„raum+störung“

Herausfordernde „raum+störung“

Ausstellung des Künstlerduos OSTER+KOEZLE vom 17. Mai bis 28. Juli / Vernissage am 16. Mai
„raum+störung“
Foto: Jan-Peter Kasper/FSU
  • Veranstaltung

Meldung vom: 14. Mai 2019, 13:00 Uhr | Verfasser/in: Angelika Bohn

Willy Oster (l.) und SG Koezle Die Künstler Willy Oster (l.) und SG Koezle in der Jenaer Ausstellung „raum+störung“, die auch Ausdruck der 20-jährigen Zusammenarbeit des Künstlerduos ist. Foto: Jan-Peter Kasper/FSU

Nach großen Ausstellungen von Werken der US-amerikanischen Künstler Frank Stella (2011) und Peter Halley (2014), den Präsentationen „Quantengesänge“ der Künstlerin ROTRAUT (2016) und „Ins Holz“ von Georg Thumbach (2017) werden anlässlich des 100. Bauhaus-Jubiläums vom 17. Mai bis 28. Juli 2019 im Alten Straßenbahndepot Jena (Dornburger Str. 17) erstmals Werke eines Künstlerduos gezeigt: Mit „raum+störung“ stellen OSTER+KOEZLE unter Federführung der Friedrich-Schiller-Universität Jena auf 700 Quadratmetern Ausstellungsfläche rund 90, teilweise sehr große Exponate aus.

In der Ausstellungsreihe „tangente“ im Foyer der Jenoptik AG werden parallel bereits ab 15. Mai von den Jenaer Galeristen Huber & Treff kuratierte Arbeiten der Künstler gezeigt.

Digitale Pigmentdrucke basierend auf Fotografien realer Räume

Der Fotograf SG Koezle und der Maler Willy Oster stellen in Jena erstmals eine neue Werkreihe vor, die auf Fotografien realer Räume der Bauhausarchitektur basiert. Die Künstler hatten 2018 Zugang zum ehemaligen Feuerlöschgerätewerk in Apolda, 15 km von Jena entfernt, einem herausragenden Denkmal der Architekturmoderne und Industriebaukultur, umgebaut nach Plänen von Egon Eiermann 1938/39. Zudem ließen sie sich im damals noch im Bau befindlichen neuen Bauhaus Museum Weimar der Architektin Heike Hanada und im von Bauhaus-Gründer Walter Gropius konzipierten Wohnhaus Auerbach in Jena zu dieser neuen Serie inspirieren.

Umdeutung von Architektur

Willy Oster (Kleve) und SG Koezle (Velbert) arbeiten seit 20 Jahren als Duo an der Umdeutung von Architektur. Suchten sie zu Beginn verlassene Räume auf, um dort die malerischen oder skulpturalen Eingriffe Willy Osters zu dokumentieren, hat sich ihre Herangehensweise geändert. Zwar stehen nach wie vor leere oder verlassene Räume am Beginn jeder Arbeit, doch die Veränderung des realen Raums durch Addition oder Subtraktion erfolgt nun ausschließlich digital. Das digitale Grundmaterial, aufgenommen mit hochauflösenden Mittelformat- und Vollformatkameras, wird im gemeinsamen Konsens oft so stark verändert, dass das zu Sehende nicht mehr mit dem (Bild)Wissen und den (Seh)Erfahrungen der Betrachter deckungsgleich ist. Der Eingriff in die Abbilder der Räume erfolgt mit digital erzeugter, homogener, untexturierter Farbe, es handelt sich also bei allen Exponaten um digitale Pigmentdrucke ohne malerische Eingriffe.

