Goldglitter mit der Jahreszahl 2020

Jahrgang 2020

Goldglitter mit der Jahreszahl 2020
Foto: FSU Jena

Im August 2020 wurden 68 Studierende in das Programm aufgenommen.

Digitale Eröffnungsveranstaltung des Honours-Jahrgangs 2020 Digitale Eröffnungsveranstaltung des Honours-Jahrgangs 2020 Foto: Norbert Krause

Theologische Fakultät

Maja Friederike Menzel Inhalt einblenden

Studiengang: Evangelische Religionslehre, Kunst (Lehramt Gymnasium) 

Betreuung von Prof. Dr. Michael Wermke

Ökumene und evangelischer Religionsunterricht in Siebenbürgen
Im Rahmen meines Forschungsprojekts möchte ich den Bedingungen und Potenzialen religiöser Bildung in einer konfessionell pluralen, aber spezifisch christlich geprägten Gesellschaft nachgehen. Dabei befasse ich mich mit dem evangelischen Religionsunterricht in Siebenbürgen, einer Region im geographischen Zentrum Rumäniens. Hier blickt das deutschsprachige, durch ein protestantisches Bildungsverständnis beeinflusste Schulwesen auf eine jahrhundertelange Tradition zurück, die sich bis in die Gegenwart auswirkt. Einhergehend mit der massiven Auswanderungsbewegung der deutschen evangelischen Minderheit seit der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts haben heute jedoch über 90 % der Schülerinnen und Schüler, die am evangelischen Religionsunterricht teilnehmen, eine andere Konfession – die Mehrheit gehört der rumänisch-orthodoxen Kirche an. Inwieweit diese Situation Chancen für den Dialog zwischen evangelischer und orthodoxer Kirche bereithält, oder aber die ökumenischen Beziehungen mitunter belastet – und welche Perspektiven sich für evangelischen Religionsunterricht und die Ökumene daraus ergeben - sind leitende Fragestellungen meiner Arbeit.

Philipp Oberschelp Inhalt einblenden
Philipp Oberschelp Philipp Oberschelp Foto: privat

Kontakt: philipp.oberschelp@uni-jena.de

Studiengang: Evangelische Theologie (Diplom)

Betreuung durch Prof. Dr. Christopher Spehr

Erinnerung an 100 Jahre Augsburger Religionsfrieden 1655
Der Augsburger Religionsfrieden von 1555 gilt als eine Zäsur der Reformationsepoche. Vergleichsweise zu deren Anfängen erfährt er jedoch weniger Aufmerksamkeit in der historischen Forschung und interessierten Öffentlichkeit. Mit meinem Forschungsprojekt will ich diesem Missverhältnis entgegensteuern.  Im Mittelpunkt meiner Arbeit steht daher das von Kurfürst Johann Georg I. von Sachsen ausgerufene Jubelfest 1655. Es kann Aufschluss darüber geben, wie die Menschen im Schatten des Dreißigjährigen Krieges und des Westfälischen Friedens den Augsburger Religionsfrieden bewerteten und welche Konsequenzen auf religions- sowie konfessionspolitischer Ebene gezogen wurden. Dafür untersuche ich nicht nur die Rolle des ernestinischen Herrschers Wilhelm IV. von Sachsen-Weimar, sondern betrachte auch die Jubelpredigten von u.a. Johann Hülsemann und Jacob Weller sowie die Rolle der Theologen und damaligen Universitätsrektoren Johann Ernst Gerhard den Älteren und Christian Chemnitz.

Julius Schwarz Inhalt einblenden
Julius Schwarz Julius Schwarz Foto: privat

Studiengang: Evangelische Theologie (Diplom)

Betreuung durch Prof. Dr. Hannes Bezzel

In meiner Forschungsarbeit möchte ich eine Untersuchung des forschungsgeschichtlich sehr unterschiedlich interpretierten Psalm 60 vornehmen und diesen seiner literarischen Eigenart nach würdigen. Leitend soll dabei vor allem die Frage sein, ob, und wenn ja, zu welcher Gattung sich der Psalm zuordnen lässt. Psalm 60 erscheint in seiner überlieferten Gestalt als ein Vertreter der Gattung der Volksklagepsalmen. Jedoch gibt es gewichtige Anhaltspunkte, welche nahelegen, dass der Psalm aus verschiedenen Elementen zusammengesetzt und über einen längeren Zeitraum hin erweitert und bearbeitet wurde. Dies könnte der Grund sein, weshalb er heute wie ein Volksklagepsalm erscheint. Einige Teile des Psalms legen dagegen die Vermutung nahe, dass es sich stattdessen eher um einen Geschichtspsalm handeln könnte. An diesem Punkt möchte ich mit der Forschungsarbeit ansetzen und mithilfe exegetischer Methodik nach literarischen Auffälligkeiten, Hinweisen auf die Abfassungszeit und Autorenschaft, form- sowie traditionskritischen Merkmalen fragen und diese untersuchen.

Philosophische Fakultät

Michel Braun Inhalt einblenden
Michel Braun Michel Braun Foto: privat

Studiengang: Arabistik (M.A.)

Betreuung durch Prof. Dr. Tilman Seidensticker

Regulieren was verboten ist –
Zinsen im Königreich Saudi-Arabien
In einigen Staaten mit islamischer Bevölkerungsmehrheit spielen islamische Rechtsvorschriften eine wichtige Rolle. Ein prominentes Beispiel ist das Königreich Saudi-Arabien, das Koran und Sunnah formal als seine Verfassung festgeschrieben hat. In einigen wirtschaftlich sensiblen Fragen, wie z.B. Zöllen, Versicherungen und Zinsen kommt es dabei zu Konflikten zwischen einer eher konservativen Auslegung der islamischen Quellen durch saudi-arabische Rechtsgelehrte auf der einen Seite und den Anforderungen moderner Volkswirtschaften auf der anderen Seite. Im Rahmen meines Forschungsprojekts befasse ich mich daher mit der Frage, welche Konsequenzen diese Problematik nach sich zieht und wie der saudische Gesetzgeber damit umgeht. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf dem Umgang mit Zinsen und deren Bewertung im Rahmen von Rechtsstreitigkeiten vor ordentlichen Gerichten und speziellen saudischen Schlichtungskomitees wie beispielsweise dem Komitee für die Schlichtung von Bankdisputen.

Anna Bundt Inhalt einblenden

Studiengang: Geschichte, Anglistik/Amerikanistik (Lehramt Gymnasium)

Betreuung durch PD Dr. Franziska Schedewie

Lisa Gersdorf Inhalt einblenden
Lisa Gersdorf Lisa Gersdorf Foto: privat

Studiengang: Neuere Geschichte (M.A.)

Betreuung durch Prof. Dr. Carola Dietze

Ruth Diederichs zwischen Selbst- und Fremddeutung
Biographien sind nicht nur nacherzählte Lebensgeschichten, sondern dienen auch der Erforschung verschiedener Lebenszusammenhänge einer Person und damit allgemeiner historischer Kontexte. Auf diese Weise können durch Biographien Perspektiven auf bestimmte Teile der Geschichte erweitert werden. Innerhalb eines interdisziplinären Projektseminars, das die Professorin für Neuere Geschichte Carola Dietze und der Germanist und Leiter des Schreibzentrums Peter Braun anbieten, ist für eine Gruppe Studierender Ruth Diederichs (1899-1984) ins Zentrum des Interesses gerückt. Bekannt war bisweilen ihr Name. Der Vater war der Kulturverleger Eugen Diederichs, ihre Mutter Helene Voigt-Diederichs sowie ihre Stiefmutter Lulu von Strauß und Torney-Diederichs hatten als Schriftstellerinnen Bekanntheit erlangt. Doch Ruth Diederichs blieb unbekannt – bis im Jahr 2018 ein Quellenkorpus aus dem Familienarchiv nach Jena gelangte.
Sich mit einer unbekannten (weiblichen) Person auseinanderzusetzen, bildet eine Chance für Forscher*innen sowie ein überfälliges Forschungsdesiderat zugleich. Innerhalb des Beitrags soll noch eine weitere Forschungslücke betrachtet werden: Formen des Umgangs mit psychischer Krankheit innerhalb der Gesellschaft der frühen Weimarer Republik. Dabei wird ein besonderer Fokus auf alternative Heilkonzepte gegenüber schulmedizinischen Behandlungsmethoden und dem geschlechterspezifischen Umgang mit psychischer Krankheit gelegt.

Carolin Grzenia Inhalt einblenden

Studiengang: Anglistik/Amerikanistik (M.A.)

Betreuung durch Prof. Dr. Caroline Rosenthal

Affekte und Emotionen in Climate Fiction
Steigende Meeresspiegel, schmelzende Gletscher, auftauender Permafrost – die Auswirkungen des Klimawandels auf unsere natürliche Welt sind wissenschaftlich unbestreitbar; wie beeinflusst dies jedoch unsere Gefühlswelt? Aktuelle Studien heben die emotionalen und psychologischen Dimensionen des Klimawandels hervor und verweisen dabei auf die Entstehung neuer affektiver Reaktionen angesichts der Klimaproblematik. Hierbei resultieren das weite Ausmaß und die Ungreifbarkeit des Phänomens oftmals in negativen Gemütszuständen wie „climate anxiety“, „ecological grief“ und „climate trauma“. In meinem Projekt widme ich mich literarischen Werken und deren Vermögen derartige Emotionen nicht nur zu skizzieren, sondern auch greifbarer zu machen. In diesem Sinne untersuche ich die Ausgestaltung von Affekten in englischsprachigen Romanen, welche der Strömung „climate fiction“ angehören (Literatur, die den Klimawandel porträtiert) und beleuchte dabei das Potential dieser, das Umweltbewusstsein der Rezipienten nachhaltig zu steigern.

Anja Heidemann Inhalt einblenden

Studiengang: Deutsch als Fremdsprache - Deutsch als Zweitsprache (Internationaler Master Auslandsgermanistik) (M.A.)

Betreuung durch Prof. Dr. Christine Czinglar

Der ungesteuerte Erwerb der Verbstellung von zwei jugendlichen Geflüchteten aus
Afghanistan mit geringen literalen Kompetenzen
Das Forschungsprojekt ist Teil des Projekts DaZ-UMF (Deutsch als Zweitsprache bei unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen) unter der Leitung von Frau Prof. Dr. Czinglar, Lehrstuhl für Deutsch als Fremd- und Zweitsprache an der FSU Jena.
Trotz der langjährigen Eingliederung zahlreicher Geflüchteter ins deutsche Schulsystem, gibt es kaum Studien zum Erwerb des Deutschen über diese soziale Gruppe. Der Frage nach der Effizienz der Integration von Geflüchteten in den regulären Unterricht nach teilweise einem Jahr wird in dem Projekt nachgegangen. Dazu wird der ungesteuerte Erwerb der Verbstellung im Deutschen und die Erwerbsgeschwindigkeit von zwei afghanischen jugendlichen Geflüchteten mit geringen literalen Kompetenzen untersucht.
Das auf der recht rigiden Erwerbsreihenfolge der Verbstellung basierende sprachstandsdiagnostische Instrument von Grießhaber (Profilanalyse) bildet die Grundlage für die Analyse der spontansprachlichen Daten der Probanden. Aufgrund des von der geringen Literalität bedingten langsamen Erwerbsprozesses liegt der Fokus auf den unteren Stufen (z.B. Erwerb des Finitums).

Emilia Henkel Inhalt einblenden

Kontakt: emilia.henkel@uni-jena.de

Studiengang: Geschichte und Politik des 20. Jahrhunderts (M.A.) 

Betreuung durch Dr. Franka Maubach

Jahre ohne Kinder - Der Geburteneinbruch als ostdeutsche Transformationserfahrung
In der Wendezeit brach die Geburtenrate in Ostdeutschland drastisch ein. Sie erreichte 1991 nur noch die Hälfte des Wertes von 1989 und konnte sich erst Ende der neunziger Jahre leicht erholen. Heute stellen diese „halbierten Jahrgänge“ ostdeutsche Regionen vor große Probleme, beispielsweise in Thüringen, wo nach jahrelangen Einstellungsstopps allein innerhalb der nächsten fünf Jahre 20% der Lehrenden in Rente gehen werden. Wie kein anderes Bild veranschaulicht die abstürzende Kurve der ostdeutschen Geburten pro Frau Aspekte des Umbruchs nach dem Ende der DDR, die in der bisherigen Forschung vernachlässigt wurden: Zum einen lässt sich an dem Geburteneinbruch zeigen, wie langfristig die Brüche der 90er Jahre die ostdeutsche Gesellschaft noch prägen werden. Zum anderen verdeutlicht der demografische Schock, wie tief  die sogenannte Wende selbst in die intimsten Lebensbereiche der Menschen in der ehemaligen DDR einschnitt, und damit weit mehr war als ein politischer und wirtschaftlicher Systemwechsel. In meinem Forschungsprojekt im Rahmen des Honours-Programmes möchte ich deshalb den Geburteneinbruch zu Beginn der 90er Jahre in als Ausgangspunkt nutzen, um eine neue erfahrungsgeschichtliche Perspektive auf die postsozialistischen Transformation zu entwickeln, die die ostdeutsche Gegenwart miteinbezieht. Wie wirkten sich die gesellschaftlichen Dynamiken des Systemwechsels auf die Familienplanung einzelner Menschen aus und wie wirken sich wiederum die Geburtenzahlen bis heute auf die Gesellschaft aus? 

