Footballspiel

Michgan State University

Wintersemester 2025/26
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Foto: Tony, Uni Jena
  • Michigan State University

Meldung vom:

Tony, Lehramt Gymnasium Englisch und Kunst

Vorbereitung & Organisation

Da ich unbedingt während meines Studiums noch eine Weile im englischsprachigen Raum verbringen wollte, stand für mich schon länger fest, dass ich gerne ein Auslandssemester machen möchte.

Winter auf dem Campus

Foto: Tony, Uni Jena

So habe ich mich im Herbst 2024 über das International Office für einen Platz und Kanada und den USA beworben. Das heißt die Bewerbungsphase hat bereits ein dreiviertel Jahr vor meiner tatsächlichen Abreise begonnen. Wenn es einen reizt, im Studium ein Auslandssemester zu absolvieren kann man also nicht früh genug beginnen, sich Gedanken darüber zu machen! Im Januar 2025 habe ich dann vom International Office die Zusage für die Michigan State University (MSU) erhalten, woraufhin die Vorbereitung so richtig losging. Es folgte im Frühjahr das Sammeln weiterer Unterlagen (Englischtest, etc.) um eine weitere Bewerbung an die MSU selbst zu schicken. Sobald ich auch diese Zusage erhalten hatte, habe ich begonnen, mich um mein J1 Visum, Flüge, Student Housing etc. zu kümmern. Hier ist nicht zu unterschätzen wieviel Zeit das Ganze in Anspruch nimmt – man sollte es also auf keinen Fall vertrödeln! Auch der finanzielle Aspekt ist nicht zu unterschätzen, sowohl Visum, als auch Flüge etc. sind natürlich kostspielig – außerdem muss man einen Finanznachweis vorlegen, um das Semester an der MSU antreten zu können. Zuletzt folgte noch die Wahl meiner Kurse – da ich bereits am Ende meines Studiums stehe und mir nur noch bestimmte Kurse fehlten, verließ ich mich hierbei auf die Hilfe meines Studienfachberaters. Dank der riesigen Kursauswahl an der MSU war es aber letztendlich kein Problem die passenden Kurse für beide meiner Fächer zu finden.

Ankommen

Als all die Vorbereitung dann geschafft war, stand in August schließlich mein Flug nach Detroit bevor. Nachdem der Bus mich vollends nach East Lansing gebracht hatte, bestanden die ersten Tage erstmal daraus, sich zu orientieren und die anderen Internationals kennenzulernen. Im Nachhinein habe ich bereits in diesen Tagen Freundschaften geschlossen, die meine gesamte Zeit an der MSU prägten. Besonders schön war auch, dass ich vieles gemeinsam mit meinem Roommate zusammen entdecken konnte, sie kam aus Irland und war ebenfalls nur für ein Semester an der MSU. Wir haben uns von Anfang an richtig gut verstanden und auch wenn ich mir vorerst nur schwer vorstellen konnte, wie es wohl sein würde sich dauerhaft ein Zimmer zu teilen, war ich im Nachhinein sehr froh in einem Dorm gewohnt zu haben. Nicht nur, weil das für ein Semester und ohne Auto wohl die unkomplizierteste Lösung war, sondern auch, weil sich daraus eine sehr besondere Freundschaft entwickelt hat.

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Foto: Tony, Uni Jena

Freizeit & Studium

Dadurch, dass ich in einem Dorm gewohnt habe, war ich verpflichtet den Dining Plan für das Semester dazu zu kaufen. Auch wenn ich es zwischenzeitlich schon sehr vermisst habe selbst zu kochen, hat es auch irgendwie zur amerikanischen College Erfahrung dazugehört. Mit dem Dining Plan konnte man sich mit den sogenannten „Combos“ auch kleine Snacks oder mal einen Kaffee bei Starbucks auf dem Campus holen – hungrig war man also definitiv nie! Auch was die Freizeitgestaltung anbelangte, spielte sich viel auf dem Campus ab – am Wochenende ging ich oft mit Freunden zu den verschiedenen Sportveranstaltungen – die Atmosphäre dort war wirklich was ganz Neues für mich. Ich würde auf jeden Fall empfehlen das breit gefächerte Angebot auf dem Campus wahrzunehmen und wenn möglich auch ein oder zwei Clubs beizutreten. Hier gibt es von politischen Clubs über Kreatives bis zu verschiedensten Sportarten ein riesiges Angebot und es ist die perfekte Möglichkeit neue Leute mit ähnlichen Interessen kennenzulernen. Vielen Clubs kann man einfach ohne Gebühren oder sonstiges beitreten, bei ein paar sehr beliebten Sportclubs (wie in meinem Fall Volleyball und Tennis) muss man allerdings einen Tryout-Prozess überstehen und Gebühren zahlen. Doch auch dies lohnt sich definitiv – im besten Falle hat man sogar die Möglichkeit mit dem Team zu mehrtägigen Turnieren zu reisen, was eine ganz besondere Erfahrung ist!

Chicgao Trip

Foto: Tony, Uni Jena

Insgesamt würde ich auf jeden Fall sagen, dass es gutgetan hat, am Wochenende ein paar Trips zu unternehmen, sonst kann einem manchmal auf dem Campus (auch wenn dieser riesig ist) ohne Auto ein bisschen die Decke auf den Kopf fallen. Besonders Chicago ist auf jeden Fall einen Trip wert und direkt vom Campus aus mit dem Zug erreichbar. Wer ein bisschen weiter weg möchte, kann mit ein wenig Glück auch recht günstig von Detroit aus fliegen – ich konnte so über die Fall Break ein paar Tage nach New York und über Thanksgiving meinen Bruder an der West Coast besuchen. Bei meinem Flug an die West Coast sind mir mal wieder die unglaublichen Dimensionen der USA bewusst geworden, aber ich würde lügen, wenn ich sagen würde, ich hätte inzwischen des unglaublich kalten Winters in Michigan nicht ein paar Tage Sonne sehr genossen.

Das Studium in den USA unterscheidet sich auch abseits der Freizeitgestaltung in vielen Teilen von dem in Deutschland. Es war auf jeden Fall spannend, so ein anderes System kennenzulernen. Im Gegensatz zu Deutschland hatte ich deutlich mehr Abgaben und kleine Exams oder Quizzes über das Semester hinweg; und auch, dass Anwesenheit als Teil der Note gezählt wird, kannte ich so aus meinem Studium zuvor eher nicht. Dies hatte aber den Vorteil, dass zum Ende des Semesters nicht so viel Druck auf einer einzigen Prüfung lag und wer über das Semester ein bisschen am Ball blieb in der Regel auch dafür belohnt wurde. Als sehr besonders habe ich auch den Umgang zwischen Dozierenden und Studierenden wahrgenommen, man begegnete sich stets auf Augenhöhe und auch das eine oder andere Gespräch vor oder nach der Stunde, das über den Kursinhalt hinaus ging war keine Seltenheit. So würde ich behaupten, dass man in den verschiedenen Kursen stets ein bisschen an die Hand genommen wurde und die Dozierenden sich auch keinem kleinen Extra-Aufwand zu schade waren. Auch was organisatorische Dinge anbelangt, konnte ich mich wirklich jederzeit auf sowohl das Büro an der MSU, als auch das der FSU Jena verlassen!