Ein Schild kennzeichnet einen Versuchsbereich auf einer hoch bewachsenen grünen Graswiese.

Forschung und Transfer

Ein Überblick über Forschungsschwerpunkte mit Nachhaltigkeitsbezug an der Universität Jena
Ein Schild kennzeichnet einen Versuchsbereich auf einer hoch bewachsenen grünen Graswiese.
Foto: Anne Günther (Universität Jena)

An der Friedrich-Schiller-Universität gibt es an mehreren Fakultäten verschiedenste Forschungsprojekte und Forschende mit Schwerpunkten zu Ökologie, nachhaltiger Entwicklung und Innovation oder der Schnittstelle zwischen Nachhaltigkeit und sozialer Gerechtigkeit.

Um einen kleinen Einblick in das nachhaltigkeitsbezogene Forschungsgeschehen an der Universität zu erhalten, folgen einige dieser Nachhaltigkeitsschwerpunkte und -projekte in der Übersicht:

Fakultät für Biowissenschaften

Frau im Labor zwischen Versuchsgeräten Frau im Labor zwischen Versuchsgeräten Foto: jarmoluk/pixabay

Die Biowissenschaftliche Fakultät der Universität Jena ist momentan nicht nur Teil des Exzellenzclusters Balance of the Microverse. An ihr finden sich auch zahlreiche weitere Projekte mit direktem Bezug zu Nachhaltigkeit. 

Fakultät für Sozial- und Verhaltenswissenschaften

Büste von Friedrich Schiller vor grünem Hintergrund. Rechts im Bild sind gelbe Blüten. Büste von Friedrich Schiller vor grünem Hintergrund. Rechts im Bild sind gelbe Blüten. Foto: Christoph Worsch (Universität Jena)

Oft wird der Begriff der Nachhaltigkeit ausschließlich mit seiner ökologischen Komponente in Verbindung gebracht. Unsere Forscherinnen und Forscher an der Fakultät für Sozial- und Verhaltenswissenschaften sorgen dafür, dass auch die soziale Perspektive auf das Thema an der Universität Jena Beachtung findet. 

Chemisch-Geowissenschaftliche Fakultät

oranges Katholyt und lila/pinkes Anolyt in Reagenzglässchen. oranges Katholyt und lila/pinkes Anolyt in Reagenzglässchen. Foto: Jan-Peter Kasper (Universität Jena)

Ob Forschung zu innovativen Energiespeichern, Geothermie oder dem Kohlenstoffkreislauf. Die Chemisch-Geowissenschaftliche Fakultät ist beim Thema Nachhaltigkeit breit aufgestellt. 

 

 

 

 