Amandus Hopfgarten Inhalt einblenden
Amandus Hopfgarten Amandus Hopfgarten Foto: privat

Kontakt: amandus.hopfgarten@uni-jena.de 

Studiengang: Anglistik/Amerikanistik, Germanistische Literaturwissenschaft (B.A.) 

Betreuung durch Prof. Dr. Stefan Matuschek

Tierallegorie oder Tierrechtsplädo-yer? Aktuelle Leserperspektiven auf (meta-phorische) Tierdarstel-lungen in kanonischen literarischen Texten des 20. Jahrhunderts
Nie zuvor gab es einen so lebendigen öffentlichen Diskurs über tierethische Belange wie in der heutigen Zeit: Es steigt nicht nur die Zahl der Vegetarier*innen und Veganer*innen in Deutschland und vielen anderen Ländern stetig; auch auf dem Buchmarkt zeigt sich ein deutlicher Trend bei fleischfreien Kochbüchern wie bei Sachbüchern über das Mensch-Tier-Verhältnis gleichermaßen. Immer mehr Menschen, so meint man, reflektieren ihr Verhältnis zu nichtmenschlichen Tieren. Doch wie wirken sich diese Entwicklungen auf das individuelle Literaturverständnis heutiger Leser aus? Dieses Forschungsprojekt geht der Frage nach, ob und inwiefern die kontemporäre gesellschaftliche Sensibilisierung für Tierwohl neue Perspektiven der Rezeption jener literarischen Texte eröffnet, die in einer allegorischen Interpretationstradition stehen, deren Tierprotagonisten also üblicherweise als Metaphern für menschliche Akteure, politische Entitäten o.ä. gedeutet wurden und werden. Es sollen beispielhaft Kafkas „Ein Bericht für eine Akademie“ sowie Orwells Animal Farm (Farm der Tiere) für Leserinterviews herangezogen werden, um an aktuelle Forschung innerhalb der Literary Animal Studies anknüpfend Hypothesen zu entwickeln.

Maximilian Huschke Inhalt einblenden
Maximilian Huschke Maximilian Huschke Foto: privat

Studiengang: Philosophie (M.A.)

Betreuung durch Univ.-Prof. Dr. Andrea Marlen Esser

Die "Ästhetische Theorie" als kritische Theorie der Kunst. Zu Kant und Adorno 
Zentrales Anliegen des Forschungsprojektes ist es, herauszuarbeiten, auf welche Weise Theodor W. Adorno in seiner Ästhetischen Theorie Immanuel Kants Theorem des "interesselosen Wohlgefallens" produktiv aufnimmt und weiterentwickelt. Daran soll modellhaft erarbeitet werden, wie er Historisches und Systematisches in philosophischen Überlegungen vermittelt. Die leitende Perspektive dabei ist, das spezifische Vorgehen der Ästhetischen Theorie und ihre besondere Form der Kant-Rezeption unter den Einsichten der "kritischen Theorie" zu rekonstruieren. Diesen entsprechend rezipiert Adorno auch das Denken der Klassischen deutschen Philosophie und bemüht sich unter der These eines "Wahrheitskerns" um dessen produktive Neuaneignung. Mit einem hierzu nötigen geschichtsphilosophischen wie gesellschaftstheoretischen Problembewusstsein demonstriert diese Rezeptionsweise, wie ein systematischer Umgang mit Theorien der Tradition gelingen kann, ohne die zeitgenössischen Konstellationen, in denen die wiederangeeigneten Theorien ihrerseits stehen, zu verkennen, sondern vielmehr "eingreifend" in diesen Verhältnissen zu wirken.

Marco Krüger Inhalt einblenden

Studiengang: Mittelalterstudien (M.A.)

Betreuung durch Prof. Dr. Uwe Schirmer

Kommunikative Praxis und regionale Vernetzung eines Gutsdorfes im 16./17. Jahrhundert
Mein Projekt möchte die Kommunikations- und Mobilitätsstrukturen einer ländlichen Gemeinde Nordthüringens im späten 16. und frühen 17. Jahrhundert untersuchen. In Zeiten vor Internet, Telefon oder Fernseher waren face-to-face-Kontakte und briefliche Kommunikation die primären Medien des Austauschs zwischen Menschen. Untersucht werden soll die Mobilität der dörflichen Bevölkerung (Anlass, Frequenz, Entfernung, Fortbewegungsmittel), wobei ein Fokus auf den verschiedenen sozialen Gruppen liegt. Daneben interessiert mich, wie das Dorf wirtschaftlich, politisch und auch sozial mit der Umgebung verflochten war und welche kommunikativen Tätigkeiten in den unterschiedlichen Bereichen nachzuweisen sind. Zudem soll versucht werden den Einfluss überregionaler Entwicklungen auf das dörfliche Leben, insbesondere bei Kommunikation und Mobilität, zu betrachten. Dies betrifft etwa vormoderne Globalisierungsprozesse, an denen auch diese "kleinen" Akteure z. B. über Waren teilhatten, oder großen politisch-militärischen Konflikte wie den Dreißigjährigen Krieg.

Annalena Lohfelder Inhalt einblenden
Annalena Lohfelder Annalena Lohfelder Foto: privat

Studiengang: Germanistische Sprachwissenschaft (M.A.)

Betreuung durch PD Dr. Barbara Aehnlich

"Wer schwanger ist, der/die kommt hierher." Eine Untersuchung des Pronomens wer im Kontext sprachlicher Gleichberechtigung.
Im öffentlichen Diskurs wird das generische Maskulinum im Zuge sprachlicher Gleichberechtigung zunehmend vermieden (Studierende oder StudentInnen statt Studenten). Doch nicht nur im Bereich von Nomen gilt es zu diskutieren, inwiefern weibliche Referenten "mitgemeint“ sind.
So wird das Relativpronomen wer in Grammatiken meist als genusneutral verstanden. Doch spätestens folgender Satz, welcher sich explizit auf Referentinnen bezieht, verdeutlicht das maskuline Genus des Pronomens: Wer schwanger ist, der/*die kommt hierher! Die Linguistin Karin Pittner geht Mitte der 1990er Jahre davon aus, dass das Sprachgefühl der meisten SprecherInnen eine Verwendung der femininen Proform die nicht zulässt, und nutzt diese Erkenntnis als Gegenargument zur Genusneutralität. In meinem Forschungsprojekt untersuche ich aktuelles Sprachmaterial und gehe der Frage nach, ob der Sprachgebrauch mittlerweile ein höheres Maß an Flexibilität und somit auch feminine Formen im Falle explizit weiblicher Referenten zulässt. Außerdem sollen Formulierungsalternativen erarbeitet und diskutiert werden.

Marcel J. Paul Inhalt einblenden
Marcel J. Paul Marcel J. Paul Foto: privat

Studiengang: Geschichte, Deutsch (Lehramt Gymnasium)

Betreuung durch Prof. Dr. Timo Stickler

Der armenische Eunuch Chrysaphius und seine zeitgenös-sische geschlechtsspezifische Be-trachtung wie politische Bedeutung im oströmischen Reich
Einer der wichtigsten politischen Akteure in Konstantinopel im 5. Jahrhundert war, sowohl durch sein Geschlecht als auch durch seine geographische Herkunft, ein deutlicher Außenseiter: Der armenische Eunuch Chrysaphius agierte zwar als einer der wichtigsten Strippenzieher am Hof Theodosius’ II. (408 – 450 n. Chr.), wurde aber aufgrund der Zugehörigkeit zum sogenannten »dritten Geschlecht«, seiner orientalischen Heimat und seiner wenig angesehenen Position als Oberkämmerer am Hof sozial ausgegrenzt; die zeitgenössischen Autoren gestalten von ihm ein durch und durch negatives Bild, das von Stereotypen durchzogen ist.
Das Forschungsprojekt hat zum Ziel, am Fall des Chrysaphius beispielhaft nachzuzeichnen, welche spezifischen Möglichkeiten Hofeunuchen besaßen und welche Mittel sie anwandten, um ihre Interessen durchzusetzen. Zugleich sollen Grenzen aufgezeigt werden, die ihren Machtausbau einschränkten. Darüber hinaus werden die Quellenbilder einer eingehenden geschlechtergeschichtlichen Untersuchung unterzogen, um so die Konstruktion von Stereotypen über Personen des "dritten Geschlechtes" zu verstehen.

Alexandra Treder Inhalt einblenden
Alexandra Treder Alexandra Treder Foto: Vicente Alfonso Sánchez

Studiengang: Deutsch als Fremdsprache - Deutsch als Zweitsprache (Internationaler Master Auslandsgermanistik) (M.A.) 

Betreuung durch Prof. Dr. Michael Schart

Befähigung angehender Deutsch-als-Zweitsprache-Lehrkräfte zur Vermittlung interkultureller Kompetenz - eine Fallstudie
Die Gesellschaft, in der wir leben, ist heterogen. Dies ist keine neue Erkenntnis, jedoch wird sie durch die zunehmende Globalisierung und Migrationsbewegungen der letzten Jahre immer deutlicher. Die Forderung der Entwicklung interkultureller Kompetenz auch unter Jugendlichen ist mittlerweile unabdingbar, wenn wir in einer inklusiven Gesellschaft leben wollen, in der die Würde eines jeden Menschen unantastbar ist. Neben sprachlichen Zielen umfassen die Bildungsstandards und Lehrpläne in Deutschland auch interkulturelle Lernziele. Um diese zu erreichen, ist es notwendig, dass Fremdsprachenlehrkräfte in der Lage sind, ihre Schülerinnen und Schüler interkulturell zu sensibilisieren. In diesem Forschungsprojekt wird sich daher im Rahmen einer Fallstudie im Lehramtsdrittfach Deutsch als Zweitsprache der Friedrich-Schiller-Universität Jena mit der Befähigung angehender DaZ-Lehrkräfte zur Vermittlung interkultureller Kompetenz beschäftigt. Ziel ist es, Möglichkeiten ebendieser Befähigung aufzuzeigen, auf eventuelle Diskrepanzen zwischen Anforderungen, Curriculum, Seminarplanung und subjektiver Wahrnehmung bzgl. der Kompetenzen von Studierenden aufmerksam zu machen und damit einen Beitrag zur Professionalisierungsforschung zu leisten.

Niklas Unterdörfel Inhalt einblenden

Studiengang: Geschichte, Klassische Archäologie (B.A.)

Betreuung durch Dr. Christoph Klose

Kartierung der topographischen Studien Friedrich Wilhelm und Ernst Schmidts zum römischen Rheinland
Im Rahmen der wissenschaftlichen Aufarbeitung des Akademischen Münzkabinetts der Universität Jena zielt dieses Projekt auf eine topographische Untersuchung der Teilsammlung Schmidt. Die Gebrüder Friedrich Wilhelm (gest. 1844) und Ernst Schmidt (gest. 1877) vermachten dem Großherzoglichen Gymnasium Weimar postum eine über 4300 Exemplare große Sammlung griechischer und römischer Münzen, welche heute den größten Teil des Akademischen Münzkabinetts ausmacht. 
Das Projekt macht es sich zur Aufgabe, die archäologischen und topographischen Studien der Gebrüder Schmidt in den provinzialrömischen Regionen Deutschlands (sowie einiger Nachbarländer) unter numismatischen Gesichtspunkten erstmals aufzuarbeiten. Die Münzfunde werden im Anschluss lokalisiert und mit dem Open-Source-Programm QGIS in einen virtuellen Kartenbestand eingepflegt.
Mittels dieses Projekts sollen neue Erkenntnisse zur Provenienz der Münzen des Akademischen Münzkabinetts der Universität Jena gewonnen werden, um die sammlungsgeschichtliche Institutionalisierung des 19. Jahrhunderts am Beispiel Jena aufzuzeigen.

