Eine Flagge mit dem Slogan "Light. Life. Liberty" vor dem Universitätshauptgebäude

Die Universität Jena auf dem Weg zur Exzellenzuniversität

LIGHT. LIFE. LIBERTY. – Connecting People and Ideas
Eine Flagge mit dem Slogan "Light. Life. Liberty" vor dem Universitätshauptgebäude
Foto: Jens Meyer (Universität Jena)

Wo wir stehen

Die Universität Jena hat ihren Antrag auf Förderung als Exzellenzuniversität fristgerecht im November 2025 beim Wissenschaftsrat eingereicht. Im Sommer 2026 erwartet die Universität den Besuch einer internationalen Gutachtergruppe im Rahmen einer Ortsbegehung. Die Entscheidung der Exzellenzkommission über die neuen Exzellenzuniversitäten wird am 2. Oktober 2026 bekannt gegeben.

Mit der Bewilligung von zwei Exzellenzclustern am 22. Mai 2025 – der Fortführung von „Balance of the Microverse" und dem neuen Cluster „Imaginamics. Practices and Dynamics of Social Imagining" – hat die Universität Jena die Voraussetzung für die Antragstellung in der Förderlinie Exzellenzuniversitäten erfüllt. Beide Cluster stehen exemplarisch für das Forschungsprofil der Universität: für die Verbindung von Natur-, Lebens- und Geisteswissenschaften, für regionale Verankerung und für internationale Sichtbarkeit.

Forschung mit Wirkung – von Jena in die Welt

Platzhalterbild — Unversitätspräsident Prof. Dr. Andreas Marx hält ein Exzemplar des Exzellenzantrags in seiner Hand

Foto: Multimediazentrum der Uni Jena

Unter dem Titel „Light. Life. Liberty. – Connecting People and Ideas" formuliert die Universität Jena eine Zukunftsstrategie, die auf drei Grundpfeilern beruht: wissenschaftlicher Exzellenz, gesellschaftlicher Verantwortung und einer gelebten Kultur des Dialogs. Der Antrag versteht Forschung als gemeinschaftliches Unternehmen – getragen von Menschen, die Ideen miteinander verbinden.

In den vergangenen Jahrzehnten hat sich Jena zu einem hochvernetzten Wissenschafts- und Innovationsstandort entwickelt. Die Universität bildet das Zentrum eines leistungsfähigen Ökosystems, das das Universitätsklinikum Jena, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, die Ernst-Abbe-Hochschule, Unternehmen und die Stadtgesellschaft verbindet. Mit der Bewerbung als Exzellenzuniversität geht die Universität den nächsten Schritt, um ihre Rolle als Katalysator für Innovation, Bildung und gesellschaftliche Transformation weiterzuentwickeln – regional verwurzelt, global vernetzt und zukunftsorientiert.

„Gerade in Zeiten wachsender Wissenschaftsskepsis ist es unser Ziel, die Bedeutung von Forschung und Bildung sichtbar zu machen", sagt Universitätspräsident Prof. Dr. Andreas Marx. „Wissenschaft braucht Vertrauen – und dieses Vertrauen entsteht durch Offenheit, Verantwortung und den Mut, gemeinsam Neues zu denken."

News

  1. Jena erhält zwei Exzellenzcluster

    Die Friedrich-Schiller-Universität ist in der Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder mit ihren Clustern „Balance of the Microverse“ und „Imaginamics“ erfolgreich. Damit erfüllt sie die Voraussetzung für eine Bewerbung als Exzellenzuniversität.

    • Light
    • Life
    • Liberty
    Flagge mit den Profillinien "Light. Life. Liberty." vor dem Hauptgebäude der Universität Jena.
    Foto: Jens Meyer (Universität Jena)
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Was der Titel für Jena bedeutet

Zwei junge Forscherinnen bei der Arbeit im Labor

Foto: Anna Schroll (Universität Jena)

Mit dem Titel Exzellenzuniversität verbinden sich substantielle Gestaltungsmöglichkeiten für die Universität Jena: Geförderte Universitäten erhalten jährliche Mittel zwischen 10 und 15 Millionen Euro, mit denen sie ihr fachliches Profil schärfen, Freiräume für herausragende Forschung schaffen und die Karriereperspektiven für Wissenschaftler:innen in frühen und mittleren Karrierephasen verbessern können. Auch die Attraktivität als Arbeitgeberin und das Arbeitsumfeld aller Universitätsmitglieder profitieren von diesen zusätzlichen Spielräumen.

