Wenn Lieblingsmusik Erinnerungen weckt

Fachtagung präsentiert Forschungsergebnisse zum Einsatz individualisierter Musik für Menschen mit Demenz

Lieblingsmusik bringt Demenz-Patienten zum Tanzen.

Foto: René Schwerdtel (Kummerfeldt-Stiftung & Diakoniestiftung Thüringen)
Lieblingsmusik bringt Demenz-Patienten zum Tanzen.
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Meldung vom: | Verfasser/in: Ute Schönfelder

Musik kann beruhigen, Erinnerungen wachrufen und Nähe schaffen – auch dann, wenn eine Demenzerkrankung Sprache, Orientierung und Alltag zunehmend erschwert. Die Abteilung Klinisch-psychologische Intervention der Friedrich-Schiller-Universität Jena hat unter Leitung von Prof. Dr. Gabriele Wilz untersucht, wie individuell ausgewählte Musik Menschen mit Demenz und ihre pflegenden Angehörigen im häuslichen Alltag unterstützen kann. Die Ergebnisse des Forschungsprojekts »Individualisierte Musik für Menschen mit Demenz in der häuslichen Pflege« werden am Mittwoch, 24. Juni 2026, bei einer öffentlichen Fachtagung im Forum Seebach in Weimar vorgestellt. Medienvertreter*innen sind herzlich eingeladen.

Musik als Brücke im Pflegealltag

Viele Menschen verbinden mit bestimmten Liedern wichtige Momente ihres Lebens: Kindheit, Familie, Feiern, Reisen oder vertraute Alltagssituationen. Genau hier setzt das Projekt der Universität Jena an. Die Forschenden haben untersucht, wie persönlich bedeutsame Musik mithilfe einer App gezielt in die häusliche Pflege von Menschen mit Demenz eingebunden werden kann.

»Beim ersten Ton, den sie gehört hat, war sie total verändert. Vorher saß sie in sich gekehrt und sobald die Musik aufgesetzt wurde, war sie fröhlich. Als ob man einen Schalter umgelegt hat«, berichtet eine teilnehmende Angehörige.

Im Mittelpunkt des Projekts standen nicht nur die Menschen mit Demenz selbst, sondern auch die pflegenden Angehörigen. Denn sie tragen im Alltag häufig eine hohe emotionale und praktische Verantwortung. Individualisierte Musik kann hier ein niedrigschwelliges, nicht-medikamentöses Unterstützungsangebot sein: Sie kann beruhigen, aktivieren, Erinnerungen anstoßen und gemeinsame Momente ermöglichen.

Forschungsergebnisse werden in Weimar vorgestellt

Zur Abschlusspräsentation der Ergebnisse lädt die Abteilung Klinisch-psychologische Intervention der Universität Jena nun zu einer Fachtagung nach Weimar ein. Dort werden zentrale Ergebnisse vorgestellt, Erfahrungen aus Forschung und Praxis geteilt und Perspektiven für die weitere Nutzung individualisierter Musik in Pflege und Betreuung diskutiert. Die Veranstaltung richtet sich an Pflegefachkräfte, Pflegeeinrichtungen, Beratungsstellen, Wissenschaftler*innen, Akteur*innen aus dem Kultur- und Gesundheitswesen sowie an die interessierte Öffentlichkeit.

Veranstaltung auf einen Blick

Kontakt:

Lisette Weise, Dr.

Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Professur Klinisch-Psychologische Intervention
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Raum 216
Humboldtstraße 11
07743 Jena Google Maps – LageplanExterner Link
Sprechzeiten:
nach Vereinbarung