Goldglitter

Jahrgang 2019

Goldglitter
Foto: FSU Jena

Im Oktober 2019 wurden im Rahmen der Pilotphase 24 forschungsorientierte Studierende in das Honours-Programm aufgenommen. Bewerben konnten sich Studierende gemeinsam mit einer Professorin, einem Professor oder einer/einem Postdoc aus einem strukturierten Graduiertenprogramm.

Theologische Fakultät

Lena Schaefer Inhalt einblenden

Studiengang: Evangelische Theologie (Diplom)

Betreuung durch Prof. Dr. Miriam Rose

Implikationen (medizin-)ethischer Fragestellungen für die theologische Anthropologie
Im Rahmen des Honours-Programms möchte ich durch den Austausch mit weiteren forschungsorientierten Studierenden einen Einblick in die anthropologischen Perspektiven der anderen geistes- und sozialwissenschaftlichen Disziplinen gewinnen, um diese in mein eigenes Forschungsprojekt zu theologischer Anthropologie einfließen zu lassen, um so den Blick über den ,theologischen Tellerrand‘ hinaus zu weiten. Dabei interessieren mich besonders Fragestellungen im Bereich der Ethik wie das Konzept von „disease interception“, also Krankheiten schon zu behandeln, bevor sie entstehen, um so eine Revolution im Gesundheitsbereich zu erzielen; und was sich daraus für Fragen im Blick auf das menschliche Leben ergeben, wie dessen Vulnerabilität, die Frage, ob es ein Recht auf Nicht-Wissen gibt, sowie das Thema der Gerechtigkeitsproblematik. Dazu freue ich mich auf einen bereichernden Diskurs mit den Teilnehmer*innen des Honours-Programms.

Philosophische Fakultät

Leon Biela Inhalt einblenden
Leon Biela Leon Biela Foto: privat

Studiengang: Geschichte, Politikwissenschaft (B.A.)

Betreuung durch Dr. Daniel Stahl

Großbritannien und die Regulierung des Waffenhandels in der Golfregion der Zwischenkriegszeit
Anfang des 20. Jahrhunderts verfolgte Großbritannien das Ziel, den Waffenhandel in seiner Einflusssphäre einer strikteren Kontrolle zu unterwerfen und wirkte dafür sowohl auf die Einführung lokaler Kontrollpraktiken als auch auf völkerrechtliche Konventionen hin. Während dies lange als ‚humanitäre Mission‘ interpretiert wurde, versteht die aktuelle Geschichtsforschung die Waffenhandelskontrollen als Instrument der Herrschaftssicherung in den Kolonien. Doch wie lassen sich dann die umfangreichen Bemühungen Großbritanniens zur Eindämmung der Waffenzirkulation in der Golfregion erklären, die sich zwar in der britischen Einflusssphäre befand, aber wo es keine formalen britischen Kolonien gab? Ging es nur um die Verhinderung von unkontrollierten Waffenlieferungen in Richtung Indien und anderer Kolonien, wie die bisherige Forschung vermutet, oder waren andere, vor Ort verankerte Interessen entscheidend? Welche Rolle spielten der Völkerbund und die internationalen Abrüstungsanstrengungen der Zwischenkriegszeit? Und wie gingen die Bevölkerungen und Herrschenden der Golfregion mit der Waffenhandelskontrolle um? Mein Projekt will diese Fragen beantworten, indem es auf der Quellenbasis britischer Behördenakten eine erste systematische Untersuchung der Waffenzirkulation und der britischen Kontrollversuche in der Golfregion der Zwischenkriegszeit vornimmt. Es ist Teil eines Forschungsprojekts zur völkerrechtlichen Normierung des Waffenhandels am Jena Center Geschichte des 20. Jahrhunderts. Erste Ergebnisse des Projektes werden Ende 2021 im Journal of Modern European History veröffentlicht.

Louisa Kunze Inhalt einblenden

Studiengang: Literatur–Kunst–Kultur (M.A.)