  • Erforschung der "Kritischen Zone", als zentrales Bindeglied für globale Stoff- und Energiekreisläufe. Forschung zu Auswirkungen der Eigenschaften der "Kritischen Zone" auf die Qualität unseres Trinkwassers. Grundlagenforschung sowie anwendungsorientierte Projekte in Bereichen der Sanierung und Rekultivierung. Außerdem Forschung zu Boden- und Grundwasserschutz unter den Bedingungen des Klima- und Landschaftswandels (AG Herr Prof. Dr. Kai Uwe Totsche). Herr Prof. Totsche ist außerdem Sprecher des Thüringer Klimarats. 
  • Klimageschichte und Landschaftsentwicklung innerhalb des Quartärs (AG Herr Prof. Dr. Roland Zech). Mit Hilfe der Arbeit von Herrn Prof. Dr. Zech und seinem Team lässt sich der Klimawandel besser verstehen. Darüber hinaus helfen die Erkenntnisse dabei, zukünftig bessere Klimamodelle zu erstellen.
  • Ökosystemforschung und  Untersuchung von Stoffflüssen, Stoffumsetzungen und Stoffspeicherung in Wald- und Agrarökosystemen unter sich ändernden Umwelt- und Nutzungsbedingungen (AG Frau Prof. Dr. Beate Michalzik
  • Untersuchung  von Wechselwirkungen zwischen terrestrischem Wasserkreislauf und Vegetation. Ist u. a. involviert im SFB AquaDiva und im Jena Experiment ( AG Frau Prof. Dr. Anke Hildebrandt en)
  • Wassertechnologie, Kavitation und nachwachsende Rohstoffe. (AG Herr Prof. Dr. Michael Stelter)
  • Folgen des Klimawandels auf Gesellschaft und Politik sowie Entwicklung von politischen sowie unternehmerischen Strategien und Konzepten zum Umgang mit dem Klimawandel. (AG Herr Prof. Dr. Sebastian Henn)
  • Entwicklung neuartiger (öko)toxikologisch unbedenklicher Katalysatoren, (AG Kretschmer)
  • Forschungsschwerpunkt Energiespeicher (CEEC, AG Schubert AG Oschatz, AG Balducci
  • Optimierung von Gebäudefassaden im Zusammenhang mit Energiegewinnung. (AG Wondraczek)
  • Anwendung von betrieblichen und experimentellen Erdbeobachtungssensoren im optischen, thermischen und Mikrowellenbereich (mit Schwerpunkt Radar) für geowissenschaftliche Anwendungen, Landoberflächenanalysen zur Unterstützung von Klimawandelthemen (Frau Prof. Dr. Christiane Schmullius)
  • Auswirkungen von Klima- und Landnutzungswandel auf Naturgefahren und natürliche Ressourcen (u.a. Hangrutsche, Wasserressourcen, Klimaextremen) (Herr Prof. Dr. Alexander Brenning)
  • Die  (geologische) Geschichte der Erde sowie Paläoklima/Paläoökologie (Herr Prof. Dr. Christoph Heubeck)
  • Endlagerung, z. B. Bentonit Langzeit-Stabilität oder Transport- und Transferverhalten langlebiger Radionuklide; Geothermie (Herr Prof. Dr. Thorsten Schäfer)

Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät

Symbolfoto Statistiken Symbolfoto Statistiken Foto: Jan-Peter Kasper (Universität Jena)

Die Ökonomie stellt eine der Säulen im Drei-Säulen-Modell der Nachhaltigkeit dar. Die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät beschäftigt sich zum Beispiel mit dem Forschungsfeld der nachhaltigen Technologien im Wandel der Politik. 

  • Forschung zur Innovation and Diffusion von nachhaltigen Technologien (erneuerbare Energien, E-Mobilität) und den Einfluss der Politik auf diese Prozesse (Herr PD Dr. Holger Graf en)
  • Forschung zur generationsübergreifenden Nachhaltigkeit in den sozialen Sicherungssystemen im Rahmen vom Projekt VHAlt: Verständnis und Haltung zur Altersvorsorge in Deutschland: Ausprägungen und Auswirkungen auf vorsorgebezogenes Verhalten (Prof. Dr. Silke Übelmesser en)

Philosophische Fakultät

ein aufgeschlagenes Buch ein aufgeschlagenes Buch Foto: brandi redd / unsplash

Auch in der Philosophie wird sich mit der Nachhaltigkeit in ihren verschiedenen Dimensionen beschäftigt. Dazu gehört zum Beispiel das Verhältnis von Mensch/Natur.

 

 

 

 

 

 

  • Ecocriticism Research Collective: Arbeitsgruppe von Doktorand:innen, die zum Thema Ecocriticism promovieren und Themen wie Nachhaltigkeit, das Verhältnis von Mensch/Natur, das Anthropozän, etc. aus literatur- und kulturwissenschaftlicher Perspektive beleuchten. 
  • Forschungsprojekt "Hegel über naturale und soziale Nachhaltigkeit" (Herr Prof. Dr. Klaus Vieweg). Herr Vieweg ist zwar schon im Ruhestand, allerdings nach wie vor sehr aktiv mit dem Institut für Philosophie verbunden. Interessierte können über seine Website mit Ihm in Kontakt treten.
Information

Generell gilt zu berücksichtigen, dass die dargestellten Forschungsprojekte lediglich eine Auswahl, der Forschungsprojekte mit Nachhaltigkeitsbezug an der Universität Jena, darstellen. Weitere Informationen zu nachhaltigen Forschungsthemen finden Sie auf den Websites der einzelnen Fakultäten

Ausgründungen und transferbezogene Projekte an der Universität Jena

Campus der Universität, im Hintergrund die begrünten Berge der Stadt. Campus der Universität, im Hintergrund die begrünten Berge der Stadt. Foto: Christoph Worsch (Universität Jena)

In der Geschichte der Universität Jena gab es diverse Gründungen und transferbezogene Projekte, die im Zusammenhang mit einer nachhaltigen Entwicklung und dem Klimawandel gesehen werden können. Für die Unternehmen ist die weitere Zusammenarbeit mit der Universität essenziell. Darüber hinaus erfolgt der Transfer von neuen Forschungsergebnissen schnell und unmittelbar in die praktische Anwendung in Wirtschaft und Gesellschaft. Einige bekannte Ausgründungen oder transferbezogene Projekte stellen wir Ihnen im Folgenden vor. 

