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Verstummen die Dinge? Weltverlust und politische Krise

Öffentliches Abendgespräch am 25. Oktober mit Hartmut Rosa, Dorothee Kimmich und Peter Fauser
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10.10.2018


"Die Dinge singen hör ich so gern", dichtete Rainer Maria Rilke im Jahr 1898, und fügte hinzu: "Ihr rührt sie an: sie sind starr und stumm." Die Dinge 'singen' nicht mehr, der Dichter erlebt sie als stumm und fremd. Heutzutage erleben nicht nur Dichter  das Verstummen der Dinge und mit ihr das Krisengefühl einer Welt, die uns nicht mehr 'antwortet'. Nicht zuletzt die umfassende Digitalisierung der Lebenswelt im 21. Jahrhundert mit ihrer Tendenz zur Entdinglichung des Sozialen hat das Gefühl des Weltverlusts verschärft. Kommunikation, aber auch Arbeit, Freizeit und Konsum verlagern sich zunehmend in digitale Räume und damit in die eigenen vier Wände, während die Welt 'draußen' immer fremder und bedrohlicher erscheint. Dass Menschen auf die 'Resonanzkrise' der modernen Gesellschaft mit einem Rückzug ins scheinbar Stabile der Tradition und der Vergangenheit, mit Abwehr des Neuen oder gar mit Hass auf das Fremde und Andersartige reagieren, ist mittlerweile weltweit zu beobachten - und nimmt bedrohliche Züge an.


Die dingliche Unterseite der Krise

Der als Beschleunigungs- und Resonanz-Experte bekannte Soziologe Hartmut Rosa von der Universität Jena, die Literaturwissenschaftlerin Dorothee Kimmich sowie der Pädagoge und Initiator der "Imaginata" Peter Fauser diskutieren diese Entwicklungen im Rahmen eines öffentlichen Abendgespräches. Unter dem Titel "Verstummen die Dinge? Weltverlust und politische Krise" findet es bei freiem Eintritt am Donnerstag, dem 25. Oktober, ab 20 Uhr in der "Imaginata" in Jena statt. Dabei setzen sie einen ungewöhnlichen Akzent, indem sie nach der 'dinglichen Unterseite' der Krise fragen: Gibt es einen Zusammenhang zwischen der gegenwärtigen Krise einerseits und dem allgemeinen 'Erfahrungsverlust' in der Moderne andererseits? Hat die Krise zumindest eine ihrer Ursachen auch im elementaren Verhältnis des Menschen zu seiner materiellen, dinglichen, sinnlich erfahrbaren Umwelt? Ist die Krise der Moderne demnach als 'Krise der Weltbeziehungen' zu entschlüsseln? Und falls das so ist, wie könnte der Blick auf die Dinge dann zu einem tieferen Verständnis der Gegenwart beitragen? Antworten werden im Gespräch untereinander, aber auch mit dem Publikum gesucht, das herzlich eingeladen ist.

Termin auf einen Blick:
Verstummen die Dinge? Weltverlust und politische Krise
Öffentliches Abendgespräch mit Hartmut Rosa, Dorothee Kimmich und Peter Fauser
Moderation: Nina Birkner
Donnerstag, 25. Oktober 2018, 20 Uhr
Imaginata, Löbstedter Straße 67, 07749 Jena
Eintritt frei

Kontakt:
Samuel Strehle
Institut für Soziologie der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Carl-Zeiß-Straße 2
07743 Jena
E-Mail:

 

Meldung vom: 2018-10-10 12:00
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