Betreuung durch Prof. Dr. Caroline Rosenthal

Eine komparatistische Studie des Dekadenz-Phänomens in der europäischen und nordamerikanischen Literatur
Die Dekadenz beschreibt das Phänomen des körperlichen und/oder sozialen beziehungsweise moralischen Zerfalls. Dieser kann sowohl in Referenz auf den Niedergang einer Kultur stehen als auch auf das Individuum bezogen sein. Letzteres kennzeichnet sich durch Merkmale wie Lebensüberdruss, Lethargie, Krankheit und eine Wertschätzung von Künstlichkeit aus; häufige Figurentypen sind hier der Dandy, der Dilettant, der Flaneur, die femme fatale oder die femme fragile. In der Literatur tritt das Phänomen zuerst im Fin de Siècle auf, um im späten 20. und dann im 21. Jahrhundert als Néo- oder Postdekadenz in veränderter Form wiederzukehren.
(Wo) aber lässt sich die Dekadenz in nordamerikanischer Literatur finden? Gibt es hier Parallelen zur „europäischen“, etwa im Kontrast zwischen europäischen Stadträumen und der nordamerikanischen Wildnis? Das Projekt entwickelt anhand dieser Fragen einen interdisziplinären und komparatistischen Anspruch und möchte ergründen, wo Gemeinsamkeiten und Differenzen liegen. Im Fokus steht neben den Schlagworten Raum, Geschlecht und dem geschichtsbezogenen Kontext der Moderne besonders auch der Zerfall Österreich-Ungarns, wie er u.a. in Joseph Roths Radetzkymarsch (1932) und Liviu Rebreanus Wald der Gehenkten (1922) behandelt wird.

Physikalisch-Astronomische Fakultät

Paul Herrmann Inhalt einblenden

Studiengang: Physik (B.Sc.)

Betreuung durch Prof. Dr. Christian Spielmann

Bandstrukturrekonstruktion mittels der Erzeugung von hohen Harmonischen
In Computerprozessoren aber auch Solarzellen fließen elektrische Ströme in Halbleitermaterialien. Dabei werden im Halbleiter die Eigenschaften des Stromflusses, wie Signallaufzeit aber auch Verluste, durch dessen Bandstruktur bestimmt. Daher ist eine exakte Kenntnis der Bandstruktur von außerordentlich hoher technologischer Bedeutung, da sie eine weitere gezielte Optimierung der Halbleiterbauelemente ermöglicht. In diesem Projekt untersuche ich eine neuartige optische Methode, um die Bandstruktur zu vermessen. Dazu werden in einem Halbleiter nichtlineare Ströme durch intensive ultrakurze Laserpulse induziert. Dies führt zur Abstrahlung von Oberwellen der Frequenz des Laserlichtes (hohen Harmonischen), die detektiert werden [1]. Verändert man die Polarisation des Laserlichtes, d.h. die Richtung der induzierten Ströme, führt dies zu einer charakteristischen Modifikation der Oberwellen. Durch einen Vergleich der experimentell ermittelten Abhängigkeit der Harmonischen von der Elektronenbewegung mit quantenmechanischen Simulationen lässt sich die Bandstruktur des Materials rekonstruieren [2, 3, 4].

Literatur:
[1] S. Ghimire, et al., Nature Physics, 15, 10 (2019).
[2] G. Vampa, et al., Phys. Rev. Lett., Phys. Rev. Lett. 115, 193603 (2015).
[3] A. A. Lanin, et al., Optica, 4, 5, 516 (2017).
[4] C. Liu, et al., et al., Phys. Rev. A 93, 043806 (2016).

Sebastian Klimmer Inhalt einblenden

Studiengang: Physik (M.Sc.)

Betreuung durch Prof. Dr. Giancarlo Soavi

Ultrafast opto-electronics with atomically thin materials
Since the discovery of graphene the family of two-dimensional materials has experienced an impressive growth leading to the discovery of layered semiconductors, insulators, superconductors and ferromagnets. Among other, a peculiar advantage of 2D materials is the possibility to stack them with atomic precision into on-demand heterostructures. This approach has shown promising results towards the development of highly efficient nanoscale devices such as light emitters, photodetectors and photovoltaic cells. The first task of this project is the preparation and characterization of samples based on 2D materials and related heterostructures. We will then study the relaxation and charge transfer dynamics of these materials by means of ultrafast optical spectroscopy, aiming to a deeper understanding of their opto-electronic properties in view of potential applications in nanoscale devices.

