Leitidee und Vorhaben
Wie die Universität Jena die Exzellenzuniversität ausgestalten will.
Studierende laufen durch den Durchgang zum Inseplatz und unterhalten sich, im Hintergrund das Universitätshauptgebäude
Foto: Christoph Worsch (Universität Jena)
Mit ihrem Antrag »Light. Life. Liberty. – Connecting People and Ideas« knüpft die Universität an ihre drei Profillinien LIGHT, LIFE und LIBERTY und an die besondere Kooperationskultur des Wissenschaftsstandorts Jena an.
Im Mittelpunkt stehen fünf Ziele:
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Ziel 1: Kooperative Spitzenforschung stärken
Wissenschaftliche Durchbrüche entstehen häufig dort, wo unterschiedliche Disziplinen, Methoden und Perspektiven zusammenkommen. Die Universität Jena schafft deshalb neue Räume und Instrumente für disziplinäre und interdisziplinäre Forschung.
Forschungsverbünde initiieren und fördern
Anschubfinanzierungen unterstützen Forschende dabei, neue kooperative Forschungsverbünde aufzubauen und bestehende Schwerpunkte weiterzuentwickeln. Ziel ist es, die Voraussetzungen für zukünftige Sonderforschungsbereiche, Graduiertenkollegs und Exzellenzcluster zu schaffen. Internationale Gastwissenschaftler:innen werden gezielt in die Forschungsstrukturen der Universität eingebunden.
Idea Labs für neue Forschungsideen
Idea Labs bieten flexible Unterstützung für neue disziplinäre und interdisziplinäre Forschungsansätze. In Workshops, Symposien und weiteren Formaten können Forschende Ideen entwickeln, erproben und zu tragfähigen Projekten weiterentwickeln. Ergänzend unterstützen Pioneers’ Grants innovative Vorhaben (u. a. Arbeit an Monographien) und die Vorbereitung größerer Förderanträge.
Core Facilities ausbauen
Gemeinsam genutzte Forschungsinfrastrukturen werden zu leistungsfähigen Core Facilities weiterentwickelt. Sie erleichtern allen Forschenden den Zugang zu modernen Geräten, Daten und Methoden, fördern die Zusammenarbeit über Standorte und Fächergrenzen hinweg und stärken insbesondere Wissenschaftler:innen in frühen Karrierephasen.
Digital Academy etablieren
Die Digital Academy erschließt systematisch die Potenziale der Digitalisierung in sämtlichen wissenschaftlichen und wissenschaftsunterstützenden Prozessen. Sie unterstützt den Einsatz von Datenanalyse, Künstlicher Intelligenz, Simulation und Hochleistungsrechnen in Forschung und Lehre und stärkt die digitale Transformation der Universität Jena als Kernelement der Spitzenforschung und langfristiger institutioneller Resilienz.
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Ziel 2: Talente gewinnen und fördern
Die Zukunft exzellenter Forschung hängt entscheidend davon ab, herausragende Wissenschaftler:innen zu gewinnen, zu fördern und langfristig an die Universität zu binden – vom Studium bis zur Professur.
Strategische Berufungen und internationale Rekrutierung
Ein strategischer Berufungsfonds und beschleunigte Verfahren stärken die Wettbewerbsfähigkeit der Universität. Verbesserte internationale Rekrutierung sowie der Ausbau des Dual-Career-Services erleichtern Wissenschaftler:innen und ihren Familien den Start in Jena.
Akademische Karrierewege stärken
Die Graduierten-Akademie wird zu einer Graduate & Leadership Academy weiterentwickelt. Sie bündelt Beratung, Qualifizierung, Mentoring und Führungskräfteentwicklung für alle Karrierephasen (vor der Promotion bis zur Professur). Neue Angebote – darunter ein Tenure-Track-Modell für die mittlere Karrierephase, Pre-Doctoral Fellowships und Führungskräfteentwicklung – schaffen transparente und planbare Entwicklungsperspektiven.
Forschungsorientierte und interdisziplinäre Lehre ausbauen
Mit der Academy for Research-oriented Interdisciplinary Studies and Education (ARISE) werden Forschung, Lehre und persönliche Entwicklung enger verbunden. Studierende erhalten frühzeitig Zugang zu Forschungsprojekten, Mentoring, Sommerschulen, Laboren und interdisziplinären Studienangeboten. Das Honours-Programm wird ausgebaut und die internationale Ausrichtung der Lehre gestärkt.