Monika Urbich Inhalt einblenden
Monika Urbich Monika Urbich Foto: privat

Kontakt: monika.christa.urbich@uni-jena.de

Studiengang: Neuere Geschichte (M.A.)

Betreuung durch Prof. Dr. Carola Dietze

Die Schriftstellerin Lulu von Strauß und Torney im Kontext des Jenaer Verlagshauses Eugen Diederichs 1916-1930: Zur intellektuellen Bio-grafie einer konservativen Dich-terin zwischen Jugendbewegung und Nationalsozialismus
Im Rahmen eines interdisziplinären Projektseminars der Neueren Geschichte (Prof. Dr. Carola Dietze) und der Germanistik (Dr. habil. Peter Braun) entsteht gegenwärtig eine Biografie der Jenaer Verleger-tochter Ruth Diederichs. Im Zentrum meiner Arbeit steht ihre Stiefmutter, die Schriftstellerin Lulu von Strauß und Torney (1873-1956). Sie war seit 1916 bis zu seinem Tod 1930 mit dem Verleger Eugen Diederichs verheiratet und verkörperte ein "stilles" Zentrum der kulturellen Kreise um diesen Verlag. Zugleich bildet sie einige der vielfältigen ideengeschichtlichen Kreuzungswege des Ereignisraums Jena um 1900 und danach in noch nicht hinreichend erforschter Weise in personam ab. Das vorliegende Projekt untersucht anhand des Zeitraums zwischen 1916 und 1930 die familiäre Position und intellektuelle Rolle von Lulu von Strauß und Torney in den schwierigen Verhältnissen des großen Jenaer Verlagshauses und besonders in Bezug auf die Stieftochter Ruth Diederichs.

Elia Joël Weber Inhalt einblenden
Elia Joël Weber Elia Joël Weber Foto: privat

Studiengang: Indogermanistik (M.A.) 

Betreuung durch Prof. Dr. Martin Joachim Kümmel

Sprachkontakt zwischen antiken indogermanischen Sprachen unter Einbezug antiker DNA
Da, wo Sprachen aufeinandertreffen und sich gegenseitig beeinflussen, können deren Sprecher genetisches Erbgut austauschen, das – auch wenn es Jahrtausende alt ist – dank neuester Fortschritte in der Gentechnik ausgewertet werden kann. Es bleibt jedoch zu bedenken, dass die DNA einer Person keinesfalls mit deren Sprache oder Kultur zusammenhängen muss. Die Entwicklung komplexerer Modelle, die einen realistischen Vergleich zwischen linguistischen und genetischen Daten erlauben, steht noch aus. Idealerweise wird dabei aus linguistischen und genetischen Daten der zeitliche und geographische Rahmen sprachlicher Kontaktphänomene erschließbar.
Mein Projekt zielt primär darauf ab, bisher weniger erforschte Sprachkontakte zwischen alten indogermanischen Sprachen anhand des linguistischen und genetischen Materials kritisch zu evaluieren. In meiner Masterarbeit werde ich die Ursprünge des altgriechischen Suffixes -άδ- anhand der Sprachen Altanatoliens erforschen. Darin möchte ich feststellen, ob ein anatolisches Suffix -at- ins Altgriechische entlehnt werden konnte.

Irene Weiß Inhalt einblenden
Irene Weiß Irene Weiß Foto: privat

Studiengang: Interkulturelle Personalentwicklung und Kommunikationsmanagement (M.A.)

Betreuung durch Prof. Dr. Xun Luo

Eine interkulturelle Überarbeitung des Forschungsbereiches "Ostasiatisches Konfliktmanagement“
Der Forschungsbereich des Konfliktmanagements mit Fokus auf den ostasiatischen Kulturraum gewinnt immer mehr an Relevanz. Durch die Globalisierung, die Wichtigkeit des asiatischen Marktes, sowie den heutigen Trend des internationalen Arbeitens und der Diversität steigt das Interesse, ostasiatisches Verhalten näher zu erforschen. Vor allem die kulturell bedingten Konflikte, die über Erfolge und Misserfolge in der Zusammenarbeit entscheiden, stehen dabei im Mittelpunkt der Untersuchungen. Das ostasiatische Konfliktmanagement ist ein bislang wenig entwickelter Forschungsbereich und gekennzeichnet von westlichen Ansichten und Forschungsperspektiven. Damit einhergehend besteht die Gefahr der Stereotypisierung.
Im Rahmen des Forschungsprojektes gehe ich der Hypothese nach, dass der Forschungsbereich des ostasiatischen Konfliktmanagements für den weiteren Ausbau eine interkulturelle Perspektive benötigt, welche in der kulturvergleichenden Forschung an Prominenz gewonnen hat.

Physikalisch-Astronomische Fakultät

Oliver Dubnack Inhalt einblenden
Oliver Dubnack Oliver Dubnack Foto: privat

Studiengang: Werkstoffwissenschaft (M.Sc.)

Betreuung durch Prof. Dr. -Ing. Frank A. Müller

"Ultradünne Schichten - Unbegrenztes Potential" - Synthese kristalliner Oxidmonolagen
Sowohl die Herstellung als auch die Charakterisierung atomar dünner Schichten haben in den letzten Jahren zunehmend wissenschaftliche Bedeutung erlangt. Die Vielzahl außergewöhnlicher Eigenschaften, welche sich infolge der annähernd zweidimensionalen räumlichen Ausrichtung eines auf einige wenige Atomlagen reduzierten Kristalls ergibt, eröffnet den Zugang zu breit gefächerten Anwendungen. Demzufolge erscheint die Ausweitung der Erzeugung technologisch relevanter Materialien minimaler Dicke auf verschiedene anorganisch-nichtmetallische Werkstoffe vielversprechend.
Im Rahmen der geplanten Forschungsarbeiten wird das Verfahren der Pulsed Laser Deposition zur Herstellung von Dünnfilmen atomarer Dimension an einer ausgewählten Perowskitstruktur untersucht. Anschließend sollen Heterostrukturen, die einerseits auf laminierten Schichten unterschiedlicher Zusammensetzung, andererseits auf gegeneinander verdrehten Schichten gleicher Zusammensetzung basieren, analysiert werden. Die sich einstellenden Materialkombinationen bieten das Potential für die Erforschung physikalischer Grenzflächenphänomene und optoelektronischer Eigenschaften, welche sich zur Entwicklung multifunktionaler elektronischer Applikationen eignen.

Florian Funke Inhalt einblenden
Florian Funke Florian Funke Foto: privat

Studiengang: Physik (B.Sc.)

Betreuung durch Prof. Dr. Dr. h.c. Gerhard G. Paulus

Nanoskalige Materialidentifizierung von lateral strukturierten Monolagen mittels XUV Kohärenztomographie
Die Omnipräsenz von elektronischen Geräten in unserem heutigen Alltag wäre undenkbar ohne integrierte Halbleiter-schaltungen im Nanometer-Bereich. In modernen Fertigungsverfahren werden mittlerweile einatomige Schichten besonderer Materialien (sogenannte Monolagen) verwendet, die allerdings zum Schutz vor Umwelteinflüssen unter bestimmten Gläsern (z.B. SiO2) vergraben werden müssen.
In diesem Projekt beschäftige ich mich mit einem laborbasierten, dreidimensional bildgebenden optischen Verfahren, welches zerstörungsfrei nanoskalige Auflösungen ebensolcher Proben ermöglicht, ohne dabei auf Teilchenbeschleuniger angewiesen zu sein. Es basiert auf der sogenannten optischen Kohärenztomographie, einem interferometrischen Bildgebungsverfahren, das die Kohärenzeigenschaften einer breitbandigen Strahlungsquelle nutzt, um das Tiefenprofil einer Probe aus dem reflektierten Mess-Signal zu bestimmen. Mit sichtbarem Licht ist dies bereits eine bewährte Methode, die in den technisch herausfordernden extrem ultravioletten (kurzwelligeren) Spektralbereich übertragen wurde, um erheblich höhere Auflösungen zu erreichen. Meine Aufgabe wird es sein, den Anwendungsbereich dieses Verfahrens bezüglich des Materialkontrasts speziell gefertigter Monolagen weiter zu untersuchen.

Ke Li Inhalt einblenden
Ke Li Ke Li Foto: privat

Studiengang: Photonics (M.Sc.) 

Betreuung durch Prof. Dr. rer. nat. habil. Andreas Tünnermann

Auf dem Weg zum 3D-Single-Shot-Scannen mit synthetischen Daten und Deep Learning
Strukturierte Beleuchtung (SLI) ist eine beliebte Technik zur kontaktlosen 3D-Formmessung, die in der Industrie weit verbreitet ist. Unter den vielen SLI-Mustern sind die Phasenverschiebenden, kombiniert mit Gray-Code-Mustern, die robustesten, wenn es um Materialvariation, Rauschen und Umgebungslichtpegel geht. Obwohl die phasenverschiebende 3D-Rekonstruktionstechnik eine 3D-Form mit sehr hoher räumlicher Auflösung erzeugen könnte, schränkt die Menge der Projektionsmuster die zeitliche Auflösung stark ein. Mit Hilfe von tiefen neuronalen Netzen wie dem Perceptual Style Transfer Network könnten wir die Anzahl der Projektionsmuster von 30-40 Bildern auf nur ein Bild reduzieren, was die Anwendung der 3D-Sensorik für viele Hochgeschwindigkeits-prozesse eröffnen wird. Darüber hinaus verwenden wir eine physikalisch basierte 3D-Rendering-Methode, um umfassende Trainingsdaten für ein datenintensives, aber robustes 3D Scanning Deep Learning Modell mit nur einem Bild zu erzeugen.

Julian Späthe Inhalt einblenden

Studiengang: Physik (B.Sc.) 

Betreuung durch Dr. rer. nat. Matthias Kübel

Messung der carrier-envelope phase (CEP) von ultrakurzen Laserpulsen im mittleren IR
Ein ultrakurzer Laserpuls lässt sich mathematisch als Produkt einer einhüllenden Funktion (envelope) und einer Trägerschwingung (carrier) beschreiben. Die CEP ist die Phase der Trägerschwingung am Maximum der Einhüllenden und beschreibt die präzise Pulsform, welche die Wechselwirkung von intensivem Laserlicht mit Materie beeinflusst. Im übergeordneten Projekt soll die CEP genutzt werden, um einfache chemische Reaktionen in der Gasphase mittels intensiven Femtosekunden-Laserpulsen im mittleren Infrarot zu steuern. Die Messung der CEP ist also essenzieller Bestandteil des Projekts.
Um die CEP zu messen, bedarf es der Anwendung nichtlinearer optischer Effekte, um sog. Hohe Harmonische (ganzzahlige Frequenzvielfache des ursprünglichen Pulses) zu erzeugen und zur Überlappung zu bringen.
Meine Aufgaben sind sowohl die Mitarbeit an den Messungen und die Verbesserung des Aufbaus als auch die Entwicklung einer Messsoftware für das verwendete Spektrometer, um aus dem gemessenen Spektrum die CEP zu bestimmen. Das Ziel ist es, so die CEP jedes einzelnen Laserpulses zu erfassen, d.h. mit einer Frequenz von 1kHz.

Felix Wechsler Inhalt einblenden
Felix Wechsler Felix Wechsler Foto: privat

Studiengang: Photonics (M.Sc.) 

Betreuung durch Prof. Dr. Rainer Heintzmann

Mikroskopie Dekonvolution mit "Julia"
Wenn ein Mikroskop inkohärentes Licht von Objekten aufnimmt, so ist das aufgenommene Bild immer verwischt. Die mathematische Beschreibung dieser Verwischung ist eine Faltung der Punktspreizfunktion mit dem Objekt. Letztere charakterisiert die optische Abbildung einer Punktlichtquelle mit einem Mikroskop. Dekonvolution (Entfaltung) ist die algorithmische Umkehr der Verwischung, welche somit ein schärferes Bild erzeugt. Leider ist das Problem schlecht konditioniert und kann somit nicht direkt gelöst werden.
In unserem Forschungsprojekt entwickeln wir ein Framework, welches Dekonvolution als Optimierungsproblem interpretiert. Wir benutzen die neuartige Programmiersprache „Julia“, welche schnelle abstrakte Entwicklung und die Benutzung von modernen Konzepten wie Automatischer Differenzierung erlaubt.

Weitere Informationen: https://github.com/roflmaostc/DeconvOptim.jl

Medizinische Fakultät

Micha Banz Inhalt einblenden

Studiengang: Humanmedizin (Staatsexamen), Molecular Medicine (M.Sc.)