Medizinische Fakultät

Karoline Frieda Haupt Inhalt einblenden

Studiengang: Humanmedizin (Staatsexamen)

Betreuung durch Prof. Dr. med. Bettina Löffler

Influenza A Virus and Staphylococcus aureus Co-infection
Influenza A viruses (IAV) cause highly contagious respiratory tract infections associated with a significant morbidity and mortality worldwide (Webster and Govorkova 2014). Beyond the virulence of the virus itself, bacterial superinfections are a major cause for increased mortality. Amongst the bacteria that cause superinfections, Staphylococcus aureus (S. aureus) is frequently identified (Chertow and Memoli 2013).The interplay of IAV and S. aureus in co-infection scenarios are investigated in different in vitro models. Since virulence factors of S. aureus work in a species specific mannerexperiments are performed in primary human immune cells. Here, the mechanism of Panton-Valentine leucocidin as a key toxin of S. aureus is under evaluation by using polymorphonuclear neutrophils. To investigate the effect of the co-infection on the endothelial barrier and on immune cells, we use an organ-on-a-chip model consisting of different cell types (Deinhardt-Emmer et al 2020).

Max Schubert Inhalt einblenden

Studiengang: Humanmedizin (Staatsexamen)

Betreuung durch Prof. Dr. Michael Bauer

Finding a metabolic balance in sepsis
My research interests are host defense strategies in inflammation and infections.
Living beings use different strategies to respond to stress imposed by inflammation and infection. During an infection, the infected host needs to balance its resources to combat the infection, repair damaged parenchymal organs and maintain vital functions [1, 2]. 
This balancing process needs to be tightly controlled as exaggerated deviations to one of the needs will only be possible at the costs of the others which might have detrimental consequences[3].
An infection may develop into a syndrome termed sepsis.  Sepsis is defined as life-threatening organ dysfunction caused by a dysregulated host response to infection [4]. 
A better understanding is necessary to restore the balance in septic patients. Despite advances in treatment and critical care mortality remains high to this day [5].
If you are further interested in this research topic, consider reading: https://www.the-scientist.com/features/could-tolerating-disease-be-better-than-fighting-it--65864

  1. Soares, M.P., R. Gozzelino, and S. Weis, Tissue damage control in disease tolerance. Trends Immunol, 2014. 35(10): p. 483-94.
  2. Weis, S., et al., Metabolic Adaptation Establishes Disease Tolerance to Sepsis. Cell, 2017. 169(7): p. 1263-1275 e14.
  3. Bauer, M., et al., Deterioration of Organ Function As a Hallmark in Sepsis: The Cellular Perspective. Front Immunol, 2018. 9: p. 1460.
  4. Singer, M., et al., The Third International Consensus Definitions for Sepsis and Septic Shock (Sepsis-3). JAMA, 2016. 315(8): p. 801-10.
  5. SepNet Critical Care Trials, G., Incidence of severe sepsis and septic shock in German intensive care units: the prospective, multicentre INSEP study. Intensive Care Med, 2016. 42(12): p. 1980-1989.

Fakultät für Sozial- und Verhaltenswissenschaften

Immanuel Adam Inhalt einblenden

Studiengang: Angewandte Ethik und Konfliktmanagement (M.A.)

