Zwei Hände

Beruf und Pflege vereinbart

Zwei Hände
Foto: rawpixel (freepik)
Freistellungsmöglichkeiten Inhalt einblenden

Grundsätzlich haben Arbeitnehmer/-innen die Möglichkeit in bestimmten Situationen ihre Arbeitszeit (soweit keine betrieblichen Gründe entgegenstehen) den individuellen Bedürfnissen entsprechend zu reduzieren (z.Bsp. im Rahmen von Teilzeitregelungen oder Sonderurlaub ohne Lohnfortzahlung). Auch Beamtinnen und Beamte haben die Möglichkeit der individuellen Arbeitszeitanpassung.

Über die konkreten Voraussetzungen der jeweiligen Arbeitszeitanpassung informiert Sie ihr Sachbearbeiter. Bitte vereinbaren Sie dazu vorab einen Termin, damit genügend Zeit für die Beratung bleibt.

 

Im Rahmen des Pflegezeitgesetzes bzw. des Familienpflegezeitgesetzes gibt es verschiedene Möglichkeiten der Arbeitszeitreduzierung bzw. Freistellung für Mitarbeitende mit Pflegeverantwortung. Einen Überblick erhalten Sie hier:

Kurzzeitige Arbeitsverhinderung (§2 PflegeZG)

In einer akut aufgetretenen Pflegesituation können nahe Angehörige insgesamt bis zu 10 Tage, ohne Ankündigungsfrist, der Arbeit fernbleiben. Diese 10 Tage sollen es Ihnen ermöglichen, eine bedarfsgerechte Pflege zu organisieren. In dieser Zeit besteht die Möglichkeit Pflegeunterstützungsgeld als Lohnersatzleistung von der Pflegekasse des nahen Angehörigen zu beantragen.

Voraussetzung ist, eine akut aufgetretene Pflegesituation bzw. die Erhöhung der Hilfsbedürftigkeit (höherer Pflegegrad). Bitte informieren Sie unverzüglich ihren Sachbearbeiter und ihren Vorgesetzten über den Grund und die voraussichtliche Dauer der Freistellung. Auf Verlangen des Arbeitgebers ist eine ärztliche Bescheinigung über die Pflegebedürftigkeit vorzulegen.


Welche konkreten Voraussetzungen erfüllt sein müssen und welche Auswirkungen eine solche Arbeitszeitanpassung für Sie bedeutet, darüber informiert Sie gern Ihre Sachbearbeiterin/ Ihr Sachbearbeiter. Bitte vereinbaren Sie dazu vorab einen Termin, damit genügend Zeit für die Beratung bleibt.

 

Pflegezeit zur Gewährung der häuslichen Pflege (§3 PflegeZG)

Mitarbeiter mit Pflegeverantwortung haben die Möglichkeit, bis zu 6 Monate ganz oder teilweise aus dem Beruf auszusteigen, um einen nahen Angehörigen in häuslicher Umgebung zu pflegen. In dieser Zeit kann beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben ein zinsloses Darlehen beantragt werden, um die Einkommensverluste abzufedern.

Auch in Fällen der außerhäuslichen Betreuung minderjähriger, pflegebedürftiger naher Angehöriger, besteht die Möglichkeit einer teilweisen oder vollständigen Freistellung.

Voraussetzung ist die Bescheinigung der Pflegekasse oder des MDK über die Pflegebedürftigkeit, sowie eine schriftliche Ankündigung über den voraussichtlichen Umfang sowie die Dauer der Freistellung. Die Maximale Freistellungsdauer sind 6 Monate. Hat der Mitarbeiter eine kürzere Freistellung gewählt, ist eine Verlängerung nur mit Zustimmung des Arbeitgebers möglich.

Wichtig: spätestens 10 Tage vor Antritt der Pflegezeit muss diese beim Arbeitgeber beantragt werden. Ab Ankündigung der Pflegezeit (maximal 12 Wochen vor dem angekündigten Beginn) bis zum Ende der Freistellung besteht Kündigungsschutz.

Welche konkreten Voraussetzungen erfüllt sein müssen und welche Auswirkungen eine solche Arbeitszeitanpassung für Sie bedeutet, darüber informiert Sie gern Ihre Sachbearbeiterin/ Ihr Sachbearbeiter. Bitte vereinbaren Sie dazu vorab einen Termin, damit genügend Zeit für die Beratung bleibt.

