Foto: Nicole van Dam

Prof. Dr. Nicole van Dam

Professorin für Molekulare Interaktionsökologie
Foto: Nicole van Dam
Foto: Anne Günther (Universität Jena)

Prof. Dr. Nicole van Dam

»Plant chemical defences are the spice of life.«

Werdegang

1990 · Studienabschluss
Universität Wageningen, Niederlande

1995 · Promotion
Universität Leiden, Niederlande

1995 bis 2003 · Postdoc-Phase

2003 bis 2009 · Research Scientist
Netherlands Institute for Ecology

2010 · Erste Professur
Universität Nijmegen, Niederlande

2014 · Zweite Professur
Friedrich-Schiller-Universität Jena

Interview

Was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit als Wissenschaftlerin? Weshalb haben Sie sich für die Wissenschaft entschieden?

Mir gefällt es vor allem, die Freiheit zu haben, über das zu forschen, was ich wichtig und interessant finde.

Welche Vorbilder haben Sie beruflich geprägt?

Das waren vor allem meine beiden Doktorväter in Leiden und meine Direktorin am NIOO-KNAW in den Niederlanden.

Wer oder was hat Ihnen auf dem Weg zur Professur am meisten geholfen? Welche resp. wessen Unterstützung war Ihnen besonders wichtig?

Als erste sind meine Eltern zu nennen. Sie haben es mir ermöglicht, zu studieren und mich immer dazu ermutigt. Dann meine Doktorväter – sie haben mich in ihre wissenschaftlichen Netzwerke aufgenommen. Und natürlich mein Mann, der mir quer durch die Welt gefolgt ist und mit mir gemeinsam unsere beiden Kinder großzieht.

Ist Ihre Karriere gradlinig verlaufen – und wie haben Sie eventuelle Umwege und Durststrecken bewältigt?

Meine Karriere war eigentlich gradlinig, auch wenn das von vornherein nicht immer klar war.

Akademische Karrieren sind oftmals von einem hohen Maß an Unsicherheit geprägt. War das bei Ihnen auch der Fall - und wie sind Sie damit umgegangen?

Ja, auf jeden Fall. Aber wir haben alle Entscheidungen grundsätzlich als Familie besprochen und auch gemeinsam getroffen. Wir haben dabei jedoch nie meine Wünsche und Träume aus den Augen verloren. Daneben habe ich auch persönliches Coaching und Interventionsgruppen zu schätzen gelernt. Schließlich bin ich immer auch bereit gewesen, Risiken einzugehen. Aber es hat auch immer einen Plan B gegeben.

Für wie wichtig halten Sie Networking in Ihrem Beruf? Gibt es eine besondere Strategie, die Sie dabei verfolgen?

Sehr wichtig! Ohne Networking kommt man nicht voran. Ich habe zum Beispiel meinen ersten Postdoc-Supervisor in den USA explizit darum gebeten, mich auf einer riesigen Konferenz seinen Bekannten vorzustellen. Man sollte grundsätzlich jederzeit fähig sein, seine Forschung innerhalb einer Minute kurz zu erörtern – auch und vor allem auf Englisch und wenn möglich schon als Masterstudent oder Doktorand. In Deutschland wird noch zu wenig auf Englisch unterrichtet.

Wie schaffen Sie es, einen solch anspruchsvollen und fordernden Beruf mit dem Privatleben in Einklang zu bringen?

Kommunizieren und abwägen sind die Stichworte: Zu Beginn muss man für sich herausfinden, was einem im Leben wichtig ist und dies stetig evaluieren, wenn sich die Umstände ändern. Dabei sollte man vor allem nicht immer mit Logik an die Dinge herangehen, sondern auch und vor allem seiner Intuition folgen. Wenn man weiß, was wichtig ist, kann man immer das wählen, was in diesem Moment richtig ist. Kommunikation ist hierbei unumgänglich.

Ihre Tipps für Nachwuchswissenschaftlerinnen: Was sollten sie keinesfalls versäumen zu tun? Und was sollten sie unbedingt vermeiden?

Es gibt immer Lösungen für Probleme! Sei kreativ – Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sind ja schlau – und habe keine Angst, anders zu sein als andere. Lass‘ Dir nie einreden, dass etwas nicht möglich ist, nur weil Du eine Frau bist oder eine Familie hast.

Sind Wissenschaftlerinnen an der Universität Jena gut aufgehoben? Was macht die Universität Jena für Sie attraktiv?

Die Universität Jena ist familienfreundlich und bietet beispielsweise auch Coaching und Mentoring-Programme für Frauen an.

Kontakt

Deutsches Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig, Raum A.00.15
Puschstraße 4
04103 Leipzig