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Meldung vom: | Verfasser/in: Katja Bär
Die Friedrich-Schiller-Universität Jena und die Ernst-Abbe-Stiftung laden am Montag, 4. Mai 2026, zum 80. Mal zum Ernst-Abbe-Kolloquium ein. Um 17:00 Uhr spricht der international renommierte Physiker Prof. Dr. Jens Eisert im Physik-Hörsaal am Max-Wien-Platz 1 in Jena über aktuelle Entwicklungen in der Quantenphysik und deren Bedeutung für zukünftige Technologien. Unter dem Titel »Von Katzen, Quanten und Computern« spannt er den Bogen von grundlegenden Konzepten der Quantenmechanik bis hin zu neuen Ansätzen im Quantencomputing. Der Eintritt ist frei.
Faszination Quantenphysik
Unter dem Titel »Von Katzen, Quanten und Computern« spannt Jens Eisert den Bogen von grundlegenden Konzepten der Quantenmechanik – wie dem berühmten Gedankenexperiment der »Schrödinger-Katze« – hin zu aktuellen Entwicklungen im Bereich des Quantencomputings. Im Mittelpunkt stehen Fragen, wie sich quantenphysikalische Effekte für neuartige Informationsverarbeitung nutzen lassen und welche Perspektiven sich daraus für Wissenschaft und Technologie ergeben.
Quantenphysik verständlich erklärt
Die Quantenmechanik ist die grundlegende physikalische Theorie der Natur. Sie beschreibt, wie sich kleine Teilchen wie Atome, Ionen und Lichtteilchen verhalten. Manche ihrer Vorhersagen sind wenig intuitiv und rätselhaft: So können Dinge an vielen Orten gleichzeitig sein, eine Messung verändert das Objekt und es gibt den absoluten Zufall.
Die Welt der kleinsten Teilchen scheint sich wenig um die Regeln der makroskopischen Welt zu scheren: Schon Erwin Schrödinger erdachte das bekannte Gedankenmodell, nach dem die Quantenmechanik vorhersagt, dass Katzen gleichzeitig sowohl lebendig wie auch tot sein können – eine aus der Alltagserfahrung allerdings etwas kuriose Vorstellung. Und dennoch liegen Phänomene der Quantenmechanik der Funktionsweise von nahezu jedem Hightech-Produkt von Halbleitern bis Lasern zugrunde.
Welche Perspektiven eröffnen Quantencomputer?
Neueste Ansätze zur Manipulation einzelner Quantensysteme eröffnen Perspektiven für neuartige Computer, die bei bestimmten Problemen deutlich leistungsfähiger sein könnten als klassische Superrechner. Jens Eisert nimmt das Publikum mit auf eine Reise von den Anfängen der Computerentwicklung in Berlin bis hin zu aktuellen Entwicklungen im Quantencomputing, in denen Hochtechnologie und grundlegende Fragen über die Natur zusammenkommen.
Zur Person
Jens Eisert ist Professor für Theoretische Physik an der Freien Universität Berlin. Er leitet das Dahlem Center for Complex Quantum Systems. Zudem forscht er am Helmholtz-Zentrum Berlin und am Fraunhofer-Heinrich-Hertz-Institut. Seine Arbeiten zählen zu den international sichtbaren Beiträgen der Quanteninformationstheorie. Im Fokus stehen Quantencomputing und grundlegende Fragen der Physik. Er untersucht Möglichkeiten und Grenzen quantenphysikalischer Informationsverarbeitung. Eisert wurde mit mehreren renommierten Preisen ausgezeichnet. Dazu zählen unter anderem ERC Grants, der EURYI Award und der Google NISQ Award.