Mutter und Kind am Lernen

Arbeiten mit Kind

Mutter und Kind am Lernen
Foto: Freepik
Mutterschutz Inhalt einblenden

Die Bestimmungen des Mutterschutzgesetzes (MuSchG) gelten für alle Frauen, die in einem Arbeitsverhältnis stehen (auch für Teilzeitbeschäftigung, geringfügige oder befristete Arbeitsverhältnisse, Auszubildende, in Heimarbeit Beschäftigte und ihnen gleichgestellte Personen sowie unter bestimmten Voraussetzungen auch Schülerinnen und Studentinnen), unabhängig von der Staatsangehörigkeit und dem Familienstand. Für befristete Verträge gilt der Mutterschutz maximal solange wie das Arbeitsverhältnis besteht.

Die gesetzlich festgelegte Schutzfrist beginnt 6 Wochen vor dem errechneten Entbindungstermin und endet 8 Wochen nach der tatsächlichen Geburt. In den 6 Wochen vor der Entbindung kann die werdende Mutter auf freiwilliger Basis weiter beschäftigt werden, dies aber jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen. In den 8 Wochen nach der Geburt des Kindes (12 Wochen bei Früh- und Mehrlingsgeburten) besteht ein absolutes Beschäftigungsverbot.

Die Universität als Vertreterin des Arbeitgebers bzw. Dienstherren hat für schwangere und stillende Mütter eine besondere Verantwortung. Daher muss der Arbeitsplatz auf mögliche Gefahren und Überforderungen für Mutter und Kind hin untersucht werden. Bestehen diese, müssen umgehend Schutzmaßnahmen ergriffen werden.

Bitte informieren Sie Ihren Vorgesetzten sowie das Personaldezernat rechtzeitig über den voraussichtlichen Entbindungstermin. So können im Vorfeld alle Fragen zu Schwangerschaft und Elternzeit frühzeitig geklärt werden. Bitte informieren Sie das Personaldezernat auch wenn sich der errechnete Entbindungstermin verändert, da dies Einfluss auf die Schutzfristen hat.

Elternzeit Inhalt einblenden

Nach der Mutterschutzfrist kann Elternzeit genommen werden. Anspruchsberechtigt sind beide Elternteile. Dabei kann die Elternzeit bis zur Vollendung des 3. Lebensjahres genommen werden (davon können bis zu 24 Monate bis zur Vollendung des 8. Lebensjahres übertragen werden).

Die Elternzeit kann ganz oder teilweise allein, gemeinsam oder abwechselnd genutzt werden. Für die Elternzeit bis zum 3. Geburtstag des Kindes bedürfen Sie keiner Zustimmung des Arbeitgebers.

Anspruchsvoraussetzungen:

  • Bestehendes Arbeitsverhältnis
  • Betreuung des eigenen Kindes (oder Kind des Ehe- oder Lebenspartners)
  • Betreuung eines Pflege- oder Adoptivkindes
  • Wenn Sie mit dem Kind in einem gemeinsamen Haushalt leben und es selbst betreuen
  • Wenn Sie nicht mehr als maximal 30 Wochenstunden arbeiten

Beantragung der Elternzeit:

Spätestens 7 Wochen vor Antritt der Elternzeit muss diese dem Arbeitgeber schriftlich (für die ersten beiden Lebensjahre) angezeigt werden. Der Arbeitgeber ist verpflichtet die Elternzeit zu bescheinigen. Wenn Sie beabsichtigen während der Elternzeit in Teilzeit zu arbeiten, sollten Sie Ihren Arbeitgeber schon bei der Anmeldung der Elternzeit darauf hinweisen. Bitte richten Sie Ihre Anträge auf dem Dienstweg an das Personaldezernat.

Elterngeld für Arbeitnehmer Inhalt einblenden

Die Anspruchsvoraussetzungen zum Elterngeld sind im Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz geregelt: Die Erwerbstätigkeit des Elterngeldbeziehers darf dabei nicht mehr als 30 Stunden pro Woche betragen.

Das Elterngeld leistet einen teilweisen finanziellen Ausgleich für Eltern, die

  • Ihr Kind nach der Geburt selbst betreuen
  • Mit dem Kind in einem gemeinsamen Haushalt leben
  • Ihre Arbeitszeit reduzieren oder unterbrechen
  • Ihren Hauptwohnsitz in Deutschland haben

Die Antragstellung ist ab Geburt (rückwirkend maximal 3 Monate) bei der zuständigen Elterngeldstelle möglich.