Betreuung durch Prof. Dr. Dr. Dr. Nikolaus Knoepffler

Postmortale Organspende in Deutschland und Brasilien
Es besteht eine sehr gute Kooperation zwischen dem Lehrstuhl für Angewandte Ethik der Friedrich-Schiller-Universität Jena, an welchen ich den Masterstudiengang "Angewandte Ethik und Konfliktmanagement" studiere und dem Institut für Bioethik der medizinischen Fakultät der Universidade da Região de Joinville in Santa Catarina in Brasilien. Dank der Förderung durch das Honours-Programm erforsche ich im Rahmen eines Aufenthaltes in Brasilien die dort geltenden Regelungen und Rahmenbedingungen zur postmortalen Organspende. Zudem lerne ich dabei das brasilianische Gesundheitssystem mit seinen verschiedenen medizinischen Bereichen kennen.
Diese Erkenntnisse werde ich im Rahmen meiner Masterabeit mit den in Deutschland geltenden Positionen im Bereich der Organspende vergleichen.
Die Universität Univille (Joinville, Brasilien) hat einen Artikel über dieses Projekt veröffentlicht: https://www.univille.edu.br.

Pia Lucia Diergarten Inhalt einblenden
Pia Lucia Diergarten Pia Lucia Diergarten Foto: privat

Studiengang: Bildung–Kultur–Anthropologie (M.A.)

Betreuung durch Prof. Dr. Dr. Ralf Koerrenz

Bildung zwischen Isolation und Bindung Pädagogische Ansätze nach Lyotard
In diesem Forschungsprojekt soll die Postmoderne-Philosophie Jean-François Lyotards einmal mehr bildungstheoretisch bedacht werden. Im Zentrum der Untersuchung steht dabei das Spannungsverhältnis zwischen Pluralität und Universalität. Ein Großteil der Lyotard-Rezeption – philosophisch wie pädagogisch – nimmt Lyotards Einsatz als radikale „Differenzphilosophie“ auf, der es hauptsächlich um das Erkennen und Anerkennen von Pluralität in allen Lebensbereichen geht. Lyotards Konzeption wurde als Zeugnis für eine grundsätzlich unüberwindbare Heterogenität aufgefasst, die das Soziale bestimmt. Folglich sei auch Lyotards Konzeption einer vermittelnden Instanz, die „Übergänge“ schafft zwischen den einzelnen heterogenen Elementen, nichts anderes als der „Grundfehler“ seiner Philosophie – eine ungewollte Inkonsequenz. Dieser scheinbare Widerspruch, der sich in Lyotards „Archipel-Metapher“ äußert, steht im Fokus des Forschungsprojekts. Dabei wird das Verhältnis zwischen den beiden Aspekten der lyotardschen Philosophie, zwischen radikaler Heterogenität und verbindlicher Vermittlung, untersucht, um mögliche bildungstheoretische Konsequenzen sichtbar zu machen.

Karolin Ebmeyer Inhalt einblenden

Studiengang: Psychologie (B.Sc.)

Betreuung durch Prof. Dr. Franz Neyer

Einsamkeit und die Qualität täglicher Interaktionen in romantischen Beziehungen: Eine dyadische Datenanalyse
In meinem Projekt untersuche ich Einsamkeit – wissenschaftlich definiert als wahrgenommene Diskrepanz zwischen erwünschter und erlebter Nähe und Intimität in sozialen Beziehungen. Wie bereits herausgefunden wurde, ist Einsamkeit mit einer Hypersensitivität für soziale Bedrohungen und negativem Affekt im täglichen Leben assoziiert. Dennoch sind Einsamkeit und die begleitenden kognitiven Elemente bisher vergleichsweise wenig erforscht. Mich interessiert der Zusammenhang zwischen Einsamkeit und der möglichen Verzerrung wahrgenommener Interaktionsqualität des täglichen Lebens in romantischen Beziehungen. So untersuche ich folgende Fragen: Steht Einsamkeit im Zusammenhang mit einer negativeren selbstberichteten Qualität täglicher Interaktionen in Partnerschaften? Ist Einsamkeit assoziiert mit einer negativeren berichteten Qualität der Interaktion durch den Partner? Zuletzt untersuche ich auch die Frage nach Geschlechtsunterschieden bezüglich dieser Zusammenhänge. Meine Datengrundlage sind die Tagebuchdaten des Projektes „PASST“, welches momentan unter der Leitung von Marcus Mund und Pia Drewke an der FSU durchgeführt wird.

