Dr. Dana Schneider.

Das umgedrehte Klassenzimmer

Psychologin Dana Schneider erprobt neues Konzept in der digitalen Hochschullehre
Dr. Dana Schneider.
Foto: Anne Günther (Universität Jena)

Meldung vom: 28. Januar 2020, 08:27 Uhr | Verfasser/in: Stephan Laudien | Zur Original-Meldung

"Ziel ist es, die Studierenden zu befähigen, eine höhere Lernstufe zu er­reichen", sagt Dr. Dana Schneider vom Institut für Psychologie der Friedrich-Schiller-Uni­versität Jena. Dana Schneider ist eine von vier Preisträgerinnen des Programms "Inno­va­tionen in der digitalen Hochschullehre", das zum zweiten Mal vom Thüringer Wissen­schafts­ministerium und dem Stifterverband ausgeschrieben worden ist. Vier der acht Preise - jeweils ein Fellowship - gehen an die Universität Jena.

Aufgezeichnete Vorlesung als Arbeits­mate­rial für Studierende

Dana Schneider überzeugte mit ihrer Idee "Digitaler flipped classroom Psychologie". Im Kern geht es dabei darum, sich vom Frontalunterricht via Vorlesung zu verabschieden. Stattdessen werde eine Vorlesung aufgezeichnet und den Studierenden als Arbeits­mate­rial zur Verfügung gestellt, sagt Dana Schneider. "Die Vorlesung wird angeschaut und dann in der Seminargruppe gemeinsam diskutiert - mit dem Dozenten." So werden Prä­senzzeit und individuelles Lernen vertauscht - "flipped classroom" wird mit "umgedrehtes Klassenzimmer" übersetzt.

Eingesetzt werden soll die neue Methode zunächst in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Tho­mas Keller in der Sozialpsychologie. Dana Schneider arbeitet dort seit 2013 als wissen­schaftliche Mitarbeiterin und forscht über Empathie und Perspektivenübernahme. Letz­te­res biete Anknüpfungspunkte zu ihrem Fellowship: "Beim "flipped classroom" übernehmen die Lehrkräfte zeitweise die Perspektive der Studierenden."

Wissen vertiefen

Am Beginn ihrer Überlegungen stand Dana Schneiders Beobachtung, dass es den Studie­renden trotz allen Fleißes an vertieftem Wissen fehlte. Es habe das Prinzip für-die-Prü­fung-lernen-und-alles-wieder-vergessen überwogen. "Nun können die erlernten Modelle und Theorien gemeinsam mit den Dozenten nutzbar gemacht werden", sagt Dana Schnei­der. So sollen Defizite speziell beim Grundlagenwissen beseitigt werden. Dabei lässt sich die Methode des "flipped classroom" in anderen Fächern und den anderen Disziplinen am Institut anwenden. Es sei eine nachhaltige Methode, sagt Schneider. Sie hat diese Lehrme­thode nicht selbst erfunden, sondern erprobt und auf ihr Fach zugeschnitten. Bei der Be­werbung um das Programm "Innovationen in der digitalen Hochschullehre" stand ihr Dr. Anna Svet von der Servicestelle "LehreLernen" sowie die Akademie für Lehrentwicklung der Uni Jena zur Seite.

Im März möchte Dr. Dana Schneider ihr Fellowship beginnen. Die 37-jährige Psychologin hat 50.000 Euro zur Verfügung: für studentische Mitarbeiter und technisches Equipment. Der Gewinn im Förderprogramm hat die Jenaer Psychologin überrascht. Ihre Beschäfti­gung mit dem "flipped classroom" sei zunächst aus dem Impuls heraus erfolgt, sich selbst weiterzubilden. Nun hat die gebürtige Magdeburgerin, die in Berlin und Brisbane (Austra­lien) studiert hat, die Chance, den alltäglichen Lehrbetrieb zu verlassen und neue Wege zu probieren.

Kontakt:

Dana Schneider, Dr.
wiss. Mitarbeiterin
Telefon
+49 3641 9-45251
Raum 104
Humboldtstraße 26
07743 Jena
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