 

Höhe des Elterngeldes

Eltern, die ihre Arbeitszeit reduzieren oder ganz unterbrechen, erhalten Elterngeld in Höhe von durchschnittlich 65% des durchschnittlichen, bereinigten Nettoeinkommens. Das Elterngeld beträgt mindestens 300€ und maximal 1.800€. Die Mindestrate von 300€ wird unabhängig davon gezahlt, ob eine Erwerbstätigkeit vorlag.

Studierende und Auszubildende müssen ihr Studium nicht zwingend unterbrechen um Elterngeld zu beziehen. Bei Mehrkindfamilien kann sich die Elterngeldrate entsprechend um den so genannten Geschwisterbonus erhöhen. Genaueres erfahren Sie bei der zuständigen Elterngeldstelle.

 

Dauer des Elterngeldbezuges

Ein Elternteil kann maximal für 12 Monate Elterngeld beantragen. 2 zusätzliche, die so genannten Partnermonate, stehe den Eltern zur Verfügung, wenn auch der 2. Elternteil mindestens 2 Monate Elterngeld beantragt. Die Partner können die 14 Monate frei untereinander aufteilen. Ausgenommen davon sind Monate, in denen auf das Elterngeld das voll angerechnete Mutterschaftsgeld bezogen wird.

 

ElterngeldPlus

Eltern können zwischen dem BasisElterngeld und dem ElterngeldPlus wählen. Die Höhe des ElterngeldPlus wird auf der gleichen Berechnungsgrundlage wie das BasisElterngeld errechnet, beträgt jedoch höchstens die Hälfte des Basiselterngeldes ohne Teilzeit bzw. mindestens 150€. ElterngeldPlus erhalten Eltern dafür für die doppelte Zeit.

 

Elterngeld für Alleinerziehende

Alleinerziehende (bzw. Eltern deren Partner objektiv keine Elternzeit nehmen kann) können Elterngeld für 14 Monate (28 Monate ElterngeldPlus) beantragen, wenn:

  • Wenn Sie ohne den anderen Elternteil mit dem Kind in einer gemeinsamen Wohnung leben
  • Sie ihre Arbeitszeit reduzieren bzw. unterbrechen
Kindergeld Inhalt einblenden

Der Kindergeldanspruch besteht ab Geburt des Kindes und muss schriftlich bei der Familienkasse der Arbeitsagentur beantragt werden. Beschäftigte und Beamte des Landes beantragen Kindergeld bei der Familienkasse des Freistaates.

Drittmittelbeschäftigte und Mitarbeitende aus Haushaltsmitteln mit einer Beschäftigungszeit von weniger als 6 Monaten erhalten Kindergeld von der Familienkasse der Arbeitsagentur.

Für die Beantragung benötigen Sie den ausgefüllten Kindergeldantrag, die Steueridentifikationsnummer des Kindes (wird zugeschickt) sowie die Geburtsurkunde des Kindes.

Kindergeld ist steuerfreies Einkommen und beträgt monatlich 204€ für das 1. und 2. Kind, 210€ für das dritte Kind und 235€ für jedes weitere Kind. Für ein Kind kann immer nur eine Person das Kindergeld beantragen.

 

ACHTUNG: Änderung der Zuständigkeit für die Gewährung des Kindergeldes:

Die Kindergeldberechtigten erhalten vom Thüringer Landesamt für Finanzen letztmalig für den Monat September 2020 das Kindergeld zusammen mit ihren Bezügen. Das bedeutet:

  • Die Besoldungs- und Versorgungsempfänger werden die letzte Kindergeldzahlung Ende August 2020 mit der Zahlung der Bezüge für den Monat September 2020 erhalten.
  • Die Tarifbeschäftigten erhalten die letzte Kindergeldzahlung zusammen mit dem Entgelt, das für den Monat September 2020 gezahlt wird.

Ab Oktober 2020 erfolgt die Zahlung des Kindergeldes durch die Familienkasse der Bundesagentur für Arbeit. Hierfür muss kein neuer Kindergeldantrag gestellt werden.

Wenn das Kind krank ist Inhalt einblenden

Ist das eigene Kind erkrankt, kann sich der Arbeitnehmer aufgrund der Erkrankung von der Arbeit freistellen lassen. Voraussetzung dafür ist, dass das Kind das 12. Lebensjahr noch nicht vollendet hat und eine ärztliche Bescheinigung vorliegt aus der hervorgeht, dass das Kind betreut werden musste.

Sind beide Elternteile gesetzlich krankenversichert, so kann jeder Elternteil bis zu 10 Tage pro Kalenderjahr "kindkrank" geltend machen. Hat ein Elternteil bereits 10 Kindkrank-Tage geltend gemacht, so kann er sich die übrigen 10 kindkrank-Tage (nur, wenn beide Arbeitgeber zustimmen) übertragen lassen.

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