Madeleine Frister Inhalt einblenden

Studiengang: Kognitive Psychologie und Kognitive Neurowissenschaften (M.Sc.)

Betreuung durch Prof. Dr. Stefan Schweinberger

Der Other-„Race“-Effekt in der Gesichtserkennung
Mein Projekt beschäftigt sich mit der Erforschung der Wahrnehmung und Identifikation von Gesichtern und deren neuronalen Korrelate im menschlichen Gehirn. Im Hauptfokus steht der sogenannte other-„race“-Effekt – das Phänomen, dass Menschen sich Gesichter der eigenen ethnischen Gruppe besser einprägen und wiedererkennen als Gesichter anderer Ethnien. Im Speziellen soll untersucht werden, inwiefern durch eine Bildmanipulation von Gesichtern der eigenen Ethnie ein solcher Effekt künstlich erzeugt werden kann. Die Manipulation besteht darin, ein Set an Gesichtern auf Basis statistisch berechneter Dimensionen, welche bestimmte Gesichtsmerkmale beschreiben, zu verändern. Dabei werden im Gegensatz zu Karikaturen nicht individuelle Gesichtsmerkmale hervorgehoben, sondern bei allen Gesichtern die errechneten Dimensionen im gleichen Ausmaß verstärkt. Es wird vermutet, dass diese Art der Manipulation dazu führt, dass die Gesichter als ähnlicher zueinander wahrgenommen werden, analog zur Wahrnehmung von Gesichtern anderer Ethnien.

Johanna Jurgeleit Inhalt einblenden
Johanna Jurgeleit Johanna Jurgeleit Foto: privat

Studiengang: Angewandte Ethik und Konfliktmanagement (M.A.)

Betreuung durch Dr. Martin O'Malley

Transdisziplinäre Theorieentwicklung eines wertebasierten Entscheidungsprozesses 
Mein Forschungsprojekt konzentriert sich auf die Bedeutung von moralischen Werten für wirtschaftliches Handeln. Ziel ist es, eine Anleitung für wertebasierte Entscheidungsprozesse zu entwerfen, die konkret im Wirtschaftsbereich, aber auch in anderen Handlungsfeldern zum Tragen kommen kann. Hierfür werden Theorien aus der Ethik, zum Beispiel der von Martin O'Malley entwickelte Value Ethics Approach, mit Ansätzen aus der Praxis verbunden. Letztere sollten im Rahmen eines Praktikums bei der Firma EcoPlan International in Vancouver, Kanada, ab April 2020 kennengelernt werden. Aufgrund der weltweiten Ausbreitung des neuartigen Coronavirus musste dieses Praktikum auf unbestimmte Zeit verschoben werden. Daher dient nun meine Masterarbeit als vorerst nächster Schritt, um das theoretische Fundament des Projektes auszubauen und die Forschungsfrage zu bearbeiten, wie sich monetärer Wert und moralischer Wert miteinander vereinbaren lassen.

Clemens Klein Inhalt einblenden
Clemens Klein Clemens Klein Foto: privat

Studiengang: Bildung–Kultur–Anthropologie (M.A.)

Betreuung durch Prof. Dr. Dr. Ralf Koerrenz

Inszenierung und Urteil
In meiner Forschungsarbeit setze ich mich mit der Frage der Normativität in zeitgenössischen Bildungstheorien auseinander. Ich untersuche unter dem Begriff der Inszenierung mögliche Wechselbeziehungen von Konfliktwahrnehmung in ästhetischen, medialen wie politischen Formaten und der menschlichen Urteilskraft. Dieses Forschungsvorhaben erhofft sich ein zeitgenössisches Verständnis der menschlichen Urteilskraft bezüglicher ihrer möglichen Entwicklung und deren möglicher Veränderung innerhalb biografischer Übergangsphasen formulieren zu können. Zeitgenössisch sind dabei vor allem die Frage der Medienkompetenz in einer Gesellschaft der „Dauerkrise“ zwischen Angesprochen-Sein, Entfremdet-Sein und Überfordert-Sein.