Für die Universität Jena bedeutet die Bewerbung zugleich, die enge Zusammenarbeit zwischen den Fakultäten und mit regionalen Partnern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft weiter zu stärken. Die Erfahrungen aus dem Exzellenzcluster „Balance of the Microverse" zeigen, wie zusätzliche Mittel auch das Lehrangebot für Studierende verbreitern und international sichtbar machen.

Die Bewerbung als gemeinsamer Prozess

  • Exzellent gedacht – exzellent gemacht

    Von der ersten Zukunftsbefragung 2024 bis zum BeteiligungsFORUM im Sommer 2025: Mitglieder und Angehörige der Universität Jena haben die Bewerbung als Exzellenzuniversität in Befragungen, Workshops und Lego-Serious-Play-Formaten aktiv mitgestaltet. Ein Rückblick auf den Beteiligungsprozess.

    Studierende arbeiten an einer Flipchart und pinnen Ideen an
    Foto: Nicole Nerger

Die Grundlage unserer Bewerbung

  • Balance of the Microverse

    Zwei Forschende des Exzellenzclusters „Balance of the Microverse“ bei der Arbeit im Labor

    Foto: Anna Schroll

    Im Jahr 2019 hat der Exzellenzcluster „Balance of the Microverse“ an der Friedrich-Schiller-Universität seine Arbeit aufgenommen. Am 22. Mai 2025 wurde das Cluster für eine weitere Förderung bis 2033 ausgewählt.

    Im Fokus des Exzellenzclusters „Balance of the Microverse“ steht das Verständnis mikrobieller Gemeinschaften – ihrer Dynamik, ihrer Stabilität und ihrer Steuerbarkeit. Die Forschenden untersuchen, wie Mikroorganismen in komplexen Netzwerken miteinander interagieren, welche Faktoren ihr Gleichgewicht beeinflussen und wie sich solche Systeme gezielt stabilisieren lassen. Mikrobielle Netzwerke prägen maßgeblich die Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt – ihre Resilienz gegenüber äußeren Einflüssen ist daher von zentraler Bedeutung.

    In der neuen Förderperiode werden die Forschenden ihre interdisziplinären Ansätze weiter ausbauen. Der Fokus liegt dabei auf der Resilienz mikrobieller Ökosysteme und der Entwicklung innovativer Strategien zur nachhaltigen Steuerung mikrobieller Prozesse. Anwendungsperspektiven eröffnen sich in der Umweltforschung, der Medizin und der Biotechnologie. Mit dem entstehenden Microverse Center Jena am Beutenberg erhält der Cluster zudem ein neues Zuhause – als Kristallisationspunkt für Forschung, Austausch und wissenschaftliche Innovation.

  • Imaginamics

    Forschende der Exzellenzcluster-Inititative "Imaginamics" sitzen bzw. stehen um einen Tisch herum und arbeiten gemeinsam an einem Flipchart.

    Foto: Anna Schroll

    Der neue Exzellenzcluster „Imaginamics. Practices and Dynamics of Social Imagining" wird seit dem 1. Januar 2026 gefördert und beschäftigt sich mit dem, was Gesellschaften im Innersten zusammenhält: gemeinsam geteilte Vorstellungen und Narrative, Weltbilder und Zukunftsentwürfe – gleichsam das soziale Grundnahrungsmittel jeder Gesellschaft.

    „Wie wir Gesellschaft verstehen, wie wir uns die Zukunft vorstellen und in die Vergangenheit blicken, unterliegt derzeit einschneidenden Veränderungen“, sagt Johannes Grave, Professor für Neuere Kunstgeschichte und Sprecher des neuen Exzellenzclusters. Wie die gegenwärtigen Krisenerscheinungen zeigten, könne das soziale Imaginieren Menschen nicht nur zusammenbringen und Solidarität fördern, sondern auch Konflikte und Spaltungen erzeugen.

