Kreisrund zugeschnittene Porträtfotos von Dana Jacob-Verständig (l.) und Andreas Marx auf dunkelgrünem bzw. lila Hintergrund überschneiden sich in der Mitte leicht.

Beide wollen liefern

Andreas Marx (Universitätspräsident) & Dana Jacob-Verständig (Catering- und Eventunternehmerin)
Kreisrund zugeschnittene Porträtfotos von Dana Jacob-Verständig (l.) und Andreas Marx auf dunkelgrünem bzw. lila Hintergrund überschneiden sich in der Mitte leicht.
Foto: Robyn Steffen

Er beschäftigt sich mit der Zukunft der Universität, sie mit den Veranstaltungen, die Menschen zusammenbringen – und beide erleben täglich, wie eng Stadt und Uni in Jena miteinander verwoben sind. Andreas Marx und Dana Jacob-Verständig sprechen über das, was Jena zusammenhält: kurze Wege, gemeinsame Projekte und das Uni-Sommerfest, das Uni, Stadt und Umland zusammenbringt. Ein Gespräch über Visionen und Verantwortung und darüber, was Symbiose zwischen Universität und Stadt wirklich bedeutet.

Wie beginnt ein Tag, an dem alles gut läuft?

Andreas Marx: Mit einem wunderbaren Kaffee. Und dem Blick über die Dächer von Jena.

Dana Jacob-Verständig:
Mein Tag beginnt witzigerweise nicht klassisch auf der Arbeit, sondern mit den Kindern. Wenn alle in ihren Schulen verteilt sind, kann der Tag wirklich starten. Dann laufe ich ins Paradies. Manchmal kommt die Sonne gerade von der Saale hoch – das sieht wunderschön aus. Und dann startet mein Tag. Eigentlich sehr entspannt.

Jena gilt als Stadt der kurzen Wege. Welchen Ort erreichst du blind – und was verbindest du damit?

Andreas Marx: Jenseits der Arbeitswelt erreiche ich blind sicherlich den Jenzig. Der größte Berg hier im Saaletal. Von dort hat man eine spektakuläre Aussicht auf die ganze Stadt, auf die Silhouette von Jena. Ein einzigartiger Ort, an dem schon viele Uni-Philosophen nachgedacht haben. In Jena liegen Wandern und Weltdeutung erstaunlich nah beieinander.

Dana Jacob-Verständig:
Das Paradies würde ich auch blind erreichen, weil ich dort so viel Zeit verbringe. Aber tatsächlich würde ich eher den Fuchsturm und die Kernberge blind finden. Dort wandere ich am liebsten.

Wann habt ihr zuletzt gespürt, dass Stadt und Uni gemeinsam etwas schaffen, was alleine keiner könnte?

Andreas Marx: Das erlebe ich auf den vielen Spaziergängen mit dem Oberbürgermeister, bei Projekten, die durchaus anspruchsvoll sind. Unser Kommunikationszentrum, das FORUM – ein Gebäude mitten in der Stadt – wäre ohne das gemeinsame Handeln von Stadt und Uni nicht so entstanden, wie es entsteht. Das wird ein spektakuläres Gebäude.

Dana Jacob-Verständig: Da fällt mir spontan das Uni-Sommerfest ein. Es ist das Event in Jena schlechthin – im Botanischen Garten, kommen dort Menschen aus der ganzen Stadt zusammen: Studierende, Beschäftigte der Universität, Partner aus Wirtschaft, Kultur und die Stadtgesellschaft. Man trifft Bekannte, kommt ins Gespräch und erlebt die Universität einmal ganz anders. Schiller lädt ein.

Wann hattest du das Gefühl, wirklich etwas abgeliefert zu haben – und was ist das wertvollste Paket, das du heute durch die Stadt bewegt hast?

Andreas Marx: Für mich war der Exzellenzantrag, den wir jetzt auf den Weg gebracht haben, ein großer Meilenstein. Jetzt geht es an die Vorbereitung der Exzellenzbegehung. Das ist etwas, das im Erfolgsfall nicht nur die Universität prägen wird, sondern auch die Stadt und den Freistaat Thüringen.

Dana Jacob-Verständig: Ich liefere ja durchaus aus. Aber gestern habe ich jede Menge Equipment eingekauft. Unter anderem sehr viele Weingläser, die ich erst mal ins Lager bringen musste.

Wenn Jena als Exzellenzuni ausgewählt wird – was wünschst du dir für die gemeinsame Zukunft von Stadt und Universität?

Andreas Marx: Ich erhoffe mir, dass wir uns gemeinsam weiterentwickeln – als Symbiose, als etwas wirklich Einzigartiges in Deutschland. Das funktioniert in Jena so gut, weil sich hier Wissenschaft und Stadt im Alltag ständig mischen. Das passiert nicht in Sitzungen, sondern morgens im Café, auf dem Wochenmarkt, beim Sport oder abends im Paradies. Das ist es, was ich mir wünsche: Selbstbewusstsein für das, was wir hier in Jena in den letzten Jahrzehnten erreicht haben. Und ein starkes Zeichen für das, wofür die Universität steht: Weltoffenheit, Freiheit der Gedanken und Freiheit der Wissenschaft.

Dana Jacob-Verständig: Es gibt zwei Dinge, die ich mir wünsche. Erstens, dass die Universität sich stark an innovativen Studiengängen orientiert. Das Thema KI ist wirklich wertvoll und zukunftsorientiert. Ich glaube, es wird uns die nächsten Jahrzehnte massiv begleiten. Das sind die Studiengänge, die wirklich gefragt sein werden. Und zweitens: Ich war selbst Studentin in Jena und habe das studentische Clubleben sehr genossen. Das ist leider sehr eingeschlafen. Ich würde mir sehr wünschen, dass das wieder mehr auflebt.

Ich bin Teil der Universitätsstadt Jena, weil…

Andreas Marx: Ich bin Teil der Universitätsstadt Jena, weil für mich als Präsident die Universität und die Stadt nicht zu trennen sind. Ich erlebe jeden Tag auf meinen Wegen durch die Stadt, wie eng Wissenschaft, Studierende und Stadtleben zusammenhängen – im Café, in der Straßenbahn, auf dem Marktplatz.

Dana Jacob-Verständig: Ich bin Teil der Universitätsstadt Jena, weil… ich die Menschen aus der Uni eigentlich überall treffe – in meinem Café, tagsüber in den Instituten, die ich beliefere und abends beim Sport. In Jena sind Universität und Alltag unglaublich nah beieinander.