Transfer

ThINK Eintrag erweitern

Das Thüringer Institut für Nachhaltigkeit und Klimaschutz (ThINK) erbringt umfassende Forschungs-, Planungs-, Beratungs- und Bildungsleistungen im In- und Ausland in den Themenfeldern Klima (Klimaschutz, Klimawandel und Klimawandelanpassung, Stadtklima ...), Energie (Erneuerbare Energien, Energieeffizienz ...), satelliten- und UAV-gestützte Fernerkundung sowie dem weiten Feld der Nachhaltigkeit (z.B. CO2-Bilanzierung und -kompensation).

JenaBatteries GmbH Eintrag erweitern

JenaBatteries GmbH ist ein innovatives Unternehmen im Bereich großformatiger Energiespeicher ab einer Batteriegröße von 400 kWh. Mit seiner metallfreien Redox-Flow-Batterie bietet das Unternehmen industriellen Kunden eine nachhaltige und skalierbare Speicherlösung. Die Batterie kommt ohne kritische Metalle aus, ist ressourcenschonend und sicher.

Earth Oberservation Service GmbH Eintrag erweitern

E|0|S ist ein Vorreiter in der operationellen Verarbeitung aktiver Mikrowellen-Fernerkundungsdaten für die Kartierung von Waldbiomasse und anderer waldbezogener biophysikalischer Parameter, welche wichtig für ein nachhaltiges Waldmanagement sind. Darüber hinaus werden noch andere innovative Dienstleistungen angeboten, die mit der Auswertung aller Arten von Fernerkundungsdaten bis hin zur Entwicklung digitaler Weiterbildungsinhalte ein breites Spektrum abdecken.

Alpha Analytics UG & Co. KG Eintrag erweitern

Das Alpha Analytics-Team ist aus dem Bereich DataScience und kümmert sich mit viel Erfahrung um die Aufbereitung und Auswertung von Daten im industriellen Umfeld. Dabei kommen vor allem maschinelle Lernverfahren und multivariate Analysemethoden zum Einsatz, um komplexe Zusammenhänge in Daten zu erkennen und basierend darauf Vorhersagen z.B. über die Gesundheit von Maschinen oder die Qualität von Produkten zu treffen.

WINNER-Verbundprojekt Eintrag erweitern

WINNER ist der Realisierungsansatz einer, in die Zielstellungen der Wohnungswirtschaft (WoWi) integrierten, energienetzneutralen Elektromobilität. Er kombiniert lokale, erneuerbare Energien in den Liegenschaften, deren Verwendung als Energieversorgung im Quartier (auch als Mieterstrom bezeichnet) und die Förderung gewerblicher und privater Elektromobilität durch intelligente Nutzung von Überkapazitäten, Auslastungsschwankungen und Netzstatus sowohl des lokalen als auch des öffentlichen Stromnetzes.

Die Jenaer Erklärung Eintrag erweitern

Die Jenaer Erklärung. Kulturelle und regionale Dimensionen globaler Nachhaltigkeit

Die Jenaer Erklärung (TJD) fordert für Nachhaltigkeitsforschung und -politik einen doppelten Paradigmenwechsel. Erstens, von einem ökologie- zu einem kulturzentrierten Ansatz. Mit unserem Körper sind wir Teil der Natur. Deshalb ist die Natur nicht unsere Umwelt. Die Art und Weise, wie wir als Natur handeln, hängt immer von unserem kulturellen Hintergrund und dem regionalen Kontext ab. Daraus folgt zweitens der Paradigmenwechsel von einem Top-down- zu einem Bottom-up-Ansatz.

Mehr Informationen unter: https://www.thejenadeclaration.org/