Betreuung durch Prof. Ignacio Rubio

Identifikation kleiner GTPasen in der endothelialen Dysfunktion 
Die Durchlässigkeit der Blutgefäße ist eng kontrollierten, molekularen Regulationsmechanismen unterworfen. Im Falle von örtlichen Entzündungen reagiert der menschliche Organismus mit einer erhöhten Durchlässigkeit der Endothelien, um den Übergang von Botenstoffen und Immunzellen aus dem Kreislauf ins Gewebe, an den Ort des Entzündungsgeschehens, zu ermöglichen. Bei systemischen Entzündungserkrankungen wie der Sepsis, sind diese Mechanismen empfindlich gestört. Die Folge ist eine Volumenumverteilung aus den Blutgefäßen in das Gewebe, was zu einem Blutdruckabfall und im schlimmsten Falle zum Multiorganversagen führt.
In der Fachliteratur ist die Familie der kleinen GTPasen (sog. molekulare Schalter) als Mediatoren der Zell-Zell Kontakte und damit auch der endothelialen Integrität assoziiert. In diesem Projekt möchten wir die Familie der kleinen GTPasen mit radioaktiven Isotopen metabolisch markieren. Nach einer simulierten Entzündung in vitro (in Zellkultur) können wir mithilfe der zweidimensionalen Gelelektrophorese die Hauptmediatoren der kleinen GTPasen an der endothelialen Dysfunktion identifizieren und quantifizieren. Durch die Identifizierung der involvierten GTPasen lassen sich mittelfristig neue Eingriffsmöglichkeiten zur Bekämpfung der Inflammations-assoziierten Endothel-Dysfunktion entwickeln.

Leopold Böhm Inhalt einblenden
Leopold Böhm Leopold Böhm Foto: privat

Studiengang: Humanmedizin (Staatsexamen),  Molecular Medicine (M.Sc.)

Betreuung durch Prof. Dr. Helen Morrison

Das periphere Nervensystem und hematopoietische Stammzell-alterung
Im Knochenmark von adulten Menschen und Mäusen befinden sich blutbildende Stammzellen, welche kontinuierlich durch lösliche Faktoren und direkten Kontakt mit anderen Zellen ihrer Nische reguliert werden. Während des Alterns führen Stammzell-intrinsische und -extrinsische Veränderungen dazu, dass die blutbildenden Stammzellen ihrer Aufgabe, ein intaktes Blutsystem hervorzubringen, nicht mehr gerecht werden können. Alte Individuen haben daher generell ein anfälligeres Immunsystem und ein höheres Risiko für Anämien. In meiner wissenschaftlichen Arbeit beschäftige ich mich damit, wie das periphere Nervensystem im Knochenmark die Funktion der hämatopoetischen Stammzellen beeinflusst und wie sich die Beziehung zwischen Nervensystem und blutbildendem System während des Alterungsprozesses verändert.

(Böhm, L., Helbing, D., Oraha, N. and Morrison, H., 2020. The peripheral nervous system in hematopoietic stem cell aging. Mechanisms of Ageing and Development, 191, p.111329.)

Dario-Lucas Helbing Inhalt einblenden
Dario-Lucas Helbing Dario-Lucas Helbing Foto: privat

Studiengang: Humanmedizin (Staatsexamen)

Betreuung durch Prof. Reinhard Bauer

Untersuchung der Immunzellen des Gehirns nach einem Schlaganfall
In Deutschland erleiden jährlich ca. 250.000 Patienten einen Schlag-anfall, mit zum Teil verheerenden Langzeitfolgen. In Anbetracht des demographischen Wandels wird diese Zahl in Zukunft insbesondere in den westlichen Nationen, wie Deutschland, noch zunehmen. Therapeutische Optionen beschränken sich aktuell noch insbesondere auf frühe Interventionen (Thrombolyse, Thrombektomie), um neuronales Gewebe vor dem Untergang zu bewahren. Dies liegt darin begründet, dass die komplexen inflammatorischen Vorgänge und Zell-Zell-Interaktionen zwischen den Neuronen, den residenten Immunzellen des Zentralen Nervensystems, den Mikroglia und anderen Zelltypen, nach einem Schlaganfall, noch unzureichend verstanden sind. Insbesondere sind die Signalkaskaden und Proteinnetzwerke, welche sich im zeitlichen Verlauf verändern, bisher nur in Ansätzen charakterisiert.
Daher werden wir mithilfe eines experimentellen Schlaganfallmodells in Mäusen und unterschiedlichen experimentellen Ansätzen (z.B. genetisch veränderte Mäuse, mit einer das Immunsystem stimulierenden Substanz vorbehandelten Mäusen), versuchen zu verstehen, inwiefern die natürlichen Immunzellen des Gehirns, die sogenannte "Mikroglia“, zu den pathologischen Prozessen nach einem Schlaganfall beiträgt. Diese speziellen Zellen werden aus den Mäusehirnen isoliert und anschließend mittels Massenspektrometrie analysiert. Mittels detaillierter bioinformatischer Charakterisierung der zu erhebenden, mehrdimensionalen Proteom-Datensätze, werden wir die Aktivierung und Funktionen von Mikroglia-Zellen nach einem experimentell induzierten Schlaganfall herausarbeiten können. Wir erwarten neue Erkenntnisse darüber, ob und wie die verschiedenen Interventionen regulierten Signalwege ggf. bei Schlaganfall-Behandlungen genutzt werden können.

Klara Luise Metzner Inhalt einblenden

Kontakt: klara.metzner@uni-jena.de

Studiengang: Moleculare Medicine (M.Sc.)

Betreuung durch PD Dr. med. Julian Grosskreutz

Hautbiopsien als neuartiger Ansatz in der Erforschung neurodegenerativer Erkrankungen
Neurodegenerative Erkrankungen, wie beispielsweise die Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) und die Hereditäre Spastische Paraplegie (HSP), sind charakterisiert durch einen zunehmenden Verlust der Motoneuronfunktion. Motoneurone innervieren die Muskulatur des Körpers und sind daher für dessen Bewegung notwendig. Patienten, die an einer solchen Krankheit leiden, zeigen demzufolge partielle Lähmungen und Spastiken, je nachdem welches Motoneuron betroffen ist. Ein Teil der molekularen Grundlage dieser Erkrankungen besteht in der Destabilisation von Bestandteilen des Cytoskeletts – dem inneren Skelett der Zellen, in diesem Fall der Nervenzellen. Die Ursachen für die Veränderungen in der Motoneuronstruktur sind nicht vollständig verstanden. Ein neuartiger Ansatz ist die Analyse von menschlichen Hautbiopsien. Durch die nicht-invasive Art des Eingriffs wäre diese Methode für den klinischen Einsatz anwendbar. Zusätzlich zu krankheitsbezogenen Unterschieden zeigen initiale Untersuchungen alters- und geschlechtsabhängige Korrelationen bezüglich der Verteilung von Cytoskelett-komponenten, die in diesem Projekt zu beweisen sind.

Fakultät für Sozial- und Verhaltenswissenschaften

Amina Aissaoui Inhalt einblenden
Amina Aissaoui Amina Aissaoui Foto: privat

Kontakt: amina.aissaoui@uni-jena.de

Studiengang: Psychologie (B.Sc.) 

Betreuung durch Dr. Marcus Mund

Einsamkeit und Feindseligkeit
Einsamkeit ist die subjektive Diskrepanz zwischen dem erwünschten und dem aktuell wahrgenommenen Ausmaß an Nähe und Intimität in sozialen Beziehungen. Sie stellt nicht nur eine Bedrohung für den gesundheitlichen Zustand dar, sondern beeinflusst darüber hinaus eine Vielzahl von Faktoren wie Schlaf, Partnerschaftszufriedenheit, soziale Wahrnehmung, Verhalten, Freundschaft und vieles mehr.
Feindseligkeit beinhaltet sowohl kognitive und affektive als auch behaviorale Komponenten, wie unter anderem feindselige Absichten und verbale und physische Aggression. Verbindungen zwischen den beiden Phänomenen wurden in früheren Publikationen bereits vermutet; sie legen einen bidirektionalen Zusammenhang zwischen Einsamkeit und Feindseligkeit nahe.
Über das Honours-Programm möchte ich diesen Forschungsstrang weiterführen und mithilfe bereits existierender Datensätze die Beziehung zwischen Einsamkeit und verschiedenen Facetten der Feindseligkeit weiter erforschen.

Rieke Borges Inhalt einblenden
Rieke Borges Rieke Borges Foto: privat

Studiengang: Soziologie (M.A.) 

Betreuung durch Prof. Dr. Sylka Scholz

Ostdeutschland re:visited – Intersektionale Perspektive auf die "sächsische Provinz"
Ostdeutsche ländliche Räume gelten als Symbol für gegenwärtige Schrumpfungs- und Entdemokratisierungsprozesse. Neben der populären Darstellung dieser Räume als Krisenorte findet eine differenzierte Analyse ländlicher Räume weniger Beachtung – obwohl das Leben insbesondere in Ostdeutschland vor allem kleinstädtisch und ländlich geprägt ist. Mit meinem Forschungsprojekt möchte ich diesen einseitig geführten Diskurs kritisch reflektieren und darüber hinaus eine intersektionale Perspektive auf den Wohn- und Lebensraum im ländlichen Ostdeutschland stark machen. Dafür werde ich Interviews mit bisher marginalisierten und ungehörten Stimmen führen: mit migrantischen und BIPoC Jugendlichen aus der "sächsischen Provinz". Wie erleben sie ihren Wohn- und Lebensraum? Erfahren sie (räumliche) Segregation? Wie gehen sie mit Arbeitslosigkeit/Immobilität/rassistischer Gewalt um? Anhand ihrer Erzählungen frage ich danach, welche räumlichen Spezifika und gesellschaftlichen Machtstrukturen das Leben der Jugendlichen im ländlichen Sachsen prägen und wie sie sich indes dennoch Frei_Räume erschaffen.

Melissa Büttner Inhalt einblenden
Melissa Büttner Melissa Büttner Foto: privat

Studiengang: Soziologie (M.A) 

Betreuung durch Dr. Dennis Eversberg

Sozial-ökologische Mobilitätsmentalitäten
Unsere Mobilität ist für einen erheblichen Teil unserer CO2-Emissionen verantwortlich, weshalb die Forderungen nach einer Verkehrswende immer lauter werden, doch scheint sich auf politischer Ebene kaum etwas zu verändern.
In meiner Masterarbeit werde ich der Frage nachgehen, welche Einstellungen, Vorstellungswelten und Praxismuster (kurz: Mentalitäten) bezüglich Mobilität und Nachhaltigkeit in Deutschland existieren. Die grundlegende Idee ist, dass die aktuellen Mobilitätsmentalitäten stark mit der Verfügbarkeit und Nutzung fossiler Brennstoffe zusammenhängen. Deshalb wird in einer historischen Analyse zunächst skizziert, wie sich die Mobilität durch das Aufkommen fossiler Brennstoffe veränderte und inwiefern damit die Grundlage unserer heutigen "fossilen Mobilitätsmentalitäten“ gelegt wurde. Anhand einer Clusteranalyse mit repräsentativen Daten über Einstellungen und Praxis der Mobilität wird dann herausgearbeitet, welche aktuellen Mobilitätsmentalitäten in Deutschland vorherrschen. Von Interesse ist dabei, welche sozialen Gruppen und deren Mentalitäten bereits heute richtungsweisend für zukünftige postfossile Mobilität seien können und welche Mentalitäten eine eher konservative, stark fossile Prägung aufweisen.

Alexia Dalski Inhalt einblenden

Studiengang: Psychologie (M.Sc.)

Betreuung durch PhD Géza Ambrus

Analyse neuronaler Repräsentationen
In meinem Forschungsprojekt beschäftige ich mich damit, wie unser Gehirn Sprache und inhaltliche Bedeutung verarbeitet. Hierbei arbeite ich mit Elektroencephalogrammen (EEG). Den Versuchspersonen werden eine Reihe von Dingen in verschiedenen Modalitäten präsentiert. Obwohl die Präsentation unterschiedlich ist, bleibt jedoch die inhaltliche Bedeutung bestehen, da ansonsten unsere Kommunikation kaum funktionieren könnte. Aus diesem Grund untersuche ich, ob die hervorgerufenen EEG-Signale ebenfalls Gemeinsamkeiten haben. Diese Gemeinsamkeiten in der neuronalen Repräsentation können nur mit Hilfe sehr aufwendiger statistischer Methoden ermittelt werden. Somit ist mein Forschungsprojekt im Honours-Programm, betreut von Dr. Géza Ambrus, an der Schnittstelle zwischen biologischer Psychologie und Datenwissenschaften.
In der Zukunft möchte ich mich weiterhin damit auseinandersetzen, wie neuronale Repräsentationen entstehen und wie diese miteinander zusammenhängen. Hierbei bin ich besonders an der Frage interessiert, ob und wie es auf neurologischer Basis möglich ist nachzuvollziehen, was wir als "menschlich” wahrnehmen.