Rico Stecher Inhalt einblenden

Studiengang: Kognitive Psychologie und Kognitive Neurowissenschaften (M.Sc.)

Betreuung durch Prof. Dr. Gyula Kovács

Machine-Learning-basierte EEG-fMRT-Fusion zur Untersuchung der spatiotemporalen Dynamik von neuronaler Identitätsverarbeitung
Ich untersuche mithilfe von Machine Learning wie unser Gehirn Identitäten verarbeitet. Ich zeige Probanden eine Vielzahl von natürlichen Bildern von Prominenten und messe dabei einmal deren Gehirnpotentiale mithilfe von Elektroenzephalografie (EEG) und einmal den Blutfluss in deren Gehirn mithilfe von funktioneller Magnetresonanztomografie (fMRT). Ich trainiere dann Machine-Learning-Algorithmen auf den EEG-Daten und auf den fMRT-Daten und lasse sie für jedes mögliche Paar aus den gezeigten Bildern vorhersagen, welche von beiden Bildern die Person bei der Messung gesehen hat. Die daraus resultierenden Vorhersagegenauigkeiten für jedes Bilderpaar ergeben Informationsmuster. Ich analysiere, an welchen Zeitpunkten im EEG und in welchen Gehirnarealen im fMRT sich diese Informationsmuster ähneln und vergleiche sie mit einem theoretischen Identitätsmodell. Dadurch kann ich darstellen, wie identitätsbezogene Information über die Zeit durch das Gehirn fließt.

Chemisch-Geowissenschaftliche Fakultät

Georg Dittmann Inhalt einblenden

Studiengang: Biogeowissenschaften (M.Sc.)

Betreuung durch Prof. Dr. Gerd Gleixner

Understanding the emergence of fairy circles in Namibia
This project investigates circular vegetation free depressions in Namibian grasslands so called “fairy circles” using biogeochemical measures. In before it is hypothesized that self-organization of vegetation, termite activity and allelochemical reason may cause this landscape patterns. In 2011, Yvette Naudé et al. hypothesized additionally that onshore gas seepage may lead to fairy circle formation. Although much discussed, a final comparative analysis of the different hypotheses has still not happened. In this project, a comparative analysis of fairy circles at different locations will be performed. Based on existing satellite images we preselected fairy circles that are emerging, disappearing and stable in time. We collected soil and soil gas to analyze the composition of volatile organic carbon and soil lipid profiles using GC-MS. The comparative analysis of our results will help to identify factors most likely connected to fairy circle formation.

References:
Naudé, Y., M. W. van Rooyen and E. R. Rohwer (2011). “Evidence for a geochemical origin of the mysterious circles in the Pro-Namib desert.” Journal of Arid Environments 75(5): 446-456.

Veronika Grupp Inhalt einblenden

Studiengang: Geoinformatik (M.Sc.)

Betreuung durch Prof. Dr. Alexander Brenning

Analyse raum-zeitlicher Trends in globalen Umweltdaten
Eine unverzichtbare Grundlage für menschliche Anpassungsstrategien ist die korrekte und empirisch belastbare Erkennung von vergangenen und vorhergesagten Veränderungen in Ökosystemen und im Klima. Im Rahmen des Honours-Programms arbeite ich mit Prof. Alexander Brenning und José Cortés (Lehrstuhl für Geoinformatik und MPI für Biogeochemie) am Problem multipler Tests bei der Analyse von Umweltdaten mit räumlicher und zeitlicher Dimension. Oftmals werden Trendtests oder Korrelationstests zunächst auf kleinräumiger Ebene durchgeführt, z.B. den Pixeln eines Satellitenbilds, wobei schnell tausende Testergebnisse zustande kommen können. Anschließend wird das vollständige Gebiet auf einen Gesamteffekt untersucht. Durch dieses Vorgehen erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, falsch positive Testergebnisse zu erhalten und daraus falsche Erkenntnisse abzuleiten. José Cortés hat in seiner Promotion bereits mögliche Lösungsansätze erarbeitet und auf einen Vegetationsindex angewendet. Ich werde mit einer weiteren Fallstudie zu globalen Temperaturanomalien oder einem anderen Vegetationsindex zur Bearbeitung dieser statistischen Herausforderung beitragen.