Chancengerechtigkeit, Diversität und Zugehörigkeit fördern
Die Universität entwickelt ihren Ansatz für Diversity, Equity, Inclusion und Belonging weiter. DEIB-Leitlinien, Führungskräftequalifizierung, bessere Rahmenbedingungen für Frauen in Schlüsselpositionen und die Bereitstellung flexibler Ressourcen stärken eine vielfältige, gerechte und inklusive Universitätskultur. Ein CommUNIty Office koordiniert die entsprechenden Angebote und Beteiligungsformate.
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Ziel 3: Gesellschaftliche Wirkung stärken
Forschung schafft neues Wissen und trägt zugleich zur Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen bei. Die Universität Jena stärkt deshalb den Austausch mit Gesellschaft, Kultur, Politik und Wirtschaft und entwickelt neue Wege vom Forschungsergebnis zur Anwendung.
Gesellschaftliche Wirkung verankern
Das Centre for Research and Societal Impact (CRSi) schafft eine institutionelle Grundlage für gesellschaftliches Engagement und partizipative Forschung. Die EngagementARENA, Dialog- und Beteiligungsformate sowie Angebote zur Entwicklung von Engagement-Kompetenzen bringen Wissenschaftler:innen mit Partnern aus Stadtgesellschaft, Kultur, Wirtschaft und Politik zusammen. Das Kommunikationszentrum FORUM (Bau gefördert durch die Carl-Zeiss-Stiftung) wird zu einem sichtbaren Ort für Austausch und öffentlichen Dialog mitten im Stadtzentrum.
Technologische und soziale Innovationen fördern
Eine Innovation Academy vermittelt Studierenden und Forschenden Kompetenzen in Innovation, Transfer und Unternehmertum. Ein One-Stop Transfer-Hub, Innovationsscouts, Makerspaces und Inkubatoren unterstützen den Weg von der Forschungsidee zur Anwendung, zur Gründung oder zur sozialen Innovation. Ein strategisches IP-Management schafft transparente und verlässliche Rahmenbedingungen für Patente, Lizenzen und Ausgründungen.
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Ziel 4: Allianzen und Netzwerke ausbauen
Die Universität Jena ist regional verankert und international vielfach verbunden. Diese Partnerschaften sollen strategisch gebündelt, vertieft und für Forschung, Lehre und gesellschaftliche Wirkung noch besser genutzt werden.
Jena Global Campus entwickeln
Der Jena Global Campus bündelt die internationalen Aktivitäten der Universität und entwickelt ausgewählte Partnerschaften zu langfristigen strategischen Allianzen weiter. Gemeinsame Forschungsprojekte, Berufungen, Promotionen, Studienprogramme und Mobilitätsformate stärken die internationale Wettbewerbsfähigkeit. Verschiedene Förderlinien binden internationale Partner gezielt in die Entwicklung von Lösungen für globale Herausforderungen ein.
Alumni-, Friends- und Fundraising-Management professionalisieren
Die internationale Alumni- und Freund:innen-Community der Universität wird als Netzwerk von Botschafter:innen, Partner:innen und Fördernden weiterentwickelt. Professionelle Beziehungsarbeit, neue Fundraising-Formate und stärkere Verbindungen zu Wirtschaft, Venture-Capital-Netzwerken und Gesellschaft erschließen zusätzliche Ressourcen für Forschung, Lehre und Transfer.
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Ziel 5: Zukunftsfähige Organisationsmodelle entwickeln
Exzellente Forschung braucht verlässliche, lernfähige und flexible Strukturen. Die Universität Jena stärkt deshalb ihre Organisationskultur und entwickelt Governance und Verwaltung gemeinsam mit den Anforderungen von Forschung, Lehre und Transfer weiter.
Dialog, Gemeinschaft und Nachhaltigkeit stärken
Das Community Management schafft dauerhafte Räume für Austausch, Beteiligung und gemeinsame Verantwortung. Mitarbeitenden- und Forschungsgespräche, ein universitätsweites Beteiligungsforum und der Campus-Dialog fördern Vertrauen und Zusammenarbeit über Fächer, Einrichtungen und Standorte hinweg. Das Green Office wird zum Sustainability Office weiterentwickelt (Beratung, Monitoring, Berichterstattung, Einwerbung externer Fördermittel).
Adaptive Governance und agile Verwaltung
Im Governance Lab werden neue Formen der Zusammenarbeit, Steuerung und Ressourcenverteilung unter realen Bedingungen erprobt. Impact Teams analysieren und verbessern zentrale Verwaltungsprozesse und digitalisieren Abläufe. Dabei wird das Potenzial Künstlicher Intelligenz genutzt.