Schülerin in Vorlesung

Bild und Tabu. Der gekreuzigte Gott und das Bilderverbot (TEIL 1) Bilderverbot als religiöses Tabu: Islam (TEIL 2)

Studium Generale
Schülerin in Vorlesung
Foto: Christoph Worsch (Universität Jena)
Diese Veranstaltung ist beendet.
Veranstaltung beendet
Beginn
Ende
Veranstaltungsarten
Für Externe
Für Mitarbeitende
Für Studierende
Ort
Referenten
Prof. Dr. Malte Dominik Krüger
Prof. Dr. Dr. Bertram Schmitz
Veranstalter
Veranstaltungssprache
Deutsch
Barrierefreier Zugang
nein
Öffentlich
ja

TEIL 1

„Du sollst dir kein Bildnis machen!“ Dieses unbedingte Verbot steht
für ein Tabu. Es verbietet, den einen Gott darzustellen. Gleichzeitig
werfen heute neue Funde und Erkenntnisse wieder Fragen nach
dem Bilderverbot auf. Was bedeutet es genau? Warum hat man
es aufgestellt? Und vor allem: Wie sind vor diesem Hintergrund die
ersten Christen und Christinnen dazu gekommen, in dem gekreuzigten
Jesus das persönliche Bild Gottes zu erkennen?
Für den christlichen Glauben ist dies nicht nur eine historische und
bibelwissenschaftliche Fragestellung, sondern zielt gegenwartsreligiös,
systematisch-theologisch und religionsphilosophisch auf
das Zentrum ab: Wen verehren wir warum als Gott?
Insbesondere dieser Frage, die vielleicht heute in einer weithin entkonfessionalisierten
Gesellschaft ein Tabu ist, möchte der Vortrag
nachgehen und zum Nachdenken anregen.

TEIL 2

Unter den Religionen ist die Zurückhaltung gegenüber Bildern und
gegenüber der gegenständlichen Darstellung dessen, was als
Geschöpf Gottes gilt, in höchstem Maße ausgeprägt. Diese Zurückhaltung
bezieht sich erst recht auf das, was als Gott oder Ursprung
der Religion verehrt wird. Im Vortrag wird am Beispiel des Islams
der Frage nachgegangen, wie sich eine solche Zurückhaltung
gegenüber Bildern im religiösen Raum begründet und was das
für die religiöse Praxis einerseits, für die künstlerisch gestaltende
Praxis andererseits bedeutet. Ein kurzer Blick auf hinduistische
Gegenstände als Gegenposition zeigt, welche Möglichkeiten damit
der Religionsausübung des Islams verwehrt sind, zeigt aber auch,
welche Gestaltungsformen aus diesem Grund besonders verwirklicht
werden.

Im Wintersemester 2022/2023 finden an vier Terminen jeweils zwei miteinander korrespondierende Vorträge statt.

 

Studium Generale Wintersemester 2022/23 [pdf, 777 kb]