 

Freistellung nach dem Familienpflegezeitgesetz (FPFZG)

Um eine längere Pflegebedürftigkeit eines nahen Angehörigen in häuslicher Umgebung sicherzustellen gibt es für Mitarbeiter mit Pflegeverantwortung die Möglichkeit sich für bis zu 24 Monate teilweise freistellen zu lassen (Teilzeit mindestens 15 Stunden pro Woche).

Wie bei der Pflegezeit besteht auch während der Familienpflegezeit ein Anspruch auf ein zinsloses Darlehen beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben, um die Einkommensverluste abzufedern.

Voraussetzung ist die Bescheinigung der Pflegekasse oder des MDK über die Pflegebedürftigkeit, sowie eine schriftliche Ankündigung über den voraussichtlichen Umfang der verringerten Arbeitszeit sowie die Dauer der Freistellung. Die Maximale Freistellungsdauer sind 24 Monate. Hat der Mitarbeiter eine kürzere Freistellung gewählt, ist eine Verlängerung nur mit Zustimmung des Arbeitgebers möglich.

Wichtig: spätestens 8 Wochen vor Beginn der Familienpflegezeit muss diese beim Arbeitgeber beantragt werden. Ab Ankündigung (maximal 12 Wochen vor dem angekündigten Beginn) der Pflegezeit bis zum Ende der Freistellung besteht Kündigungsschutz.

Welche konkreten Voraussetzungen erfüllt sein müssen und welche Auswirkungen eine solche Arbeitszeitanpassung für Sie bedeutet, darüber informiert Sie gern Ihre Sachbearbeiterin/ Ihr Sachbearbeiter. Bitte vereinbaren Sie dazu vorab einen Termin, damit genügend Zeit für die Beratung bleibt.

Finanzielle Unterstützung – Ein Überblick Inhalt einblenden

Der Pflegestützpunkt (in der Goethegalerie Jena, Büroaufgang B, 2. Etage) berät Sie gern zu allen Fragen der Pflegebedürftigkeit sowie Versorgungsstrukturen und Hilfsangeboten in der Region Jena.

Abbildung Pflege Foto: In Anlehnung an: https://www.johanniter.de/dienstleistungen/pflege-und-beratung/pflege-das-sollten-sie-wissen/das-pflegestaerkungsgesetz-ii-psg-ii/
Wiedereinstieg nach der Pflegezeit Inhalt einblenden

Damit Sie als Angehörige die Pflegeaufgaben einerseits und andererseits die Anforderungen des oft hektischen, beruflichen Alltags bewältigen können, unterstützt Sie die FSU Jena Sie bei allen Fragen rund um das Thema Vereinbarkeit von Beruf und Pflege.

Neben dem Beratungsangebot durch die Pflegelotsin im Hochschul-Familienbüro JUniFamilie am Campus Ernst-Abbe-Platz halten wir im Familienbüro auch eine Vielzahl aktueller Informationsmaterialien bereit. Gern können Sie sich auch den Pflegekoffer, mit allen wichtigen Materialien kostenfrei im Familienbüro ausleihen.

Zudem bietet die FSU Jena regelmäßige Veranstaltungen für Mitarbeitende mit Pflegeaufgaben. In den einzelnen Veranstaltungen wird zu den unterschiedlichsten Fragestellungen und Themenkomplexen informiert und im Rahmen der Veranstaltung besteht die Möglichkeit sich mit anderen Betroffenen auszutauschen und zu vernetzen. 

Wenn Sie Fragen haben melden Sie sich gern bei uns.

  • Pflegelotsin der Friedrich-Schiller-Universität Jena

     Hochschul-Familienbüro, Ernst-Abbe-Platz 5, 07743 Jena
       Tel.: 03641-9-415417

Informationen rund um das Thema Pflege Inhalt einblenden
  • Internetseite des Bundesministeriums für Gesundheit

https://www.bundesgesundheitsministerium.de/service/pflegeleistungs-helfer.html
Hier finden Sie den digitalen Ratgeber für Pflegeleistungen sowie weiterführende Informationen zu Neuregelungen im Bereich des Pflegeversicherungsrechts.