Pauline Endler Inhalt einblenden
Pauline Endler Pauline Endler Foto: privat

Studiengang: Psychologie (B.Sc.)

Betreuung durch apl. Prof. Dr. Karina Weichold

Positive Jugendentwicklung (PYD)  und die soziale Mediennutzung während der Corona-Pandemie
Unzweifelhaft ist die aktuelle Corona-Pandemie global ein historisch einzigartiges Beispiel für einen umfassenden gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und sozialen Wandel, die mit einem besonders rasanten Einschnitt in das Leben Aller, so auch der Schüler*innen, einhergeht. Durch die massive Einschränkung des Alltagslebens und des "social distancing“ sind soziale Netzwerke nahezu die einzige Möglichkeit, um soziale Kontakte aufrechtzuerhalten und nicht zuletzt, um Online-Angebote des „Homeschoolings“ wahrzunehmen. Die geplante Studie zielt darauf ab, die Effekte dieser gesellschaftlichen Ausnahmesituation, verbunden mit Schulschließungen, Homeschooling oder Kontaktverboten, auf die psychosoziale Anpassung von Jugendlichen zu untersuchen. Im Besonderen möchte ich den Einfluss und die Rolle der sozialen Medien auf die positive Entwicklung, aber auch auf die mentale Gesundheit der Jugendlichen  beleuchten. Bereits kurz vor der Pandemie (Herbst/Winter 2019/20) wurde eine Befragung mit 790 Jugendlichen zu einer Bandbreite verschiedener psychologischer und sozialer Faktoren durchgeführt, welche jetzt als Längsschnittstudie weitergeführt wird.

Julia Freitag Inhalt einblenden

Kontakt: julia.fischer@uni-jena.de

Studiengang: Psychologie (B.Sc.) 

Betreuung durch Dr. Marcus Mund

Die Entwicklung von Freundschaften und sozialen Wahrnehmungen
In meinem Honours-Projekt untersuche ich, wie Freundschaften und soziale Netzwerke entstehen, wie sich die Einschätzung verschiedener für das Sozialleben relevanter Personeneigenschaften dabei verändert und welche psychologischen Mechanismen dem zugrunde liegen.
Hierzu führe ich in Zusammenarbeit mit Forschenden an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, der Ruhr-Universität Bochum und der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster die fünfmonatige Tagebuchstudie „MEET“ durch, in der Studierende des ersten Semesters wiederholt zu ihrem entstehenden sozialen Netzwerk an der Universität und ihrer Einschätzung von sich selbst und ihren Kommiliton*innen befragt werden.

Aaron Korn Inhalt einblenden

Studiengang: Soziologie (M.A.) 

Betreuung durch Prof. Dr. Sylka Scholz

Vanessa Leisner Inhalt einblenden
Vanessa Leisner Vanessa Leisner Foto: privat

Studiengang: Angewandte Ethik und Konfliktmanagement (M.A.)

Betreuung durch Dr. Christian Knüpfer

The Impact of Organizational Culture on Responsible AI Utilization – Purpose, Principles, and Values as Competitive Advantage?
Fortschritte auf dem Gebiet Künstlicher Intelligenz (KI) haben mit spektakulärer Geschwindigkeit Einzug in unser tägliches Leben gehalten. Experten sind davon überzeugt, dass Organisationen aus allen Bereichen KI-Lösungen bereits für ihre Produkte oder Dienstleistungen verwenden oder bald verwenden werden. Die Gesellschaft fordert verstärkt eine verantwortungsvolle Herangehensweise an das Design und die Nutzung der jeweiligen Systeme. Organisationen stehen deshalb der Herausforderung gegenüber, wie sie diese Forderung in ihren KI-Systemen widerspiegeln können. Seit neuestem wird der potentiell positive Einfluss bestimmter Elemente der Kultur einer Organisation (d.h. zum Beispiel ihre Werte, Prinzipien, oder ihr Zweck) auf verantwortungsvolle(s) KI-Design und -Nutzung innerhalb der Forschung hervorgehoben. Mein Projekt greift diese Überlegung auf und versucht darzulegen ob, und wenn ja, warum das für verantwortungsbewusste KI-Nutzung zutreffend ist. Außerdem versucht es zu zeigen, dass sich die Kultur einer Organisation in diesem Kontext als ein Wettbewerbsvorteil erweisen kann.

Clemens Lindner Inhalt einblenden
Clemens Lindner Clemens Lindner Foto: privat

Studiengang: Psychologie (M.Sc.)

Betreuung durch Prof.- Dr. Thomas Kessler

Die Determinanten von Vorurteilen
Der Schwerpunkt meines Forschungsprojektes besteht darin, die angenommenen Determinanten von Vorurteilen zweier theoretischer Perspektiven zu untersuchen. Die sozialpsychologische Vorurteilsforschung ist seit Jahrzehnten geprägt von der Kontroverse, ob Vorurteile durch eine bestimmte Persönlichkeit oder durch (Inter-)Gruppenprozesse erklärt werden können bzw. müssen. Während der Persönlichkeitsansatz also interindividuelle Unterschiede betont, d.h. Menschen mit bestimmten Persönlichkeits-merkmalen mehr zu Vorurteilen neigen und andere ohne diese Merkmale offen und tolerant sind, betont der Gruppenprozess-Ansatz den sozialen Kontext von Vorurteilen als ein soziales und dynamisches Phänomen. Vorurteile müssen demnach also in dem jeweiligen Gruppenkontext verstanden werden, der die Vorurteile eines Menschen als Gruppenmitglied vermittelt. Am Lehrstuhl für Sozialpsychologie führen wir eine mehrwellige Studie durch, um die Annahmen und Vorhersagen beider Ansätze gegeneinander zu testen. Diese soll uns weitere Erkenntnisse über die intraindividuelle Stabilität und Variation von Vorurteilen liefern und somit ein Phänomen besser zu verstehen helfen, das für Intergruppenbeziehungen und gesellschaftliches Zusammenleben von großer Relevanz ist.

Alina Oschwald Inhalt einblenden
Alina Oschwald Alina Oschwald Foto: privat

Studiengang: Psychologie (M.Sc.)

Betreuung durch Dr. Julia Dietrich

Welche Merkmale von Unterrichtsqualität steigern die situationale Motivation von Studierenden?
Die Motivation von Lernenden variiert erheblich von Moment zu Moment und wird von Lernsituationsmerkmalen mitbestimmt. Zu diesen Situationsmerkmalen zählen beispielsweise die Anwendungsrelevanz des Unterrichts, die Instruktionsqualität und der Enthusiasmus der Lehrperson. Einen wesentlichen Stellenwert nimmt daher die Lehrperson, ihr didaktisches Vorgehen und ihre Unterrichts-gestaltung ein. Die Studie Momentane Motivation (MOMO) beschäftigt sich mit situationalen Unterschieden im Lehrenden-verhalten und wie diese die Motivation von Studierenden in einer konkreten Situation vorhersagen kann. Dazu wurden Studierende mehrmals pro Vorlesungssitzung über zehn Wochen hinweg zu ihrer Motivation befragt. Zeitgleich wurden Videoaufzeichnungen der Dozentin angefertigt und qualitativ ausgewertet. Die Untersuchung soll einen Beitrag zur Ergründung relevanter Kontextfaktoren für die Entstehung und Aufrechterhaltung von Motivation liefern.

Charlotte Raithel Inhalt einblenden

Studiengang: Psychologie (B.Sc.)

Betreuung durch Dr. Marcus Mund

Einsamkeit und Traumqualität/-inhalt
Thema meines Projekts soll der Zusammenhang von Einsamkeit mit Schlaf und Traum sein. Da Schlaf ein essentieller Bestandteil eines gesunden Lebens und Voraussetzung für ein hohes Funktionsniveau ist, halte ich es für ein wichtiges und lebensnahes Forschungsthema. Bisherige Studien haben einen Zusammenhang zwischen Einsamkeit und geringerer subjektiver Schlafqualität gezeigt, unbekannt ist bisher jedoch, wie und ob Einsamkeit mit Träumen zusammenhängt.
In meinem geplanten Forschungsprojekt möchte ich deshalb den Zusammenhang zwischen Einsamkeit und Traumqualität und -inhalt im Rahmen einer Tagebuchstudie untersuchen. Dabei werden über kurze Fragebögen täglich die Einsamkeit, Schlafqualität und Trauminhalte erfasst. Die grundlegende Fragestellung ist, ob einsamere Menschen öfter von anderen Personen träumen und so z.B. die wahrgenommenen Defizite in ihren sozialen Beziehungen "kompensieren“. Darüber hinaus möchte ich untersuchen, wie sich die wahrgenommene Schlafqualität in Abhängigkeit von der Ausprägung von Einsamkeit unterscheidet und das Erleben am Tag beeinflusst.

Lena-Emilia Schenker Inhalt einblenden
Lena-Emilia Schenker Lena-Emilia Schenker Foto: privat

Studiengang: Psychologie (B.Sc.) 

Betreuung durch Dr. Jennifer A. Bellingtier

Entstehung von Einstellungen zum Alter bei Kindern
Altersdiskriminierung beschreibt negative Einstellungen, Gefühle und Verhaltensweisen gegenüber Personen aufgrund deren Alter, von denen meist ältere Erwachsene betroffen sind. Diese Einstellungen können älteren Erwachsenen schaden und Vorstellungen über das eigene Altern beeinflussen, wenn sie internalisiert werden, was zu negativen psychischen und körperlichen Auswirkungen auf die Gesundheit führen kann. Deswegen ist es maßgebend, die Entstehung solcher Alterseinstellungen zu verstehen.
Aufgrund der aktuellen Pandemie steigt die Präsenz der Themen Alter und ältere Menschen im Leben aller Menschen. Dadurch ist es möglich, dass sich Meinungen und Einstellungen zum Alter ändern, was unter anderem beeinflussen könnte, was Eltern ihren Kindern zum Thema Altern vermitteln. Mithilfe einer Online Umfrage werde ich untersuchen, ob die Pandemie einen Einfluss auf negative Altersstereotype bei Eltern und deren Erziehungsmethoden in Bezug auf Einstellungen zum Altern hat.

Isabelle Schilka Inhalt einblenden
Isabelle Schilka Isabelle Schilka Foto: privat

Studiengang: Kommunikationswissenschaft, Psychologie (B.A.)

Betreuung durch Univ.-Prof. Dr. Ines Engelmann

Konstruktiven Journalismus besser verstehen
Tagesaktueller Journalismus ist problemzentriert, so dass die Darstellung politischer und gesellschaftlicher Probleme häufig einem Negativitätsbias unterliegt. Bürger*innen nehmen die politische und gesellschaftliche Realität dadurch negativer wahr, als sie ist. Dies kann einerseits die Themenverdrossenheit bei Bürger*innen fördern, aber auch ihr politisch-gesellschaftliches Engagement schwächen. Konstruktiver Journalismus kann dagegen positive Auswirkungen auf Bürger*innen und Gesellschaft haben. Er greift Techniken der positiven Psychologie auf und bleibt nicht bei der Problemzentrierung stehen, sondern bietet zusätzlich Lösungen für identifizierte Probleme an. Dies könnte kurzfristig das Wohlbefinden der Rezipient*innen und langfristig das gesellschaftliche Zusammenleben fördern. Derzeit gibt es in der journalistischen Praxis keinen Konsens darüber, was konstruktiven Journalismus konkret ausmacht. Auch in der Wissenschaft besteht keine Einigkeit über die Merkmale, die konstruktiven Journalismus kennzeichnen. Diese Forschungslücke wird im Forschungsprojekt aufgegriffen. Erstens werden in einer systematischen Literaturrecherche Merkmale des konstruktiven Journalismus herausgearbeitet. Zweitens wird in einer Inhaltsanalyse untersucht, welche Merkmale des konstruktiven Journalismus in der Berufspraxis eine Rolle spielen. Durch die Verknüpfung beider Analyseschritte soll das Konzept des konstruktiven Journalismus theoretisch weiter ausgearbeitet werden.

Leoni Schlender Inhalt einblenden
Leoni Schlender Leoni Schlender Foto: privat

Studiengang: Soziologie (M.A.)

