Was passiert beim Denksport im Gehirn?
Go-Experiment an der Universität Jena vom 18. bis 23.4. wird im Internet übertragen – inklusive Livekommentar zum Spiel und zur Hirnaktivität
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Diese Seite informiert über gender- und geschlechtersensible Forschung in den Natur- und Technikwissenschaften an der Universität Jena.
Blick auf die Verstärkerstufe eines der leistungsstärksten vollständig diodengepumpten Lasersysteme der Welt an der Universität Jena
Foto: Jens Meyer (Universität Jena)
Zahlreiche Fördermittelgeber wie die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFGExterner Link) und europäische Förderlinien wie Horizon EuropeExterner Link legen besonderen Wert auf die Berücksichtigung von Genderaspekten in der Forschung. Mit dieser Bezeichnung werden sowohl Chancengleichheit in Forschungsprojekten als auch die durchgängige Berücksichtigung von Gender im Forschungszyklus zusammengefasst.
Die Universität Jena hat in der Satzung zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxispdf, 338 kb festgelegt, dass wissenschaftlich Tätige zu bedenken haben, "ob und inwiefern Geschlecht und Diversität für das Forschungsvorhaben bedeutsam sein können" (§8, Absatz 3).
Die DFG informiert auf ihren Seiten über die Relevanz von Geschlecht und Diversität in der ForschungExterner Link, gibt zur Orientierung weitere fachspezifische Beispiele und stellt eine Checkliste für AntragstellendeExterner Link zur Verfügung.
Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) bietet regelmäßig informative Workshops zum Thema "Gender Dimension in Research"Externer Link an.
Für die internationale Perspektive ist die Initiative "Gendered Innovations"Externer Link an der Stanford University (USA) einschlägig. Hier finden Sie neben Hinweisen zu grundlegenden Konzepten und Methoden auch vielfältige Beispiele und Fallstudien aus verschiedensten Forschungsbereichen.
Anita Thaler ist promovierte Wissenschafts- und Technikforscherin und arbeitet am Interdisziplinären Forschungszentrum für Technik, Arbeit und Kultur in Graz. Wir sprechen mit Anita darüber, warum man Vielfalt bereits im Forschungsprozess mitberücksichtigen muss und warum das gemeinsame Erarbeiten von Wissen nachhaltigere Ergebnisse liefert.
Titel
Denken unter Druck: neuronale Profile bei mentaler Höchstleistung im Go-Spiel
Zugehörigkeit
Klinische Psychologie, Fakultät für Sozial- und Verhaltenswissenschaften
Bioinformatik für Hochdurchsatzverfahren, Fakultät für Mathematik und Informatik
Zusammenfassung
Während sich im physischen Spitzensport geschlechtsspezifische Leistungsunterschiede bei Ultralangzeitbelastungen zunehmend angleichen, bestehen in kognitiven Hochleistungsdisziplinen wie dem Go-Spiel Unterschiede: Frauen erreichen hier bislang seltener Weltspitzenniveau. Die Ursachen sind unklar, da kognitive Grundfunktionen kaum geschlechtsspezifische Differenzen zeigen.
Diese Pilotstudie untersucht erstmals, ob Männer und Frauen bei langfristiger geistiger Höchstleistung unterschiedliche neuronale Aktivierungsmuster und Kompensationsstrategien zeigen. Dabei werden während mehrstündiger Go-Partien von jeweils mehrere Spitzen-Spielerinnen und -Spielern kontinuierlich Sauerstoffoxigenierungsmuster im Gehirn (fNIRS) erfasst und mittels KI-Analysen mit Spielverlauf und Entscheidungsstrategien verknüpft. Ziel ist es, interindividuelle Unterschiede in der Abrufbarkeit neuronaler Reserven und der Regeneration nach kognitiver Belastung zu identifizieren. Die Ergebnisse könnten neue Impulse für geschlechtssensible Leistungsförderung in Bereichen mit hoher mentaler Beanspruchung – etwa Chirurgie oder Luftfahrt – liefern.