben bzw. aktuell umsetzen.

Auswirkungen pflanzenbetonter Ernährung sind noch wenig erforscht  

»Der Verzicht auf bestimmte Lebensmittelgruppen kann mit einem Mangel an Nährstoffen einhergehen«, sagt Dr. Christine Dawczynski, die Leiterin der COPLANT-Studie an der Universität Jena. Ziel des Moduls »Schwangerschaft und Stillzeit« sei es deshalb, kritische Nährstoffe für jede Ernährungsform in diesen sensiblen Lebensphasen zu identifizieren, um darauf aufbauend individuelle Empfehlungen abzuleiten, die eine bedarfsgerechte Zufuhr aller Nährstoffe ermöglichen.

Den Hintergrund erläutert Prof. Dr. Cornelia Weikert, Leiterin der Studie am BfR: »Ob vegan, vegetarisch, pescetarisch oder Mischkost – die Ernährung ist heute vielfältiger denn je. Noch wissen wir wenig darüber, wie sich die pflanzenbetonte Ernährung von werdenden Müttern auf die Entwicklung ihrer Kinder auswirkt.«  

Mehrere Untersuchungstermine dienen der Erhebung von Gesundheitsdaten

Das Untersuchungsprogramm besteht aus fünf Terminen während der ersten zwei Lebensjahre des Kindes. Die Datenerhebung beginnt mit zwei Terminen innerhalb der Schwangerschaft (ca. 30. und ca. 35. Schwangerschaftswoche). Erhoben werden umfangreiche Daten der werdenden Mutter zu Ernährungsgewohnheiten sowie zum Nährstoff- und Gesundheitsstatus. Zur Geburt wird die Plazenta gesammelt, um darin u. a. die Fettsäurenverteilung zu analysieren und Zusammenhänge zwischen der Versorgung der Mutter und ihrem ungeborenen Kind mit diesen wichtigen Nährstoffen herzustellen.

Folgeuntersuchungen sind um den 3./4. Lebensmonat des Kindes sowie zum 2. Geburtstag vorgesehen. Hier werden erneut Bioproben der Mutter gesammelt (Muttermilch, Blut, Urin, Stuhl) und umfangreiche Daten zu den Ernährungsgewohnheiten von Mutter und Kind erhoben. Zusätzlich sollen eine Stuhlprobe und eine Urinprobe des Kindes abgegeben werden. Weitere Daten des Nachwuchses werden dem Kinderuntersuchungsheft entnommen. Um den ersten Geburtstag des Kindes sollen außerdem per Online-Fragebogen Informationen zur Ernährung von Mutter und Kind, dem Gesundheitszustand sowie zur Entwicklung des Kindes erfasst werden.

Ein wichtiger Beitrag für die Forschung 

Jede Teilnehmerin sei wichtig, sagt Dr. Christine Dawczynski. »Wer teilnimmt, leistet einen wichtigen Beitrag für die Forschung auf dem Gebiet der pflanzenbasierten Ernährung!« Zudem erhält jede Teilnehmerin Informationen zum eigenen Gesundheitszustand und zur Gesundheit des Kindes. Wer sich für die Teilnahme an der Studie interessiert, kann sich ans Studienzentrum des Instituts für Ernährungswissenschaften wenden: Tel. 03641 949656, E-Mail coplant@uni-jena.de

Hintergrund: Die COPLANT-Studie ist die bisher größte Studie zur pflanzenbasierten Ernährung im deutschsprachigen Raum. COPLANT (COhort on PLANT-based diets) ist ein Projekt des Bundesinstituts für Risikobewertung, des Max Rubner-Instituts, des Forschungsinstituts für pflanzenbasierte Ernährung und der Universitäten Jena, Bonn, Heidelberg, Regensburg und Wien. Für das Thema Nachhaltigkeit wird das Thünen-Institut eingebunden. Unterstützt wird das Projekt vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat.  

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