Betreuung durch Post-Doc Fabricio Rodríguez

Eine explorative Untersuchung feministischer Epistemologien und ihrer Wirkweisen in Chile und Argentinien
Feministische Bewegungen in Chile und Argentinien haben in den letzten Jahren globales Aufsehen erregt: 2019 protestierten in Chile über Monate hinweg Tausende gegen die neoliberale Ausrichtung des politischen Systems und für eine feministische und plurinationale Verfassungs-änderung. In Argentinien wird seit Jahren mit massiven Demonstra-tionen für legale Abtreibungen und gegen Femizide gekämpft. In beiden Fällen kam es zu bislang wenig untersuchten, breit aufge-stellten Mobilisierungen, an denen sich queere Aktivist_innen genauso wie ökologische und indigene Gruppen beteiligten.
Im Rahmen des Honours-Programms werde ich anhand von teilnehmenden Beobachtungen an Online-Veranstaltungen sowie qualitativen Interviews mit Aktivist_innen und Wissenschaftler_innen folgender Frage nachgehen:
Welche Epistemologien liegen den feministischen Bewegungen in Chile und Argentinien zu Grunde, mit denen es ihnen gelingt, diverse Subjektivitäten und breite Bevölkerungsteile anzusprechen und politisch zu mobilisieren?

Dorothea Schmitt Inhalt einblenden
Dorothea Schmitt Dorothea Schmitt Foto: privat

Studiengang: Psychologie (B.A.) 

Betreuung durch Prof. Dr. Gabriele Wilz

Pilotstudie: "Individualisierte Musik für Menschen mit Demenz in der häuslichen Versorgung“
Das Hören von Musik, die eine persönliche Bedeutung hat, kann zu einer außergewöhnlich positiven Reaktion bei Menschen mit Demenz (MmD) führen. So konnte die vom GKV-Spitzenverband der Pflege- und Krankenkassen geförderte Studie "Individualisierte Musik für Menschen mit Demenz“ der Abteilung Klinisch-psychologische Intervention zeigen, dass das Hören individualisierter Musik bei MmD, die im Pflegeheim leben, positive Reaktionen wie z.B. rhythmische Bewegungen, Summen, Mitsingen und Lächeln auslösen kann. Auch zeigte sich, dass die Musikintervention bei den Beteiligten auf eine hohe Akzeptanz traf und erfolgreich in Pflegeheimen implementiert werden kann.
Mein Projekt umfasst die Mitarbeit bei der Planung, Durchführung und Auswertung einer Pilotstudie der Arbeitsgruppe um Frau Prof. Wilz, in der die Musikintervention nun in der häuslichen Versorgung untersucht werden soll. Ziel dieser Pilotstudie ist die Untersuchung der Durchführbarkeit von Hausbesuchen, dem individualisierten Musikhören und der Akzeptanz täglich auszufüllender Assessments in diesem Setting. Die Ergebnisse dieser Pilotstudie fließen in ein geplantes groß angelegtes Forschungsprojekt der Abteilung ein, in welchem die Verbesserung der Lebensqualität von MmD, eine Erhöhung des Wohlbefindens ihrer pflegenden Angehörigen sowie die Verbesserung der Interaktion zwischen ihnen durch den Einsatz individualisierter Musikinterventionen in der häuslichen Versorgung erzielt werden soll.

Louise Wagner Inhalt einblenden
Louise Wagner Louise Wagner Foto: privat

Studiengang: Soziologie (M.A.)

Betreuung durch Dr. rer. pol. Anne Tittor 

Die Erde terraformen: Wie Geoengineering alles verändert damit alles gleich bleibt
Als Geoengineering werden großangelegte intentionale Eingriffe in Ökosysteme mittels Technologien verstanden, anhand derer der Anstieg der globalen Temperatur abgebremst werden soll. Es werden drei Eingriffsmodi unterschieden:  Carbon Dioxide Removal, Solar Radiation Management und Weather Modifications.
Trotz zahlreichen bekannten (und ebenso zahlreichen unbekannten) negativen Auswirkungen auf ökologischer, politischer und sozialer Ebene, wird Geoengineering dennoch weiterhin als legitime Herangehensweise für die Abmilderung des Klimawandels diskutiert. Ich werde mich mit den Gründen hierfür beschäftigen und Geoengineering zum einen unter dem Begriff spatio-temporal fix diskutieren. Zum anderen werde ich den Wandel innerhalb von sozialwissenschaftlichen Diskursen besprechen, die für eine stärkere Beschäftigung mit den Potentialen von Geoengineering argumentieren. Hier interessieren mich Argumente, die aus einer kritischen sozialwissenschaftlichen Position für Geoengineering sprechen und erklären könnten, warum auch aus dieser Perspektive trotzdem an den Vorhaben festgehalten wird.

Franziska Wiest Inhalt einblenden
Franziska Wiest Franziska Wiest Foto: privat

Studiengang: Soziologie (M.A.)

Betreuung durch Prof. Dr. Sylka Scholz

Die Erb*innengesellschaft. Mächtige Erbinnen? Geld, Verantwortung und Demokratie
Wie Thomas Piketty (2013) in seiner bahnbrechenden Analyse über das Kapital im 21. Jahrhundert darstellt, leben wir in Zeiten wachsender ökonomischer und sozialer Ungleichheit. Das grundlegende Versprechen liberaler Gesellschaften von Chancengleichheit und der Möglichkeit des sozialen Aufstieges erfüllt sich für einen Großteil der Weltbevölkerung nicht. Im Zuge eines Strukturwandels des Wohlfahrtsstaats baut sich der Handlungs- und Gestaltungsspielraum von vermögenden Menschen in Deutschland immer weiter aus. Dabei ist über das Vermögen der Deutschen wenig bekannt. Zumindest, wenn es um große Vermögen geht, die sich vor allem in Erbschaften konzentrieren und zunehmend in Stiftungen verwaltet und eingesetzt werden.
Vor diesem Hintergrund untersuche ich die Verhältnisse von Macht, Geld, Verantwortung und Demokratie anhand von problemzentrieten Interviews mit Erbinnen. Da Frauen de facto erst seit vier Jahrzehnten über ihr Erbe selbstbestimmt verfügen können und historisch einen anderen Umgang mit Geld, Macht und Verantwortung lernen mussten, stellt sich die Frage, inwiefern sich hier ein Wandel im Umgang mit dem Erbe vollzieht. Wie wird das Thema Macht und Verantwortung von (philantropischen) Erbinnen diskutiert? Führt philantropisches Engagement gar zu einem Bruch mit dem Erbe? Welche Auswirkungen hat dies auf einen demokratischen Sozialstaat, in dem immer mehr Aufgabenbereiche von privaten Stiftungen übernommen werden?

Chemisch-Geowissenschaftliche Fakultät

Jakob Bruhnke Inhalt einblenden
Jakob Bruhnke Jakob Bruhnke Foto: privat

Studiengang: Chemie (B.Sc.)

Betreuung durch Prof. Stefanie Gräfe

Asymmetrien und Spinkorrelation in XUV-induzierter Ionisationsdynamik
Das Verhalten von Elektronen ist von zentraler Bedeutung in allen Bereichen der Naturwissenschaft-en: man denke nur an die Emission von elektromagnetischer Strahlung oder auch an licht-induzierte Reaktionen in unserem Alltag, wie die Photosynthese. Seit ca. 20 Jahren ist es nun möglich so kurze Laserpulse (mit Halbwertsbreiten im Attosekundenbereich) im Labor zu erzeugen, dass Elektronenbe-wegung zeitaufgelöst beobachtet werden kann. So konnte experimen-tell gezeigt werden, dass beim Ionizationsprozess in Mehrelek-tronensystemen die Emission des Elektrons aufgrund von Elektronen-korrelationseffekten zeitlich verzögert ist. Von aktuellem Interesse ist daher die theoretische Beschreibung dieser Ionizationsprozesse in größeren Systemen. Diese gestaltet sich jedoch aufgrund der Komplexität der korrelierten Elektronenbewegung als herausfordernd. In meinem Projekt simuliere ich die korrelierte Ionizationsdynamik eines Modellsystems. Hierbei werden mitunter Photoelektronenspektren – die Impulsverteilung vom emittierten Elektron – berechnet und untersucht, ob sich in diesen Spuren der Elektronenkorrelation sowie Kern-Elektron-Korrelation wiederfindet. Im Anschluss werde ich die Ionizationsdynamik in Hinblick auf Spinkorrelation untersuchen.

Jonathan Hammer Inhalt einblenden
Jonathan Hammer Jonathan Hammer Foto: Franziska Barth

Studiengang: Biogeowissenschaften (M.Sc.)

Betreuung durch Dr. Torsten Schubert

Austausch von Nährstoffen und Vitamin B12 zwischen einer marinen Mikroalge und einem heterotrophen Bakterium
Die mikroskopisch kleine, einzellige Meeresalge Emiliania huxleyi ist Teil des marinen Phytoplanktons, welches für etwa die Hälfte der weltweiten Photosyntheseleistung verantwortlich ist und somit erheblich zur Fixierung von Kohlenstoffdioxid aus der Atmosphäre beiträgt. Wie viele andere Algen auch, benötigt E. huxleyi für die Synthese essenzieller Zellbausteine das Cobalt-enthaltende Vitamin B12, ist selbst jedoch nicht in der Lage B12 zu produzieren. In diesem Projekt wird die Rolle des Bakteriums Phaeobacter inhibens, welches in enger Assoziation mit E. huxleyi lebt, bei der Versorgung der Alge mit B12 untersucht. Unter anderem soll ermittelt werden, inwiefern kleine organische Verbindungen, so genannte Osmolyte, die aus den Algenzellen freigesetzt werden und den Bakterien als Wachstumssubstrate dienen, die B12-Produktion durch P. inhibens stimulieren und ob die geringen Mengen an Cobalt im Meerwasser hierfür einen limitierenden Faktor darstellen.

Kira Herwig Inhalt einblenden

Studiengang: Chemische Biologie (M.Sc.)

Betreuung durch Dr. Nico Ueberschaar

Analytik von humanen Milch-Oligosacchariden mit Ionen-Mobilitäts Spektrometrie gekoppelt mit Massenspektrometrie
Humane Milch-Oligosaccharide (HMOS) kommen neben Laktose, Lipiden und Proteinen in Muttermilch vor. Sie gelangen unverdaut in den Magen-Darm-Trakt von Säuglingen, wo sie das Wachstum von nützlichen Bakterien fördern und gleichzeitig die Adhäsion pathogener Bakterien, Pilze und Viren hemmen. Die probiotischen und immunmodulierenden Aktivitäten der HMOS hängen maßgeblich von deren Struktur ab.
Nach der Untersuchung der antimikrobiellen Aktivität der aus Muttermilch gewonnenen Saccharidfraktionen gegen verschiedene pathogene Bakterien werde ich die Saccharidfraktionen mit Flüssigkeitschromatographie gekoppelt mit hochauflösender Massenspektrometrie analysieren. Da viele Saccharide die gleiche Summenformel und auch praktisch identische Polarität haben, soll zusätzlich zur beschriebenen Methode die Ionen-Mobilitätsspektrometrie als komplementäre Technik mit zum Einsatz kommen. Mit dieser Methodik ist auch die Größe der Moleküle unterscheidbar.

Valentin Kasburg Inhalt einblenden
Valentin Kasburg Valentin Kasburg Foto: privat

Studiengang: Geowissenschaften - Studienrichtung Geophysik (M.Sc.)

Betreuung durch Prof. Nina Kukowski

Untersuchung der Aquifercharakteristik anhand geologischer, petrophysikalischer und bohrlochgeophysikalischer Erkenntnisse der Kernbohrung Moxa 2013
Das Geodynamische Observatorium Moxa mit seinen zahlreichen Instru-menten zur Erforschung des Erd-inneren ist von marinen Sediment-gesteinen des Paläozoikums umgeben. Zu diesen Lithologien des Saxothuringikums, einer zentralen Einheit Mitteldeutsch-lands, sind neben geologischen Untersuchungen bislang nur sehr wenig petro-physikalische Mess-daten vorhanden. Im Zuge der im Jahre 2013 abgeteuften 100 m tiefen Kernbohrung sind neben Bohrkernmaterial auch umfangreiche bohrlochgeophysikalische Messungen durchgeführt und kontinuierliche Temperaturmesssysteme installiert worden.
Im Rahmen des Honours-Programms möchte ich den von mir an dem Bohrkern erhobenen Daten in Verbindung mit den bohrlochgeophysikalischen Messdaten mittels Publikation einen Raum zur Diskussion geben. Diese soll die stratigraphische Gliederung, die gesteinsphysikalische Charakterisierung des Bohrkerns, als auch die Charakterisierung der Kluftwasserleiter beinhalten.

