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Die (beinahe) vergessene Revolution

Politikwissenschaftler veranstalten vom 24. bis 26. November in Weimar eine Tagung über die Novemberrevolution 1918
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14.11.2017

Die Novemberrevolution von 1918 steht im Fokus einer wissenschaftlichen Tagung, zu der die Forschungsstelle Weimarer Republik an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und der Verein "Weimarer Republik" vom 24. bis 26. November nach Weimar einladen. Unter dem Titel "Zusammenbruch, Aufbruch, Abbruch?" soll die Novemberrevolution als "Ereignis und Erinnerungsort" beleuchtet werden.

Die drei Schlagworte im Titel stünden für die prägenden Ansichten der Zeitgenossen, sagt Dr. Andreas Braune von der Forschungsstelle Weimarer Republik. Wie der 36-jährige Wissenschaftler weiter erläutert, sei das Geschehen im November 1918 für die Konservativen ein Zusammenbruch gewesen, für freiheitlich-liberale und sozialdemokratische Kräfte ein Aufbruch und in der Perspektive der radikalen Arbeiterbewegung lediglich ein Abbruch.

"Diese divergierenden Grundlinien der Betrachtung ziehen sich dann weiter durch die gesamte Zeit der Weimarer Republik", sagt Andreas Braune. Selbst in der Bundesrepublik wie in der DDR hätten die November-Ereignisse ganz unterschiedliche Narrative geprägt: "Im Westen wurde die Revolution geschmäht und vergessen, im Osten stand der Verrat an der Arbeiterklasse im Blickpunkt." Doch in den vergangenen zehn bis 15 Jahren habe eine allmähliche Neubewertung der Ereignisse begonnen, so Braune. Es sei notwendig, die Revolution vom November 1918 als Beginn eines demokratischen Aufbruchs zu sehen: "Mit der Novemberrevolution begann zunächst die sehr gelungene Gründung einer Republik, die keineswegs von Beginn an zum Scheitern verurteilt war."

Festvortrag über die Revolution in der deutschen Gedächtnisgeschichte

Die Weimarer Tagung "Zusammenbruch, Aufbruch, Abbruch?" steht im Zeichen einer breiten Bestandsaufnahme und die Tagungsleiter Prof. Dr. Michael Dreyer (Verein "Weimarer Republik"/Universität Jena) und Dr. Andreas Braune haben dazu renommierte Historiker, Politik- und Rechtswissenschaftler aus dem In- und Ausland eingeladen.

Ein Höhepunkt der dreitägigen Konferenz wird der Festvortrag von Prof. Dr. Martin Sabrow aus Potsdam sein. Der Zeithistoriker und Leiter des Zentrums für Zeithistorische Forschung in Potsdam spricht am Freitag (24. November) im Coudraysaal der Musikschule "Johann Nepomuk Hummel" in Weimar (Karl-Liebknecht-Straße 1) zum Thema "Verhasst - Verehrt - Vergessen. Die Novemberrevolution in der deutschen Gedächtnisgeschichte". Die Veranstaltung beginnt um 19.30 Uhr, Gäste sind willkommen, der Eintritt ist - wie bei der gesamten Tagung - frei.

An diesem Abend werden wie schon im vergangenen Jahr drei Forschungspreise für Arbeiten zur Weimarer Republik verliehen: der Friedrich-Ebert-Preis für eine Dissertation/Habilitation, der Hugo-Preuß-Preis für eine herausragende Master- oder Staatsexamensarbeit (in Kooperation mit der Hugo-Preuß-Stiftung) und der Matthias-Erzberger-Preis, mit dem eine Bachelor-Arbeit gewürdigt wird.

Die Weimarer Tagung wird gefördert vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz sowie vom Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und digitale Gesellschaft. Tagungsort ist das Hotel "Kaiserin Augusta" (Carl-August-Allee 17). Die interessierte Öffentlichkeit ist herzlich eingeladen, an der Tagung teilzunehmen. Um Anmeldung wird gebeten unter a

Das Programm im Internet: http://www.weimarforschung.uni-jena.de/.

Kontakt:
Dr. Andreas Braune
Forschungsstelle Weimarer Republik der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Carl-Zeiß-Straße 3, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 945427
E-Mail:


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Meldung vom: 2017-11-14 11:54

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