Förderpreis "Geschlechteraspekte im Blick"

Mit dem Förderpreis werden herausragende Forschungsarbeiten gewürdigt, in denen Aspekte von Geschlecht bzw. Gender einbezogen wurden.

v.l.: Vizepräsident Thomas Pertsch, Riccarda Funk, Jana George (in Vertretung für Luisa Lehning), Ngoc Dong Nhi Vo, Ivonne Löffler

Foto: Nicole Nerger
v.l.: Vizepräsident Thomas Pertsch, Riccarda Funk, Jana George (in Vertretung für Luisa Lehning), Ngoc Dong Nhi Vo, Ivonne Löffler

Der Förderpreis "Geschlechteraspekte im Blick" wird einmal pro Jahr in zwei Kategorien für Forschungsarbeiten ausgeschrieben, in denen die Aspekte von Geschlecht und/oder Gender auf besondere Weise berücksichtigt wurden. Bewerben können sich zum einen Wissenschaftler:innen mit ihrer Promotionsarbeit und zum anderen fortgeschrittene Wissenschaftler:innen mit ihrer Habilitationsschrift oder einer anderen einschlägigen Forschungsarbeit. Die Vergabe des Förderpreises erfolgt im feierlichen Rahmen des Schillertages.

Die Ausschreibungen werden auf dieser Seite veröffentlicht.

Zur Zeit keine aktuellen Ausschreibungen.

Preisträger*innen

  • Riccarda Funk (Förderpreis 2025, Promotion)

    Riccarda Funk ist Sprechwissenschaftlerin und hat in Ihrer Dissertation mit dem Titel „Die Entwicklung von Geschlecht in der präpubertären Stimme. Eine Langzeitstudie“ eine faszinierende Untersuchung zu den akustischen und perzeptuellen Geschlechtsmerkmalen in Kinderstimmen vorgelegt. Sie konnte nachweisen, dass die Stimme von Jungen und Mädchen bereits vor der Pubertät deutliche Unterschiede aufweist, die nicht anatomisch begründet werden können. Kinder konstruieren somit schon im Grundschulalter akustische Merkmale, die im sozialen Kontext als feminin und maskulin interpretiert werden. In Riccarda Funks Forschung zeigt sich damit eine bemerkenswert enge Verbindung von Geschlecht und Gender als Analysekategorien.

    https://www.gw.uni-jena.de/34738/riccarda-funk 

  • Luisa Lehning (Förderpreis 2025, Promotion)

    Die Rechtswissenschaftlerin Luisa Lehning erhält den Förderpreis für ihre Dissertation „Mehrdimensionalität in der Gleichheitsrechtsdogmatik. Rechtliche Erfassbarkeit von Intersektionalität und struktureller Diskriminierung am Beispiel von Art. 3 Abs. 3 GG“. In ihrer Arbeit entfaltet sie durch die Anwendung postkategorialer Ansätze sowie die Übertragung freiheitsrechtlicher Dogmatik ein innovatives dogmatisches Raster, welches rechtlich bisher unterberücksichtigte mehrdimensionale Ungleichbehandlungen identifiziert und ihre spezifische Intensität für marginalisierte Gruppen bestimmbar macht.

    https://www.mohrsiebeck.com/buch/mehrdimensionale-diskriminierungen-9783161705779/Externer Link 

  • Ngoc Dong Nhi Vo (Förderpreis 2025, Promotion)

    Ngoc Dong Nhi Vo ist Medizinerin und erhält den Förderpreis für ihre Dissertation „Die Rolle von Kollagen VIII in der alternden Mausniere“. Als Teil der Arbeitsgruppe von Ivonne Löffler am Nephrologischen Forschungslabor des Universitätsklinikums Jena hat Ngoc Dong Nhi Vo eine herausragend eigenständige Untersuchung zu altersbedingten Nierenschädigungen vorgelegt. In ihrer Forschung zeigte sie, dass Kollagen VIII wesentlich zu geschlechtsspezifischen Unterschieden bei der Nierenalterung beiträgt. Ihre Ergebnisse belegen die aktive Rolle dieses bisher wenig beachteten Moleküls und eröffnen neue Perspektiven für eine gendersensible Diagnostik und Therapie.

  • Ivonne Löffler (Förderpreis 2025, fortgeschrittene Wissenschaftler*innen)

    Die Biologin Ivonne Löffler erhält den Förderpreis für ihre wegweisenden Arbeiten zu Geschlechtsunterschieden bei diabetischen Nierenerkrankungen. In zahlreichen Untersuchungen konnte sie zeigen, dass das endotheliale Kollagen VIII mit den Sexualhormonen interagiert und damit eine geschlechtsabhängige Ausprägung der Diabetes-verursachten Nierenschäden bedingt. Beispielhaft und eindringlich verweisen diese Untersuchungen auf die Notwendigkeit geschlechtersensibler Analysen in der biomedizinischen Forschung.

    https://www.uniklinikum-jena.de/kim3/Nephrologie/Forschung.htmlExterner Link