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Ein „Fanal für Freiheit“

Physikalisch-Astronomische Fakultät ehrt Akteure des Physikerballs 1956
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11.03.2016

Herzhaftes Gelächter, aber sicher auch beklemmende Vorahnungen gab es auf dem Physikerball im Herbst des Jahres 1956 in der Mensa der Universität Jena. Mutige Physikstudenten hatten in kabarettistischen Szenen Bezug genommen auf die brutale Niederschlagung des ungarischen Aufstands und das Ende des Stalin-Kultes in der Sowjetunion.

Zwei Jahre später zahlten viele Akteure des Physikerballs und Mitglieder der Widerstandsgruppe "Eisenberger Kreis" einen hohen Preis: Sie wurden exmatrikuliert und zu teils sehr hohen Haftstrafen verurteilt. Nun, 60 Jahre nach dem Physikerball des Jahres 1956, wird im Hauptgebäude der Physik (Max-Wien-Platz 1) eine Gedenk-Stele aufgestellt.

Der Eisenberger Kreis und der Physikerball 1956 zählen zu den Erinnerungsorten der "Thüringer Straße der Menschenrechte und Demokratie". Sie wurden dafür bereits 2013 bei einem Wettbewerb des Thüringer Justizministeriums ausgewählt. Die Gedenk-Stele trägt eine Plakette, die den Physikerball am 30. November 1956 als "Fanal für Freiheit weit über Jena hinaus" würdigt. Sie erinnert daran, wie die Kabarettszenen in der Universität und der Bevölkerung auf Resonanz stießen, indem sie der verbreiteten Empörung gegen das herrschende kommunistische System eine Stimme verliehen.


Verantwortung für Menschenrechte und Demokratie

Die Physikalisch-Astronomische Fakultät will mit der Stele ihre mutigen und aufrichtigen ehemaligen Studenten ehren. Zugleich will sie, auch durch die Wahl des Aufstellungsortes am Eingang des großen Physikalischen Hörsaals, die jetzige und kommende Generationen an ihre Verantwortung für Menschenrechte und Demokratie erinnern.

Finanziert wurde die Granit-Stele durch eine Spendenaktion, die der Alumni-Verein der Physikalisch-Astronomischen Fakultät initiiert hatte. Alumni der Fakultät sowie Studierende, Mitarbeiter und Lehrkräfte beteiligten sich daran.

Mit einer Feierstunde erinnert die Physikalisch-Astronomische Fakultät am Donnerstag (17. März) ab 18 Uhr in der Mensa am Philosophenweg (Philosophenweg 20) an den Physikerball des Jahres 1956. Dabei sein werden u. a. die Zeitzeugen Dr. Heinz Steudel und Peter Herrmann, die über die Ereignisse von damals berichten werden. Gezeigt werden zudem Szenen des Physikerballprogramms, die 2006 wiederaufgeführt wurden. Im Anschluss wird die Gedenk-Stele vor dem großen Hörsaal der Physik (Max-Wien-Platz 1) feierlich enthüllt. Gäste sind herzlich willkommen, der Eintritt ist frei.

Am Tag darauf wird der "Tag der Physik" begangen.


Kontakt:
Dr. Angela Unkroth
Dekanat der Physikalisch-Astronomischen Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Max-Wien-Platz 1, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 947003
E-Mail:

  

 

 

 

Meldung vom: 2016-03-11 10:00

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