Geteilte Vorstellungswelten. Auftaktkonferenz des Exzellenzclusters Imaginamics

25.–26. Juni 2026, Fürstengraben 27 (Rosensäle)

Imaginamics-Auftaktkonferenz

Foto: Adobe Stock (KI-generiert) / Bearbeitung: Samuel Strehle
Imaginamics-Auftaktkonferenz

Veranstaltungsort:
Friedrich-Schiller-Universität Jena, Fürstengraben 27, Rosensäle (1. OG)

Was Menschen für ihre Wirklichkeit halten, besteht nicht nur aus empirischen Wahrnehmungen und Erfahrungen, sondern auch aus Vorstellungen. Sie ergänzen und überlagern die Empirie, drücken Gewohnheiten, Bewertungen, Emotionen und Erwartungen aus. Sie können im doppelten Sinne gesellschaftlich ‚geteilt‘ sein: gemeinsam oder getrennt. So stiften sie einerseits Gemeinschaft und sind andererseits der Grund, warum verschiedene Menschen am selben Ort zur selben Zeit in subjektiv unterschiedlichen Wirklichkeiten leben.

 
Im Imaginamics-Cluster erforschen Geistes- und Sozialwissenschaftler, unterstützt von Geoanthropologen und Medien­informatikern, diese sozial geteilten Vorstellungen im Blick auf die Praktiken, die sie hervorbringen, kommunizieren, verändern und wirksam werden lassen. Die Auftaktveranstaltung stellt verschiedene Arbeitsfelder des Clusters vor: die aktuellen Imaginationen von Demokratie, vom Leben in Zeiten des Klimawandels, auswärtige Vorstellungen von Thüringen, die Imaginationsangebote von Museen und Ausstellungen. Wir diskutieren die konzeptuellen und methodischen Herausforderungen unseres Forschungsprogramms im Schnittfeld von Kultur- und Sozialwissenschaften; aus dem Blick derer, die den Cluster mit geplant haben, sowie aus der Perspektive unserer neu gestarteten Doktorandinnen und Doktoranden. 


Da der Cluster kaum ein halbes Jahr alt ist, geschieht dies nicht in ergebnisberichtenden Vorträgen, sondern in offenen Gesprächen, die sich über das gemeinsame Forschungs­thema erste Klarheiten verschaffen wollen. Sie sind zugleich eine Einladung an alle, deren Interessen sich mit dem Cluster verbinden lassen.

Programm

Donnerstag, 25. Juni 2026

15.00 Uhr
Begrüßung

Andreas Marx (Präsident der Universität Jena)
Johannes Grave (Sprecher des Exzellenzclusters)

15.15 Uhr
(Re)Imagining Democracy

Diskussion mit Sara Gebh (Universität Jena), Marion Reiser (Universität Jena), Axel Salheiser (Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft) und Jens-Christian Wagner (Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora)
Moderation: Joachim von Puttkamer (Universität Jena) 

16.15 Uhr
Leben in Jena. Gestern, Heute, Morgen

Diskussion mit Bernd Fröhlich (Bauhaus-Universität Weimar), Ephraim Schott (Bauhaus-Universität Weimar) und Patrick Roberts (Max-Planck-Institut für Geoanthropologie)
Moderation: Jürgen Renn (Max-Planck-Institut für Geoanthropologie)

18.00 Uhr
Zwischen ‚unbeschwerter‘ DDR und Bodenständigkeit. Perspektiven auf Alltagspraktiken und Medien sozialen Imaginierens in Thüringen und Ostdeutschland

Kurzvorträge und Diskussion mit Laurence McFalls und Barbara Thériault (Université de Montréal)
Moderation: Christoph Vatter (Universität Jena) 

Freitag, 26. Juni 2026

9.30 Uhr
Museen als soziale Imagination in Geschichte, Gegenwart und Zukunft

Diskussion mit Anja Laukötter (Universität Jena) und Ulrike Lorenz (Klassik Stiftung Weimar)
Moderation: Stefan Matuschek (Universität Jena) 

10.30 Uhr    
Soziales Imaginieren: ein neues Forschungskonzept und seine Umsetzung
Diskussion mit Christina Brandt (Universität Jena), Paula Diehl (Christian-Albrechts-Universität Kiel) und Johannes Grave (Universität Jena)
Moderation: Samuel Strehle (Universität Jena)

11.45 Uhr
Was tun wir, wenn wir Gesellschaft denken? Imaginieren als soziale Praxis
Gesprächsrunde mit Francesca Casciotta, Jenny Merker, Leon Retz und Falk Rößler (Universität Jena)
Moderation: Moritz Konrad (Universität Jena) 

Tagungsleitung: Stefan Matuschek