    Die Forschungen des Clusters nehmen nicht nur einzelne Vorstellungsinhalte in den Blick, sondern werden vor allem auf den Prozess des Imaginierens gerichtet sein. Damit wollen die Forschenden ein umfassendes Verständnis sozialen Imaginierens gewinnen, das mit theoretischer Grundlagenarbeit und fundierten empirischen Studien Ansätze der Kultur-, Geistes- und Sozialwissenschaften miteinander verbindet und dabei epochen- und kulturübergreifende Perspektiven eröffnet.

    „Imaginamics“ wird von einem Netzwerk starker regionaler Kooperationspartner getragen, die teils einzigartige Expertise für das Thema einbringen. Neben der Friedrich-Schiller-Universität sind die Bauhaus-Universität Weimar, das Max-Planck-Institut für Geoanthropologie, die Klassik Stiftung Weimar, die Stiftung Ettersberg, die Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, das Max-Weber-Kolleg Erfurt, das Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft (IDZ) sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universitäten Halle und Erfurt beteiligt. Durch öffentlich sichtbare Projekte und Citizen Science wird der Cluster zudem den Dialog mit der Gesellschaft suchen und zum Gegenstand seiner Forschung machen.

  • Universitätspauschale

    Universitäten mit Exzellenzclustern können eine sogenannte Universitätspauschale (jährlich 1,75 Millionen Euro) beantragen, um ihre Organisation und strategische Ausrichtung zu stärken. An der Universität Jena werden aus diesen Mitteln die Profillinien LIGHT, LIFE, LIBERTY, Stellen für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in frühen und mittleren Karrierephasen sowie Projekte für Studierende wie das Honours-Programm gefördert. Im Rahmen des Jena Excellence Fellowship werden zudem internationale Gäste nach Jena eingeladen.

Das Verfahren im Überblick

Drei Forschende im Gespräch auf einer Treppe

Foto: Anna Schroll (Universität Jena)

Seit 2019 werden zehn Universitäten und ein Universitätsverbund als Exzellenzuniversitäten gefördert. Auf Grundlage der positiven Evaluation im März 2026 werden diese Standorte in der neuen Förderperiode ab 2027 weitergefördert. In der aktuellen Wettbewerbsrunde können bis zu fünf neue Exzellenzuniversitäten hinzukommen.

Die Ausschreibung wurde am 28. März 2024 veröffentlicht. Auf der Grundlage der Entscheidungen zu den Exzellenzclustern im Mai 2025 reichten die antragsberechtigten Universitäten ihre Anträge bis zum 12. November 2025 ein. Im Frühjahr und Sommer 2026 besuchen die internationalen Gutachtergruppen die Universitäten vor Ort, bevor die Exzellenzkommission am 2. Oktober 2026 über die Aufnahme der neuen Exzellenzuniversitäten entscheidet.

Der eingereichte Antrag gliedert sich in drei Teile: Gesamtstrategie, Status quo und Vorarbeiten sowie Planung und Potenzial. Er umfasst rund 60 Seiten und enthält Aussagen zu allen Leistungsdimensionen (Forschung, Lehre, Transfer, Forschungsinfrastrukturen) und Querschnittsdimensionen (u.a. Nachwuchsförderung, Chancengleichheit, Internationalisierung, Digitalisierung, Kooperationen, Personalplanung/Rekrutierung/Entwicklung) der Universität. Ergänzt wird er durch einen rund 60-seitigen Datenanhang zum Status quo der Hochschule.

Kontakt

Tobias Schwessinger, Dr.

Stabsstelle für Strategische Projekte
Präsidialamt
Tobias Schwessinger
Foto: Silvan Schwessinger
Link zum Herunterladen der vCard
vCard
Universitätshauptgebäude
Fürstengraben 1
07743 Jena Google Maps – LageplanExterner Link