Schillerbüste vor Himmel

Geschichte der Universität

Wie sich die Hochschule im Laufe der Jahrhunderte entwickelte.
Schillerbüste vor Himmel
Foto: Jan-Peter Kasper/FSU
Tradition und Moderne Inhalt einblenden

Gegründet wurde die Universität 1548 als Akademisches Gymnasium durch Kurfürst Johann Friedrich von Sachsen. Der von den Jenensern auch liebevoll »Hanfried« genannte Landesherr war somit der »erste« Freund und Förderer der Universität in Jena. 1558 erhob der spätere Kaiser Ferdinand I. Jenas »Hohe Schule« zur Universität – mit feierlicher Einweihung am 2. Februar.

Die Ideen der Frühaufklärung ließen die Jenaer Universität, auch »Salana« genannt, in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts ein erstes Mal aufblühen. Hier wirkten E. Weigel und J. F. Buddeus, die als Universalgelehrte in ganz Europa bekannt waren.

Eine zweite Blütezeit erreichte die Jenaer Universität um 1800. Sie stieg zum Zentrum klassischer deutscher Philosophie mit Professoren wie J. G. Fichte, C. L. Reinhold, F. W. Schelling, G. W. F. Hegel oder J. F. Fries auf. Auch mit J. W. v. Goethe war die Salana durch dessen amtliche Tätigkeit über Jahrzehnte auf das Engste verbunden. Der berühmteste Professor zu jener Zeit blieb jedoch F. Schiller, der am 26. Mai 1789 in Jena seine Antrittsvorlesung hielt und seit 1934 der Namenspatron der Salana ist.

Wissenschaft und Industrialisierung Inhalt einblenden

Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde die Friedrich-Schiller-Universität Jena vor allem durch das Zusammenwirken von E. Abbe mit C. Zeiss und O. Schott zum Inbegriff produktiver Symbiose zwischen Wissenschaft, Technik und Industrie.

Diese Entwicklung findet heute ihre moderne Entsprechung in den Forschungsprogrammen beispielsweise der Physik, der Materialwissenschaft oder den neuartigen Operationsmethoden in der Medizin. Auch hier gehen die Bemühungen der Jenaer Universität dahin, gewachsene Traditionen in moderne Forschungsstrategien umzusetzen.

Licht und Schatten Inhalt einblenden

Das 20. Jahrhundert warf mit seinen politischen Umbrüchen Licht und Schatten auf den Werdegang der Jenaer Universität. Große wissenschaftliche Entdeckungen standen der Instrumentalisierung von Wissenschaft und Lehre für Krieg und Unterdrückung gegenüber. So etablierte sich einerseits schon in den 1920er Jahren rassekundliches Ideengut an der Universität Jena, ein Prozess, der sich durch das Wirken der NS-Professoren H. F. K. Günther und K. Astel im Dritten Reich in schlimmster Weise fortsetzte. Andererseits schlossen sich Vertreter der Universität, wie z. B. J. Schaxel, dem Reformflügel zur Umgestaltung des Hochschulwesens an. Unter den Opfern des NS-Regimes finden sich ebenso politisch verfolgte Universitätsangehörige (u. a. H. Leisegang, A. Siemsen) wie auch jene, die unter Ausgrenzung und NS-Rassenpolitik zu leiden hatten (u. a. W. Peters, E. Klein).

Nach 1945 geriet die Alma Mater erneut in den Strudel politischer und ideologischer Konfrontationen. Sie sollte - spätestens seit Ende der 1950er Jahre – nun zu einer »sozialistischen Hochschule« umstrukturiert werden. Trotz dieser Entwicklung gab es in Jena auch zu dieser Zeit hervorragende Wissenschaftler und durchaus kritische Geister unter den Studenten und Hochschullehrern, die sich gegen Willkür und Diktatur in subversivem Widerstand befanden. So galt Jena in der DDR als eine Dissidenten-Hochburg. Hier wirkten als Studenten u. a. J. Fuchs, R. Jahn und L. Rathenow.

Aufbruch Inhalt einblenden

Wohl nirgendwo sonst wurden die Beschränkungen der geistigen Freiheit bedrückender empfunden als an der Universität. Deshalb demonstrierten Studenten und Professoren 1989 gemeinsam auf der Straße. Seither hat die Friedrich-Schiller-Universität Jena eine beachtliche Reformbilanz vorzuweisen. Aus den ehemaligen Sektionen entstanden zehn Fakultäten, die dem Profil einer klassischen Volluniversität entsprechen. Bis heute wurden 195 Studienangebote neu bzw. in reformierter Form eingerichtet.

Zunächst verfolgte man das Ziel, das Lehrangebot demjenigen anderer Universitäten vergleichbarer Größe anzugleichen. Heute geht es vor allem darum, das eigene Profil der Universität Jena zu schärfen.

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