  • Informationsportal Wege zur Pflege

www.wege-zur-pflege.de
Hier finden Sie umfassende Informationen rund um das Thema Pflege

  • Notfallmappe - Ich bin vorbereitet

    Die Notfallmappe [pdf, 971 kb] ist ein Angebot der berufundfamilie Service GmbH. So sind für den Notfall die wichtigsten persönlichen Unterlagen für Sie und ihre Angehörigen gut sortiert.

 

 

Das Informationsportal bietet Angehörigen, Erkrankten und Pflegenden zahlreiche Informationen rund um das Thema Demenz und ermöglicht den Austausch zwischen den Betroffenen.

Aktuelle Änderungen im Familienpflegezeitgesetz und Pflegezeitgesetz Inhalt einblenden

Um Pflege und Beruf in der Corona-Krise vereinbaren zu können, gelten bis Ende September 2020 einige entlastende Sonderregelungen.

  • Kurzzeitige Arbeitsverhinderung

In einer akuten Pflegesituation haben Beschäftigte die Möglichkeit sich für 10 Tage – ohne Ankündigungsfrist – von der Arbeit freistellen zu lassen. In dieser Zeit erhalten Sie Pflegeunterstützungsgeld von der Pflegekasse des zu Pflegenden.

Neu ist, dass Pflegende Angehörige in dem Zeitraum vom 23. Mai 2020 bis Ende September 2020 die Möglichkeit haben bis zu 20 Tage der Arbeit fernzubleiben, im Falle einer akuten Pflegesituation aufgrund der COVID-19-Pandemie.

  • Ganz oder teilweise Freistellung nach dem Pflegezeitgesetz

Das Pflegezeitgesetz ermöglicht es Beschäftigten, pflegebedürftige nahe Angehörige in häuslicher Umgebung zu pflegen und sich dafür ganz oder teilweise von der Arbeit freistellen zu lassen (bis zu 6 Monate).

Neu: aufgrund der COVID-19-Pandemie ist es möglich, mit Zustimmung des Arbeitgebers, nach beendeter Pflegezeit einmalig für die Pflege oder Betreuung desselben pflegebedürftigen Angehörigen erneut Pflegezeit zu nehmen. Die Höchstdauer darf dabei nicht überschritten werden und die Pflegezeit muss spätestens zum 30. September enden.

  • Teilweise Freistellung nach dem Familienpflegezeitgesetz

Im Rahmen der Familienpflegezeit haben Beschäftigte die Möglichkeit sich bis zu 24 Monate für die häusliche Pflege eines nahen Angehörigen teilweise freistellen zulassen.

Neu: aufgrund der COVID-19-Pandemie kann die wöchentliche Mindestarbeitszeit von 15 Stunden während der Familienpflegezeit, für längstens 1 Monat (bis 30. September 2020), unterschritten werden. Bis zum 30. September ist zudem die Ankündigungsfrist der Familienpflegezeit von 8 Wochen auf 10 Tage verkürzt.


Bei Fragen wenden Sie sich bitte direkt an den für Sie zuständigen Sachbearbeiter im Dezernat 5 - Personal.

Ansprechpartner rund um die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege Inhalt einblenden

Sie haben einen gesetzlichen Anspruch auf eine Pflegeberatung beispielweise durch die Pflegekassen oder die Pflegedienstberater der Pflegedienste. Auch der Pflegestützpunkt unterstützt Sie gern bei Ihren konkreten Fragen zu Hilfs- und Unterstützungsleistungen im Rahmen der Pflege eines nahen Angehörigen.

  • Pflegestützpunkt Jena

Hier erhalten Sie umfassende und neutrale Beratung zu allen Fragen der Pflegebedürftigkeit sowie Versorgungsstrukturen und Hilfsangeboten

Goethegalerie Jena, Goethestraße 3b, Büroaufgang B (2.Etage), 07743 Jena
Tel.: 03641-50 76 60

  • Pflegelotsin der Friedrich-Schiller-Universität Jena

Hochschul-Familienbüro, Ernst-Abbe-Platz 5, 07743 Jena
Tel.: 03641-9 415 417

Bei Fragen rund um das Thema Pflege wenden Sie sich gern an die Pflegelotsin der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Zudem können Sie sich den Pflegekoffer mit einer Vielzahl von Informationsmaterialien rund um das Thema Pflege im Hochschul-Familienbüro JUniFamilie kostenfrei und unkompliziert ausleihen.

Sie finden das Hochschul-Familienbüro JUniFamilie HIER.

 

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