"Lüge als Staatsprinzip"?

Vom NS-Staat zur Untergrabung der Wahrheit heute

Plünderung des Instituts für Sexualwissenschaft Magnus Hirschelds 1933

Foto: National Digital Archives, CC BY-SA 4.0, wikimedia commons
Plünderung des Instituts für Sexualwissenschaft Magnus Hirschelds 1933
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Veranstaltungseckdaten

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Beginn
Ende
Veranstaltungsarten
Podiumsdiskussion
Ort
Villa Rosenthal
Mälzerstraße 11
Jena 07745
Google Maps – LageplanExterner Link
Im Rahmen
Weimarer Rendez-vous mit der Geschichte 2026: "Fakt oder Fake?"
Es moderiert
Dr. Jörg Hebenstreit
Dr. Andreas Braune
Es referiert
Tobias Roth
Prof. Dr. Franka Maubach
Prof. Dr. Michael Dreyer
Organisiert von
KomRex - Zentrum für Rechtsextremismusforschung, Demokratiebildung und gesellschaftliche Integration
Dr. Jörg Hebenstreit
Veranstaltungssprache
Deutsch
Veranstaltungswebseite
Mehr erfahrenExterner Link
Barrierearmer Zugang
nein
Öffentlich
ja

"Lüge als Staatsprinzip"? - Diskutieren Sie mit!

"Lüge als Staatsprinzip" - Buchcover

Bild: Verlag Das Kulturelle Gedächtnis

Die Schamlosigkeit der Lüge ist zurück in der Welt. Egal ob in Diktaturen oder Demokratien: die offenkundige Verdrehung der Wahrheit, die hartnäckige Verbreitung »alternativer Fakten«, die schiere Leugnung von Tatsachen – kurz: die Lüge – hat Konjunktur. Selbst – und vor allem – in der ältesten Demokratie der Welt. Ist das Lügen womöglich sogar der Treibstoff für den unaufhaltsam erscheinenden Aufstieg des neuen Autoritarismus im letzten Jahrzehnt?

Um diese Frage beantworten zu können, lohnt sich ein Blick in die Vergangenheit, in die Zeit des Aufstiegs und vermeintlichen Siegs des alten Autoritarismus und des Totalitarismus. Und es lohnt sich ein Blick in den Essay »Lüge als Staatsprinzip« von Bruno Frank – einer schonungslosen Abrechnung mit den Lügengebäuden der Nationalsozialisten. Frank – einer der meistgelesenen Schriftsteller der Zwischenkriegszeit – verfasste den Essay 1939 kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs im kalifornischen Exil – auf Bitten Thomas Manns. Zu einer Publikation kam es damals jedoch nicht. Erscheinen konnte das Buch nun endlich im Verlag »Das Kulturelle Gedächtnis«. Tobias Roth, einer der beiden Herausgeber, liest Passagen und stellt diesen außergewöhnlichen Archivfund genauer vor. Wie brachte die Macht der Lüge Europa damals an den Abgrund – und kurze Zeit später noch einen Schritt weiter?

Anschließend diskutieren wir über den historischen Kontext und die Bedeutung des Textes. Vor allem aber auch darüber, was sich daraus über die Macht der Lüge heute – angesichts der notorischen Lügen Donald Trumps und vieler anderer Autoritärer – lernen lässt. Stehen wir erneut kurz davor, dass die Lüge die Herrschaft übernimmt? Warum hat sie heute wieder so leichtes Spiel? Und was kann man dagegen tun? Vor allem aber auch: Wie machen wir die demokratische Öffentlichkeit endlich widerstandsfähiger gegen Fake News und Desinformation?


Bringen Sie Ihre Vorschläge mit und diskutieren mit:

  • Dr. Tobias Roth ist Literaturwissenschaftler und arbeitet unter anderem als Lyriker, Übersetzer und Journalist. Zusammen mit Peter Graf ist er Gründer des Verlags Das Kulturelle Gedächtnis.
  • Prof. Dr. Franka Maubach ist Historikerin, Vorsitzende des Vorstands der Stiftung Ettersberg und Professorin für Europäischen Diktaturvergleich an der Friedrich-Schiller-Universität Jena.
  • Prof. Dr. Michael Dreyer ist Professor für politische Theorie und Ideengeschichte an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Er forscht sowohl zur Geschichte der Weimarer Republik als auch zur Innenpolitik der USA.

Moderation: Dr. Jörg Hebenstreit ist Politikwissenschaftler und Geschäftsführer des KomRex – Zentrum für Rechtsextremismusforschung, Demokratiebildung und gesellschaftliche Integration an der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Begrüßung: Dr. Andreas Braune ist Programmleiter des internationalen Geschichtsfestivals Weimarer Rendez-vous mit der Geschichte und Referent für Impact und Engagement am Vizepräsidium für Universitätsgemeinschaft und Engagement.


Eine gemeinsame Veranstaltung im Rahmen des Weimarer Rendez-vous mit der Geschichte und in Kooperation mit dem KomRex – Zentrum für Rechtsextremismusforschung, Demokratiebildung und gesellschaftliche Integration und der Villa Rosenthal, einer Einrichtung von JenaKultur.