Imelda Paulina Levario Sánchez Inhalt einblenden
Imelda Paulina Levario Sánchez Imelda Paulina Levario Sánchez Foto: privat

Studiengang: Chemistry of Materials (M.Sc.)

Betreuung durch Dr. Courtney Calahoo

Untersuchung der Struktur-Eigenschafts-Beziehung und der Phasenseparation von Wolframphosphatgläsern durch Kartierungstechniken.
Verbindungen auf der Basis von Wolframoxid werden in verschiedenen Anwendungen eingesetzt (z.B. Gas- und Temperatursensoren). Aufgrund ihrer hohen Ionenleitfähigkeit können Wolframate in amorphem Zustand einzigartige Eigenschaften erzeugen. Dies ist auf die Koexistenz von W5+- und W6+-Ionen zurückzuführen. Ein Großteil der W6+-Ionen führt zu transparenten Gläsern, während ein Großteil der W5+-Ionen farbige Gläser erzeugt.
Daher beabsichtige ich Wolframphosphatgläser herzustellen, sie wärmezubehandeln, um eine Phasenseparation zu induzieren, und sie mittels Mapping-Techniken zu charakterisieren. Durch die Untersuchung der Beziehungen zwischen Zusammensetzung und Struktur sowie zwischen Struktur und Eigenschaften versuche ich zu verstehen, wie sich Veränderungen in der Zusammensetzung und variierende Behandlungstemperaturen auf die Phasentrennung auswirken und wie die verschiedenen Phasen die Glaseigenschaften beeinflussen. Durch Mapping-Techniken kann ich die verschiedenen Phasen mit ihren Eigenschaften korrelieren und beobachten, wie Temperatur und Zusammensetzung Eigenschaften und Prozesse wie ionische und elektronische Leitfähigkeit, Phasenseparation und mechanische Eigenschaften beeinflussen.

Marlin Müller Inhalt einblenden

Studiengang: Geoinformatik (M.Sc.)

Dr.-Ing. Clémence Dubois

Untersuchung des Einflusses unterschiedlicher externer saisonaler Parameter auf das Radarsignal
Durch die Vertiefung bisheriger Forschungsarbeit zur Untersuchung von saisonalen Umwelteinflüssen auf das Radarsignal unterstütze ich ein besseres Prozessverständnis von allgemeinen Vegetationsparametern und deren temporale Einflüsse darauf. Der Fokus liegt hierbei vor allem auf der Betrachtung von Laub- sowie Nadelwäldern in Thüringen. Durch Auswertung langjähriger satellitengestützter Radaraufnahmen (Sentinel-1) will ich temporale Charakteristiken und mögliche Entwicklungen oder Trends analysieren. Weitere Untersuchungen sollen auch Fragen über die Einflussstärke der externen Parameter (bspw. Niederschlag, Evapotranspiration, Temperatur u.A.) auf das Radar-signal beantworten. Langfristig soll ein verbessertes Verständnis für temporale Schwankungen der Vegetation entstehen und beispielsweise eine detaillierte Beschreibung von Landbedeckungsparametern ermöglicht werden. Wichtig ist mir zudem eine Entwicklung der methodischen Schritte mit offener und frei verfügbarer Software. Diese Arbeit wird von Frau Dr.-Ing. Clémence Dubois betreut.

Janine Otto Inhalt einblenden

Studiengang: Chemische Biologie (M.Sc.) 

Betreuung durch Dr. rer. nat. Nico Ueberschaar

Analytik von Microcystinen aus Seen während Algenblüten
Bedingt durch zunehmende extreme Wetterereignisse wie Hitze, Starkregen sowie Sommerstürme, die die natürliche Schichtung von Seen zeitweise aufheben, treten vermehrt intensive Algenblüten auf. Durch Absterben der Algen nach der Blüte setzen diese zum Teil starke Toxine, sogenannte Microcystine, frei. Dabei handelt es sich um eine Reihe verschiedener Toxine, die aus Aminosäuren aufgebaut sind. Die Toxinfreisetzung hat weitreichende Folgen. Microcystine gelten in höheren Dosen als toxisch, doch sind karzinogene Effekte und eine Förderung des Tumorwachstums bereits bei niedrigeren Konzentrationen nachgewiesen. Für die Fauna ist die Freisetzung dieser Toxine noch weitaus drastischer. Neben Fischen und Wasservögeln sind auch am Wasser lebende Säugetiere mit teilweise letalen Folgen betroffen.
In Zusammenarbeit mit dem Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) am Standort Neuglobsow möchte ich Microcystinanalysen verschiedener Gewässer in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern durchführen. Zunächst sollen die biologisch charakterisierten Algen während einer Blüte chemisch mittels Massenspektrometrie auf enthaltene Microcystine untersucht werden. Neben dem Vergleich mit käuflich erwerbbaren Standard-Microcystinen soll auch gezielt nach weiteren literaturbekannten Microcystin-Kongeneren gesucht werden.

Yasaman Pourdakheli Hamedani Inhalt einblenden
Yasaman Pourdakheli Hamedani Yasaman Pourdakheli Hamedani Foto: privat

Studiengang: Chemistry of Materials (M.Sc.)

Betreuung durch Dr. Stephanie Schubert

Dulce María Sánchez Cerrillo Inhalt einblenden

Studiengang: Chemistry of Materials (M.Sc.)

Betreuung durch Dr. Carlos Guerrero Sánchez

Konstantin Schellenberg Inhalt einblenden
Konstantin Schellenberg Konstantin Schellenberg Foto: privat

Studiengang: Geoinformatik (M.Sc.)

 Betreuung durch Dr. Marcel Urban

Radarsatelliten messen Umweltwandel in Afrika
Innerhalb der engen deutsch-südafrikanischen Kooperation innerhalb des South African Land Degradation Monitors (SALDi) quantifiziere ich Prozesse der Landdegradation durch Verbuschung in den sensiblen Ökosystemen der Savanne mithilfe einer synergetischen Analyse von Radar- und optischen Satellitenmessreihen. Mit Erkenntnissen aus dieser Forschung kann die rasante Dynamik des Klimawandels in den Trockensteppen Afrikas besser verstanden und die Buschausbreitung und deren negative Folgen in Südafrika und ähnlichen Landschaften in der Welt besser gemanagt werden – eine Geländekampagne im Jahr 2021 soll hier die Datengrundlage maßgeblich unterstützen. Die Arbeit wird betreut von Dr. Marcel Urban und Prof. Schmullius, Lehrstuhl für Fernerkundung, Institut für Geographie.

Antje Uhde Inhalt einblenden
Antje Uhde Antje Uhde Foto: privat

Studiengang: Geoinformatik (M.Sc.)

Betreuung durch Prof. Dr. Christiane Schmullius

Untersuchung von Überschwemmungsdynamiken  im Amazonas
Die Artenvielfalt im brasilianischen Amazonasbecken sichert die Le-bensgrundlage der einheimischen Bevölkerung. Durch zunehmende Rodung des Regenwaldes und land-wirtschaftliche Nutzung ist diese bedroht. Im Projekt „Ausgleichs- und Entwicklungsmaßnahmen für Biodiversitätserhalt in Feucht-gebieten des Amazonas“ (BONDS) sollen nun Möglichkeiten für eine gesteuerte Entwicklung der wirtschaftlichen Nutzung lokaler Ressourcen wie Fisch entstehen, um die Ernährungssicherheit zu gewährleisten. Es könnten beispielsweise Schonzeiten für bestimmte Fischarten oder Fang-quoten festgelegt werden. Als Grundlage hierfür dienen detaillierte Informationen über die Verteilung von Lebensräumen wichtiger Tierarten. An der Friedrich-Schiller-Universität Jena erforsche ich Möglichkeiten, diese aus Satellitendaten abzuleiten. Neben der Vegetationsbestimmung spielt die jahreszeitliche Veränderung der Feuchtgebiete dabei eine große Rolle. So können potenzielle Fischbestände bestimmt und klimatische Veränderungen prognostiziert werden.

Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät

Marian Landgrebe Inhalt einblenden
Marian Landgrebe Marian Landgrebe Foto: privat

Studiengang: Betriebswirtschaftslehre (M.Sc.)

Betreuung durch Prof. Dr. Peter Walgenbach 

Der Einfluss von Erfolg auf Lernen in Organisationen: Eine empirische Untersuchung
Im Rahmen meines Forschungsprojektes möchte ich den Auslösern organisationalen Lernens auf den Grund gehen. Da Lernen und Innovativität zentral für den Fortbestand von Organisationen sind, besteht eine hohe theoretische und praktische Relevanz an der Erforschung entsprechender Auslöser.
Die skizzierte Fragestellung möchte ich aus dem Blickwinkel der Verhaltenswissenschaftlichen Entscheidungstheorie untersuchen. Ausgangspunkt dieser Theorie bildet die Annahme, dass ein geringer Erfolg aus Sicht der Organisation wahrscheinlich zur Unterschreitung der eigenen Ansprüche führt. Der dadurch entstehende Problemdruck wird versucht, mittels Innovativität zu lösen. Es ist zudem zu vermuten, dass die Wettbewerbsdichte sowie bestimmte Organisationscharakteristika (bspw. das Organisationsalter) den durch Misserfolg ausgelösten Problemdruck zusätzlich beeinflussen.
Untersuchungsobjekte stellen die deutschen öffentlichen Theaterhäuser (Staatstheater, Stadttheater und Landesbühnen) im Zeitraum der frühen 2000er-Jahre bis heute dar, welche in einem besonderen Spannungsfeld von Innovativität und Traditionalität stehen.

Fakultät für Mathematik und Informatik

Lino Joss Fidel Haupt Inhalt einblenden

Studiengang: Mathematik (B.Sc.)

Betreuung durch Prof. Dr. Tobias Henrik Oertel-Jäger

Konstruktion von Beispielen in der topologischen Dynamik
Meine Forschung hat das Ziel, die Relevanz einer bestimmten Klasse von dynamischen Systemen zu verstehen.
Eine mögliche Anwendung ist die Theorie von Quasikristallen. Diese haben sich, seit ihrer Entdeckung durch Daniel Shechtman (Nobelpreis für Chemie in 2011), zu einem wichtigen Werkzeug in der Beschreibung von Struktur und Materie entwickelt. Quasikristalle ähneln Kristallgittern, wiederholen sich aber nicht. Methoden der topologischen Dynamik haben sich bei ihrer Erforschung als hilfreich erwiesen. Dabei besitzen geometrische Eigenschaften eine dynamische Entsprechung und umgekehrt. Eine solche für Quasikristall relevante dynamische Eigenschaft ist „mean equicontinuity“. Die Mathematiker Downarowicz und Glasner konnten die Existenz von speziellen mean-equicontinuous Systemen auf abstrakte Weise nachweisen.
In meinem Projekt geht es darum, Beispiele dieser Systeme in schönen geometrischen Räumen (dem zweidimensionalen Torus, also der Oberfläche eines Donuts) mit geometrischen Methoden (Anosov-Katok) zu konstruieren. Dadurch wird die Relevanz dieser neuen Klasse von Systemen untersucht.

John Wigg Inhalt einblenden
John Wigg John Wigg Foto: privat

Studiengang: Computational and Data Science (M.Sc.)

Betreuung durch Prof. Dr. Christian Eggeling

Quelloffenes Single Particle Tracking
Zellkommunikation wird durch Molekülinteraktionen beherrscht, wobei Moleküle in Bewegung aufeinandertreffen. Hierbei hat sich das Verfolgen der Trajektorien von individuellen Molekülen in lebenden Zellen unter Benutzung des "Single Particle Tracking“ (SPT) mit hoher Bildwiederholrate als wichtiges Werkzeug herausgestellt. Die Auswertung dieser Experimente ist jedoch herausfordernd und aktuelle Auswertungswerkzeuge sind zunehmend unzureichend in der Produktion genauer Ergebnisse.
Im Rahmen meines Projektes arbeite ich an dem Aufbau einer quelloffenen Lösung, um dieses Problem in Angriff zu nehmen. Bisher wurde in Zusammenarbeit mit Universitäten in Oxford und Montréal erste Arbeit an einem neuartigen Ansatz der Auswertung von SPT-Daten getan, welche als quelloffene Software veröffentlicht werden soll. Es ist zudem geplant, das Projekt auf die Umsetzung fortgeschrittener Tracking- und Bildverarbeitungsalgorithmen sowie in Echtzeit laufende Erkennungs- und Auswertungswerkzeuge auszuweiten.