Nina Hagmeyer Inhalt einblenden

Studiengang: Chemie (M.Sc.)

Betreuung durch Prof. Dr. Benjamin Dietzek

ESR-Spektroskopie zur Untersuchung photoaktiver Systeme
Im Rahmen der geplanten Energiewende spielt die Nutzung von Sonnenlicht als Energiequelle zum Antrieb verschiedenster Prozesse eine zentrale Rolle. Trotz intensiver Forschung sind lichtsammelnde Systeme, die eine effiziente Umwandlung der Energie oder den Einsatz in katalytischen Prozessen erlauben, eine Seltenheit. Ein umfassendes Verständnis der entsprechenden Vorgänge auf molekularer Ebene ist daher von enormer Wichtigkeit für die Entwicklung funktionsfähiger Materialien. Das Ziel meines Projektes ist die Kombination eines optischen Aufbaus mit einem Elektronenspinresonanz (ESR) Spektrometer, um zeitaufgelöste Untersuchungen von photoinduzierten Prozessen zu erlauben, deren Ergebnisse eine wertvolle Ergänzung zu den schon bestehenden optischen Methoden in der Arbeitsgruppe „Molecular Photonics“ darstellen werden. Auf diese Weise soll ermöglicht werden, ein vollständiges Bild der in den zu untersuchenden Systemen ablaufenden Prozesse zu erhalten. Mithilfe der Informationen zu den auf einer Nanosekundenskala stattfindenden strukturellen und elektronischen Veränderungen soll außerdem ein detailliertes mechanistisches Verständnis aufgebaut werden.

Philippe René Meisinger Inhalt einblenden

Studiengang: Chemie (B.Sc.)

Betreuung durch Dr. Beemelmanns

Biosynthese von Pseudoxylallemycin
In meinem Projekt versuche ich einen Beitrag zur Aufklärung der Biosynthese von Pseudoxylallemycin zu leisten. Pseudoxylallemycin ist ein cyclisches Peptid, welches von Pseudoxyllaria, einem Pilz, der in Termitennestern vorkommen kann, produziert wird. Hierfür synthetisiere ich eine mit Deuterium markierte Vorläuferverbindung, die ich dem Pilz zufüttere und mir danach ansehe, ob und wie der Pilz die Verbindung in der Biosynthese des Endproduktes verwendet.

Anika Zorn Inhalt einblenden

Studiengang: Geographie (M.Sc.)

Betreuung durch Prof. Dr. Sebastian Henn

Klimaanpassung in Kommunen
Der Klimawandel stellt ein globales Phänomen mit lokal unterschiedlichen Folgen dar. Für viele Kommunen ist die lokal spezifische Anpassung an den Klimawandel eine Herausforderung. Vor allem Kommunen in strukturschwachen Regionen mangelt es häufig an Ressourcen wie Wissen, Personal und finanziellen Mitteln, um sich in geeigneter Weise an die Klimawandelfolgen wie beispielsweise der Zunahme von Extremwetterereignissen anzupassen. Im Rahmen einer Abschlussarbeit wird ermittelt, inwiefern in einem ausgewählten strukturschwachen Landkreis bereits ein Bewusstsein für den anthropogen verursachten Klimawandel, entsprechende Zuständigkeiten und damit Sensibilität und gegebenenfalls Akzeptanz gegenüber potentiellen Anpassungsmaßnahmen existiert. Konkret gilt es, im Rahmen einer Mediendiskursanalyse zu untersuchen, wie Extremwetterereignisse im Burgenlandkreis in der größten lokalen Tageszeitung in Hinblick auf den Klimawandel eingeordnet werden. Zu diesem Zweck werden relevante Zeitungsartikel einer softwaregestützten qualitativen Textanalyse unterzogen (Computerprogramm MAXQDA). Das Vorhaben stellt eine inhaltliche Vorarbeit zu dem vom BMBF geförderten Verbundprojekt KLIMAKONFORM dar.

