Auf Safari durch den eigenen Garten

Im Citizen-Science-Projekt »MikroSafari« von Uni Jena, UFZ und iDiv wird der Lebensraum Kleingarten wissenschaftlich untersucht

Blühwiese mit Wiesenklee (Trifolium pratense).

Foto: Nicole Nerger (Universität Jena)
Blühwiese mit Wiesenklee (Trifolium pratense).
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Meldung vom: | Verfasser/in: Stephan Laudien

Wollen Sie wissen, welche Kleintiere in Ihrem Garten unterwegs sind? Welche Ameisen, Käfer, Asseln, Tausendfüßer, Spinnen und Wanzen? Und wie aktiv die Bodenorganismen für die Gesundheit Ihres Gartenbodens sind? Dann beteiligen Sie sich doch am Forschungsprojekt »MikroSafari« und schärfen damit Ihren Blick auf die Vielfalt der kleinen Lebewesen, die sich mit Ihnen den Platz im Grünen teilen.

Die Biologin Maya Bosch untersucht für ihre Doktorarbeit die Biodiversität in Jenaer Kleingärten und möchte herausfinden, welche Auswirkungen beispielsweise das Gartenmanagement auf die Artenzusammensetzung im Garten hat. Gesucht werden 200 Kleingärtnerinnen und Kleingärtner, die sich an »MikroSafari« beteiligen. Die Teilnahme ist freiwillig, erhobene Daten werden anonymisiert. Starten soll das Citizen-Science-Projekt im September.  

Welche Arthropoden sind die typischen Kleingartenbewohner?  

»Wir möchten herausfinden, welche Arten die typischen Kleingartenbewohner sind«, sagt Maya Bosch. Die Biologin arbeitet an der Universität Jena, am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) und am Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig. Ihr Dissertationsprojekt setzt auf die Hilfe von Kleingärtnerinnen und Kleingärtnern im Stadtgebiet von Jena. Es ist als Citizen-Science-Projekt konzipiert und schließt an ein Projekt an, bei dem sich Schulklassen aktiv einbringen konnten.

Bei »MikroSafari« erhalten die Teilnehmenden je vier Fallen, mit denen Arthropoden (Gliederfüßer) gefangen werden. Aufgestellt werden die Fallen an unterschiedlichen Standorten im Garten, etwa im Rasen, in einem Blumenbeet, in einer verwilderten Ecke des Gartens und zwischen Gemüsepflanzen. Die Fallen bleiben zwei Wochen lang stehen und die Gärtnerinnen und Gärtner sind dann eingeladen, gemeinsam mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die gefangenen Arthropoden zu bestimmen oder die Fallen einfach wieder abzugeben.

»Wir sortieren zunächst in Gruppen wie Ameisen, Spinnen, Asseln, Käfer und Laufkäfer«, sagt Maya Bosch. Unter dem Mikroskop werde dann detailliert geschaut, um welche Arten es sich handelt. Maya Bosch, Prof. Dr. Aletta Bonn sowie Dr. María Méndez wollen herausfinden, wie sich speziell das Gartenmanagement auf die Zusammensetzung der Arten auswirkt. Zum Team von »MikroSafari« gehören außerdem Dr. Julie Koch Sheard und Volker Grescho.  

Ein Stück Stoff verrät den Fleiß der Bodenorganismen

Gartenmanagement meint, nach welchen Prämissen der Garten bewirtschaftet wird – etwa ob Dünger eingesetzt wird, wie intensiv bewässert wird und wie oft Wiesen gemäht werden. Die entsprechenden Informationen erfragen die Wissenschaftlerinnen mit Hilfe von mehreren Fragebögen, die anonym ausgewertet werden. Zum Experimentierset gehört auch ein Mikroklima-Logger, eine kleine Messstation, die automatisch Temperatur und Bodenfeuchte misst und die periodisch erhobenen Daten auf einem Chip speichert. Ein weiterer Bestandteil des Experiments sind kleine Stoffstücke, die für zwei Wochen vergraben werden. Anhand der Gewichtsänderung kann danach festgestellt werden, wie aktiv die Bodenorganismen im jeweiligen Garten sind. Die Lage der Gärten im Stadtgebiet erlaubt zudem Rückschlüsse auf Veränderungen der Fauna im Zuge des Klimawandels.

Zur Teilnahme

Wer sich an »MikroSafari« beteiligen möchte, wird zunächst zu einer kleinen Online-Umfrage eingeladen, danach gibt es Informationen zur Teilnahme. Die Umfrage ist zu finden unter https://umfrage.uni-leipzig.de/index.php/132242Externer Link.

Kontakt:

Maya Bosch

Deutsches Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung Halle-Jena-Leipzig – iDiv
Puschstraße 4
04103 Leipzig Google Maps – LageplanExterner Link