3D-Drucke einer Büste Friedrich Schillers. Wie sich 3D-Technologie in den Unterricht der Zukunft integrieren lassen, wird am Stand der Uni Jena auf der "Didacta" präsentiert.

Digital lernen – soziale Kompetenzen stärken

Forschende der Universität Jena präsentieren innovative pädagogische Projekte auf der Bildungsmesse Didacta
3D-Drucke einer Büste Friedrich Schillers. Wie sich 3D-Technologie in den Unterricht der Zukunft integrieren lassen, wird am Stand der Uni Jena auf der "Didacta" präsentiert.
Foto: Jens Meyer (Universität Jena)
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Meldung vom: | Verfasser/in: Sebastian Hollstein

Digitalisierung in der Schule bedeutet nicht nur eine moderne und zeitgemäße Vermittlung von Unterrichtsinhalten, sondern bietet auch vielfältige Möglichkeiten, soziale Kompetenzen von Kindern und Jugendlichen zu stärken. Das wirkt sich direkt auf die Lernumgebung und das Zusammenleben in der Schule aus – und langfristig auch auf die Gesellschaft. Wie genau entsprechende Methoden und Inhalte aussehen können und wie sie sich in die Ausbildung von zukünftigen Lehrkräften integrieren lassen, das erforschen Expertinnen und Experten der Friedrich-Schiller-Universität Jena in verschiedenen Bereichen. Einige dieser Projekte stellen sie vom 20. bis 24. Februar auf der Bildungsmesse Didacta in Köln vor (am Gemeinschaftsstand Forschung für die Zukunft, Halle 07.1, Stand D049).

In dem internationalen und interdisziplinären Projekt „Key Inclusive Development Strategies for Lifelong Learning“ (KIDS4ALLL)Externer Link haben Forschende am Bereich Interkulturelle Wirtschaftkommunikation der Universität Jena gemeinsam mit Forschenden aus elf weiteren Ländern in den vergangenen drei Jahren eine multilinguale E-Learning-Plattform entwickelt, die in Kürze online geht. Das Besondere: Im Mittelpunkt steht das sogenannte Buddy-System – Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 19 Jahren sollen also Aufgaben als Zweierteam lösen. Wichtig ist dabei, dass beide ihre Stärken einbringen, die Duos von- und miteinander lernen, gemeinsam kreative Lösungen erarbeiten und dabei über das Thema und ihre Kooperation reflektieren. Auf diese Weise erlangen sie wichtige Kernkompetenzen und gleichzeitig Kooperations- und Kommunikationsfähigkeiten.

Die Expertinnen geben den Teams durch kurze Video-Tutorials Hilfestellung, wie sie am besten zusammenarbeiten, gemeinsam Ideen entwickeln und Konflikte lösen. Ebenso erhalten auch Lehrkräfte sowie Pädagoginnen und Pädagogen wertvolle Informationen, wie sie die Kinder und Jugendliche bei ihren Projekten unterstützen können.

Schülerinnen und Schüler gleichberechtigt einbeziehen

Wie digitale Inhalte in einer Klasse Schülerinnen und Schüler enger zusammenbringen und so für alle den bestmöglichen Unterricht schaffen können, das erforscht ein Team des Bereichs Interkulturelle Wirtschaftkommunikation im Projekt „Strategische Digitalisierung für eine inklusive Schulentwicklung“ – kurz: „StrateDie“. Die Forschenden wollen multimediale Materialien entwickeln, die Lehrkräfte dabei unterstützen, digitale Werkzeuge strategisch einzusetzen, um alle Schülerinnen und Schüler in den Unterricht einzubeziehen. Alle Kinder und Jugendlichen der Klasse sollen sich hierbei mit ihren Stärken und Kompetenzen einbringen und austauschen können. Der partizipative Ansatz stärkt die Zusammenarbeit unter den Schülerinnen und Schülern und vermittelt ihnen entsprechende soziale Kompetenzen. Beispielsweise sollen sie lernen, wie sie als Gruppe konstruktiv Konflikte lösen, dadurch Ausgrenzung vermeiden und sich stattdessen gegenseitig unterstützen. Die digitalen Impulse sollen beispielsweise Hilfestellung geben, wie Schülerinnen und Schüler gleichberechtigt am Unterricht mitwirken können, die aufgrund sprachlicher Herausforderungen eingeschränkt sind.

Das Verbundprojekt „Schulentwicklung – Digital und Demokratisch“ (SchuDiDe), zu dem auch „StrateDie“ gehört, ist eine von mehreren Forschungsinitiativen, mit denen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler koordiniert vom Institut für Bildung und Kultur der Universität Jena der Frage nachgehen, wie zeitgemäßes Lernen aussehen kann. Denn Digitalität, Globalität und Postkolonialität verändern auch die Pädagogik. Jenaer Forschende präsentieren auf der Didacta etwa Projekte, die sich damit beschäftigen, wie sich der digitale Wandel auf Erziehung und Bildung auswirkt und auf welche Weise sich Themen wie Künstliche Intelligenz in die Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern integrieren lassen.

In einem anderen Projekt vertiefen die Expertinnen und Experten Fragestellungen, die sich mit der Rolle und der Verantwortung von „Lehrkräften als Agenten der Demokratie (LADi)“ – so der Titel – beschäftigen.

Digitales Kulturgut im Unterricht

Zudem zeigen Vertreterinnen und Vertreter der Abteilung „Digitales Kultur- und Sammlungsmanagement“Externer Link der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek (ThULB) gemeinsam mit Partnern aus der Praxis auf der Messe, wie sich 3D-Technologien in den Unterricht – etwa im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich – einbeziehen lassen. Wie können Kulturgüter in 3D gescannt werden? Wie lassen sie sich entweder als 3D-Druck oder im digitalen Raum in den Unterricht integrieren? Ideen und Methoden dafür präsentieren die Jenaer Expertinnen und Experten ebenfalls auf der Didacta.

Kontakt:

Eva Bartholmé
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