Fakultät für Mathematik und Informatik

Tim Hoffmann Inhalt einblenden

Studiengang: Mathematik (M.Sc.)

Betreuung durch Prof. Dr. Ingo Althöfer

Oana-Iuliana Popescu Inhalt einblenden

Studiengang: Computer Science (M.Sc.)

Betreuung durch Prof. Dr. Joachim Denzler

Luc Nicolas Spachmann Inhalt einblenden

Studiengang: Mathematik (M.Sc.)

Betreuung durch Prof. Dr. Ingo Althöfer

Fakultät für Biowissenschaften

Tosin Aminat Odejide Inhalt einblenden

Studiengang: Mikrobiologie (M.Sc.)

Betreuung durch Dr. Matthew Agler

Wird die mikrobielle Diversität auf Blättern durch cross-feeding unterstützt?
Mikrobielle Gemeinschaften besiedeln Pflanzen und helfen, die Pflanzengesundheit zu regulieren, u.a. schützen sie die Pflanze vor Stress oder Krankheit. In den Blättern erhalten symbiotische Mikroorganismen Ressourcen von ihrem pflanzlichen Wirt. Aber diese Metabolite sind nicht sehr stabil, variieren je nach Pflanzenart, Photosynthese-Typ oder aufgrund von Infektionen. Der Austausch von Nährstoffen der Mikroorganismen untereinander („cross-feeding“) stabilisiert mikrobielle Beziehungen in derartigen Umgebungen. Auxotrophen Mikroorganismen fehlen wichtige Stoffwechselwege und deshalb müssen sie diese fehlenden Metabolite aus ihrer Umgebung aufnehmen. Krankheitserreger können die Bakterienanzahl in einem Blatt vergrößern, vermutlich indem sie die Verfügbarkeit von Nährstoffen erhöhen. Wir vermuten deshalb, dass Auxotrophe während einer Infektion einen Wachstumsvorteil haben. Im Projekt wurden bisher bakterielle Endophyten von Oberflächen-sterilisierten „kranken“ und „gesunden“ Blättern zweier Pflanzen mit verschiedenen Photosynthese-Typen isoliert und charakterisiert. Dies geschah durch taxonomische Untersuchung (16S rRNA Gene) und Wachstumstests in Medien mit und ohne Aminosäuren und Vitamine. Weiter Informationen finden Sie hier.

Kerstin Unger Inhalt einblenden

Kontakt: kerstin.unger@uni-jena.de
Studiengang: Mikrobiologie (M.Sc.)

Betreuung durch Dr. Matthew Agler

Mikrobielle Adaptionen an das pflanzliche Glucosinolat-Abwehrsystem
Das Plant Microbiosis Lab beschäftigt sich mit mikrobiellen Gemeinschaften in/auf Pflanzen. Es wird erforscht, wie sich mikrobielle Gemeinschaften auf Blättern von Modellpflanzen bilden und welche Einflussfaktoren dabei eine Rolle spielen, z.B. produzieren viele Pflanzen der Brassicaceae-Familie, u.a. die Modellpflanze Arabidopsis thaliana, Glucosinolate (umgangssprachlich: Senfölglykoside). Diese Abwehrstoffe werden durch einen Angriff von Fraßfeinden oder pathogene Mikroorganismen zu toxischen Isothiocyanaten abgebaut und schützen so die Pflanze. Im Gegenzug haben einige Mikroorganismen Anpassungsstrategien entwickelt, um die toxische Wirkung von Isothiocyanaten zu umgehen; sie sind resistent dagegen. In diesem Projekt wird der Frage nachgegangen, ob gegen Isothiocyanate resistente Mikroorganismen einen Einfluss auf die Bildung einer mikrobiellen Gemeinschaft in Blättern von Arabidopsis thaliana haben. Durch ihre Fähigkeit Isothiocyanate unschädlich zu machen, könnte anderen nicht-resistenten Mikroorganismen die Besiedelung der Pflanze erleichtert werden. Diese Eigenschaft könnte letztendlich Einfluss auf die gesamte Gemeinschaft haben.

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