Bauhaus 100

Wie bei den vorhergegangenen Ausstellungsprojekten in der großen Wagenhalle des Depots wird die Schau wieder von Prof. Dr. Dr. h. c. Martin S. Fischer von der Friedrich-Schiller-Universität und seiner Frau Dr. Barbara Happe kuratiert. Sie haben Arbeiten aus allen Werkreihen und Schaffensperioden des Künstlerduos ausgewählt. Die Ausstellung ist Bestandteil des Programms Bauhaus 100 und macht deutlich, dass das 1919 in Weimar gegründete Staatliche Bauhaus nicht nur in Design und Architektur, sondern auch in der bildenden Kunst lebendig ist. Seine Grundsätze, Ideen und seine „Denke“ erfahren heute wahrscheinlich mehr Wertschätzung als vor 100 Jahren, meinen die Künstler Willy Oster und SG Koezle.

Die Künstler

Willy Oster (Jg. 1950) wuchs in Kleve/Niederrhein auf und studierte von 1969 bis 1975 Freie Malerei in Köln. Seit 1980 ist sein Werk in zahlreichen Einzel- und Gemeinschaftsausstellungen im In- und Ausland zu sehen.

SG Koezle (Jg. 1950) ist in Wernigerode/Harz und in Kleve/Niederrhein aufgewachsen und absolvierte von 1972 bis 1975 eine Ausbildung zum Werbefotografen in Düsseldorf. Er zeigt seine Arbeiten seit 1974 bei Einzel- und Gemeinschaftsausstellungen. Seit 1977 lebt und arbeitet er selbstständig in Velbert bei Düsseldorf.

Seit 1999 zeigen Willy Oster und SG Koezle gemeinsame Arbeiten unter dem Namen OSTER+KOEZLE. Bereits im ersten Jahr ihrer Zusammenarbeit stellten sie zwei Werke bei der Großen Kunstausstellung NRW in Düsseldorf vor, auf der sie seitdem immer wieder vertreten sind. Dazu kommen rund 100 Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen des Künstlerduos in zahlreichen Städten zwischen Trier und Essen sowie in den Niederlanden, Großbritannien und Litauen. In Ostdeutschland waren OSTER+KOEZLE bisher nur 2010 mit der Ausstellung „Eigensinn des Bildes“ im Kunstverein Plauen präsent.

Vernissage

Zur Vernissage im Alten Straßenbahndepot Jena am 16. Mai, 19 Uhr ist die Öffentlichkeit eingeladen. Prof. Dr. Henry Keazor von der Universität Heidelberg (Professur für Neuere und Neueste Kunstgeschichte) führt in das Werk von OSTER+KOEZLE ein.

Die Ausstellung der Friedrich-Schiller-Universität Jena wird gefördert durch Jenoptik AG, Jenawohnen, JenaKultur, die Staatskanzlei des Freistaates Thüringen, Sparkasse Jena-Saale-Holzland, Sparkassen Kulturstiftung Hessen-Thüringen, Sparkassenstiftung Jena-Saale-Holzland, SV Sparkassen Versicherung, jenacon foundation und Jenaer Nahverkehr sowie Hahnemühle FineArt GmbH, Phase One Germany und Köhler Druck Heiligenhaus.

Die von den Künstlern zur Ausstellung „raum+störung“ angefertigten und zum Editionspreis durch die Friedrich-Schiller-Universität Jena angebotenen Arbeiten sind typische Beispiele ihres Schaffens der Jahre 2018/19.

Ausstellung auf einen Blick:
OSTER+KOEZLE „raum+störung“
Termin: 17. Mai bis 28. Juli 2019
Öffnungszeiten: Mittwoch bis Freitag 15 bis 19 Uhr, Samstag und Sonntag 12 bis 18 Uhr;
Freitag, 24. Mai, zur Langen Nacht der Museen bis 22 Uhr  
Ort: Altes Straßenbahndepot, Dornburger Straße 17, Jena
Eintritt: Erwachsene 4 Euro, ermäßigt 2 Euro

Kontakt:

Prof. Dr. Dr. h. c. Martin S. Fischer
Institut für Zoologie und Evolutionsforschung der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Erbertstr. 1
07743 Jena
Telefon
+49 3641 9-49140
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