Fakultät für Biowissenschaften

Philipp Albrecht Inhalt einblenden
Philipp Albrecht Philipp Albrecht Foto: privat

Kontakt: philipp.albrecht@uni-jena.de

Studiengang: Biochemistry (M.Sc.)

Betreuung durch PD Dr. Alexander S. Mosig

Implementierung eines neuartigen humanen mikrophysiologischen Modells des duktalen Pankreas-Adenokarzinoms
Bauchspeicheldrüsenkrebs ist die tödlichste Krebsform weltweit, bei der weniger als 10% der Patienten 5 Jahre nach der Diagnose noch leben. In Deutschland war Pankreaskrebs im Jahr 2018 die Krebsart mit der dritthöchsten Todeszahl (19.000). Die Sterblichkeitsrate hat sich trotz jahrelanger Forschung kaum verändert, was die Dringlichkeit der Erforschung des Pankreaskrebs unterstreicht. Dieses Projekt zielt darauf ab, die Komplexität des duktalen Adenokarzinoms der Bauchspeicheldrüse auf einem Biochip im Objektträgerformat nachzubilden, um die Krankheit auf diesem zu erforschen. Auf diesem Biochip werden menschliche Tumor- und Blutzellen sowie Fibroblasten in ein dreidimensionales Modell integriert und durch Pumpen wird ein Blutfluss simuliert. Dadurch können nicht nur Tierversuche umgangen werden; dieses Modell bringt zusätzlich eine größere Relevanz der gewonnenen Ergebnisse, da zwischen Menschen und Tieren wesentliche biologische Unterschiede bestehen. Dieses Modell soll in Zukunft zur Wirkstofftestung und Erforschung neuer Behandlungsstrategien verwendet werden.

Dongik Chang Inhalt einblenden
Dongik Chang Dongik Chang Foto: privat

Studiengang: Evolution, Ecology and Systematics (M.Sc.) 

Betreuung durch Prof. Dr. Nicole van Dam

Bis vor kurzem galten Pestizide als mächtige und revolutionäre chemische Waffen zur Sicherung unserer Nahrungsressourcen. Der übermäßige Einsatz von Pestiziden hat jedoch einen dunklen Schatten auf die Umwelt geworfen und bedroht unser Ökosystem. Aus diesem Grund ist in der von der Europäischen Union herausgegebenen Biodiversitätsstrategie für 2030 festgelegt, dass das Risiko und der Einsatz von Pestiziden bis 2030 um 50% reduziert werden soll.
Es ist bekannt, dass nützliche Mikroorganismen im Wurzelbereich die Widerstandsfähigkeit von Nutzpflanzen gegen Schädlinge in der Landwirtschaft erhöhen; daher ist die Anwendung von Mikroben eine vielversprechende Alternative zum Einsatz von Pestiziden. Mein Experiment wird einen integrierten “-omics”-Ansatz beinhalten, um die molekularen und chemischen Mechanismen zu entschlüsseln, die der direkten und indirekten Abwehr von Tomatenpflanzen zugrunde liegen. Es werden Genexpressionsanalysen anhand von qPCR und mit Fokus auf verteidigungsrelevante Gene durchgeführt werden, ebenso wie chemische Analysen mittels GC-MS und Y-Röhrchen-Olfaktometer-Assays.

Merle Lisa Hammer Inhalt einblenden

Studiengang: Microbiology (M.Sc.)

Betreuung durch Prof. Dr. Ilse Denise Jacobsen

Die Interaktion eines probiotischen Bakteriums mit einem pathogenen Pilz im menschlichen Darm
Der menschliche Verdauungstrakt ist dicht mit einer Vielzahl an Mikroben besiedelt, die in ihrer Gesamtheit als Mikrobiota bezeichnet werden. Darunter sind auch opportunistische Krankheitserreger wie der Hefepilz Candida albicans. Spielen mehrere Faktoren wie ein schlechter Immunstatus und eine ins Ungleichgewicht geratene Darmmikrobiota zusammen, so kommt es zu einer Infektion mit der Hefe, die sich vom Darm auch auf das Blutsystem ausweiten kann. Letzteres ist schwer zu diagnostizieren und endet für die betroffenen Menschen oft tödlich. Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass Wechselwirkungen zwischen Bakterien und Pilzen im Darm erheblich zur Regulation des Gleichgewichtes der Mikrobiota beitragen und so einen friedvollen Lebensstil des Pilzes begünstigen.
Mein Forschungsprojekt widmet sich den Interaktionen zwischen dem probiotischen Darmbakterium Bacteroides vulgatus und C. albicans. In einem Zellkultur-Modell, welches das menschliche Darmepithel nachstellt, kann das Bakterium Schaden durch den Pilz vorbeugen. Die Wirkungsweise dieses Schutzmechanismus möchte ich aufdecken.

Tom Haufschild Inhalt einblenden
Tom Haufschild Tom Haufschild Foto: privat

Studiengang: Microbiology (M.Sc.)

Betreuung durch Prof. Dr. Christian Jogler

Planctomyceten – die Angelmeister unter den Bakterien?
Planctomyceten sind Bakterien mit einer Vielzahl an besonderen Merkmalen, wie zum Beispiel der Fähigkeit ihre Lebensweise zwischen planktonisch‑schwimmenden und sessil‑festsitzenden Mutterzellen zu wechseln. Außerdem formen sie fadenähnliche Strukturen (sogenannte Pili) an ihrer Zelloberfläche. Vorangegangene Experimente konnten zeigen, dass Kohlenstoffmoleküle in den Pili hängenblieben und nach einiger Zeit aufgenommen wurden. Dies führte zu der Hypothese, dass diese Pili als "molekulare Angeln“ dem Fischen nach Nährstoffen dienen könnten. Aus diesem Grund werden zunächst einzelne molekulare Bestandteile dieser Pili entfernt. Fütterungsexperimente und Transmissionslicht‑/ Transmissionselektonenmikroskopie werden danach genutzt, um die biologische Funktion dieser Pili aufzudecken. Damit kann gezeigt werden, ob Planctomyceten zu einer Nährstoffaufnahme mit einer "molekularen Angel“ fähig sind. Des Weiteren werden die zugrundeliegenden molekularen Mechanismen und der Einfluss der entfernten molekularen Bausteine der "Angel“ untersucht.

Alexander Krüger Inhalt einblenden

Studiengang: Evolution, Ecology and Systematics (M.Sc.) 

Betreuung durch Prof. Dr. Nicole van Dam

Die Rolle der Magendarmbakterien im Detoxifikationsprozess zweier Pestfliegenarten
In der Landwirtschaft werden künstliche Pestizide gegen Schadinsekten eingesetzt, um den Ernteerfolg zu sichern. Diese Pestizide schaden jedoch auch anderen Organismen und sind mitverantwortlich für das weltweite Insektensterben. Um bessere Alternativen zu den Pestiziden zu entwickeln, ist es notwendig die Biologie der Schadinsekten genau zu kennen.
Ich untersuche die Rolle bestimmter Magendarmbakterien in den Larven zweier Kohlfliegenarten, während des Detoxifikationsprozesses. Die Larven ernähren sich von Brassica Pflanzen, welche bei mechanischem Schaden Giftstoffe produzieren. Die Larven können diese mit einem bestimmten Enzym unschädlich machen. Ziel des Projektes ist es, herauszufinden, ob die Delia spp. Larven dieses Enzym selbst produzieren oder ob sie dahingehend von den Magendarmbakterien abhängig sind. Im Zuge dieser Fragestellung werde ich den Entwicklungserfolg der Larven, die Expressionsrate des Enzyms in den Bakterien in ihrer natürlichen Umgebung und die Nebenprodukte des Detoxifikationsprozesses in Larven und Bakterien untersuchen und vergleichen.

Mariana Paetzolt Inhalt einblenden
Mariana Paetzolt Mariana Paetzolt Foto: privat

Studiengang: Evolution, Ecology and Systematics

Betreuung durch PD Dr. Markus Bernhardt-Römermann

Populationsentwicklung und Ökologie des Gelben Frauenschuhs im NSG Jenaer Forst
Der Gelbe Frauenschuh (Cypripedium calceolus) gehört zu den größten und spektakulärsten heimischen Orchideenarten. Leider sind durch Standortveränderungen, Habitatverlust und weitere menschliche Eingriffe viele Populationen des Gelben Frauenschuhs in Deutschland gefährdet und ihre Vorkommen rückläufig. Um dem Rückgang der Art entgegenzuwirken sind angepasste Management-maßnahmen sowie regelmäßiges Monitoring unerlässlich. Das Ziel meines Projektes ist (1) eine Abschätzung der Populations-entwicklung des Gelben Frauenschuhs im Naturschutzgebiet (NSG) Jenaer Forst in den letzten zwei Jahrzehnten sowie (2) die Erfassung der für das Wachstum und die Regeneration der Art förderlichen ökologischen Standortgegebenheiten.
Dieses ist von hoher Relevanz für den Naturschutz, da auf diese Weise bisherige Managementmaßnahmen auf ihre Effizienz geprüft und angepasste Empfehlungen für den Artenschutz formuliert werden können.

Hannes Schmietendorf Inhalt einblenden

Studiengang: Biochemie/Molekularbiologie (B.Sc.)

Betreuung durch apl. Prof. Dr. Michaela Schmidtke

Identifizierung und Charakterisierung neuer antiviraler Medikamente
Die Influenza verursacht zwischen 290.000 bis 650.000 Todesfälle weltweit pro Jahr (Iuliano et al. 2018). Die Mortalität kann durch Sekundärinfektionen mit Staphylococcus aureus und Streptococcus pneumoniae ansteigen (McCullers et al. 2014). Eine derzeitig beschränkte Effektivität von Influenzamedikamenten und das bestehende Risiko von Resistenzentwicklungen gegen zugelassene antivirale und antibakterielle Medikamente erfordern die Suche nach neuen Inhibitoren der Influenzavirusvermehrung zur Verbesserung der Therapieoptionen (Naesens et al. 2016).
Im Rahmen eines Gemeinschaftsprojekts der Sektion Experimentelle Virologie des Universitätsklinikums Jena mit der Abteilung Pharmacognosy der Universität Wien „Natural products targeting low respiratory tract infections“ beschäftigt sich mein Projekt mit einem Pflanzenextrakt , welches weiter charakterisiert werden soll. Der Extrakt sowie zwei daraus erstellte Isolate zeigen eine Neuraminidase inhibierende Wirkung bei Influenzaviren, S. aureus und S. pneumoniae in vitro.

Sheethal Vepur Ramamurthy Inhalt einblenden
Sheethal Vepur Ramamurthy Sheethal Vepur Ramamurthy Foto: privat

Studiengang: Evolution, Ecology and Systematics (M.Sc.)

Betreuung durch Prof. Nicole van Dam

Hephzibah Elisabeth Winter Inhalt einblenden
Hephzibah Elisabeth Winter Hephzibah Elisabeth Winter Foto: privat

Studiengang: Molecular Life Science (M.Sc.) 

Betreuung durch Dr. rer. nat. Diana Maria Morales Prieto 

Untersuchung der Aufnahme von plazentaren Vesikeln in maternale Blutimmunzellen und deren Aufnahmemechanismus
Während einer Schwangerschaft besteht zwischen den fötalen und den maternalen Zellen ein reger Austausch von Signalen und Botenstoffen, der zu Aufbau und Integration des plazentaren Ge-webes in die Gebärmutterschleim-haut führt. Diese Signalstoffe werden innerhalb plazentarer Zellen in Vesikel verpackt, sekretiert und vermutlich von maternalen Zellen aufgenommen. Dort können sie eine Änderung des Expressions-profils spezifischer Proteine bewirk-en, welche Auswirkungen auf das Zellverhalten, beispielweise bezüg-lich der Immuntoleranz oder Proliferationsrate haben können. Ein großer Stellenwert wird hierbei den maternalen Immunzellen, zu denen die peripheren mononukleären Blutzellen (PMBCs) zählen, zugeschrieben. Diese müssen entsprechend der Schwangerschafts-woche adaptiert werden, um eine Toleranz gegenüber fetalem Gewebe entwickeln zu können. Im Rahmen meiner Masterarbeit nutze ich die Durchflusszytometrie, um Ziel-populationen zu identifizieren und deren Mechanismen zur Vesikelaufnahme zu analysieren. Außerdem untersuche ich die Auswirkungen der Signalaufnahme auf die Zielzellen mittels Proteinanalysen.

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