Meiji University

Wintersemester 2026/26 und Sommersemester 2026

Erfahrungsbericht Meiji University

Foto: Richard, Uni Jena
Erfahrungsbericht Meiji University

Richard, Master Informatik

Im akademischen Jahr 2025/26 hatte ich die Möglichkeit, ein Auslandsjahr an der Meiji Universität in Tokio, zu verbringen. Mein Interesse an Japan entstand bereits durch eine frühere Reise, bei der ich das Land zum ersten Mal kennenlernen konnte. Daher stand für mich relativ schnell fest, dass ich die Möglichkeit eines längeren Aufenthalts in Japan gerne nutzen möchte.

Magome Kirschblütenfest

Magome Kirschblütenfest

Foto: Richard, Uni Jena

Unterkunft und Alltag

Während meines Aufenthalts wohnte ich im Meiji Global Village, einem Wohnheim der Meiji Universität. Das Wohnheim war modern und insgesamt sehr gut ausgestattet. Neben den Zimmern gab es unter anderem Sport- und Musikräume, die von den Bewohnern genutzt werden konnten. Außerdem wurde ein Essensplan mit Frühstück und Abendessen angeboten, was den Alltag sehr erleichtert hat.
Ein großer Vorteil des Wohnheims war auch die gute Verkehrsanbindung. Durch die Nähe zur Keio- und Inokashira-Linie konnte man viele Orte in Tokio schnell erreichen. Gleichzeitig lag das Wohnheim direkt am Izumi Campus der Meiji
Universität.
Das Leben in Tokio war insgesamt sehr abwechslungsreich. Gerade am Anfang musste ich mich zunächst an die Größe der Stadt und die vielen Menschen gewöhnen. Mit der Zeit wurde es jedoch immer einfacher, sich zurechtzufinden. Besonders interessant fand ich, dass Tokio aus sehr unterschiedlichen Vierteln besteht, die jeweils ihren eigenen Charakter haben. Neben den bekannten und belebten Gegenden gibt es viele ruhigere Viertel mit kleinen Cafés, Restaurants und Geschäften, die man nach und nach entdecken kann.

Spinnenlilienfestival in Kinchakuda

Spinnenlilienfestival in Kinchakuda

Foto: Richard, Uni Jena

Studium an der Universität 

Während meines Auslandsjahres war ich an der Fakultät für Business Administration der Meiji Universität eingeschrieben. Zusätzlich waren auch Module andere Fakultäten belegbar, weshalb ich auch Kurse aus dem Bereich Global Japanese Studies besuchte. Besonders diese Kurse fand ich interessant, da sie mir einen tieferen Einblick in die japanische Gesellschaft, Politik und Kultur ermöglichten. Der Arbeitsaufwand der regulären Module war insgesamt gut zu bewältigen.
Ein wichtiger Bestandteil meines Studiums waren außerdem die Japanisch- Sprachkurse. Diese waren im Vergleich zu den anderen Veranstaltungen mit einem höheren Arbeitsaufwand verbunden. Es gab regelmäßig Hausaufgaben, Tests und Prüfungen, wodurch man sich auch außerhalb des Unterrichts intensiv mit der Sprache beschäftigen musste. Gleichzeitig waren die Sprachkurse meiner Meinung nach sehr gut aufgebaut. Die Lehrkräfte waren engagiert und der Unterricht war strukturiert, sodass ich meine Japanischkenntnisse während des Jahres deutlich verbessern konnte.

Freizeit und Clubs

Ein besonders positiver Aspekt des Auslandsjahres war das große Angebot an Clubs und außercurricularen Aktivitäten an der Meiji Universität. Zu Beginn des Semesters gab es eine große Veranstaltung, bei der sich die verschiedenen Clubs vorgestellt haben. Dort konnte man sich über die zahlreichen Angebote informieren und direkt mit anderen Studierenden in Kontakt kommen.
Ich bin während meines Aufenthalts unter anderem dem Baseball-, Volleyball- und Badmintonclub beigetreten. Die Trainingseinheiten haben mir sehr viel Spaß gemacht und waren gleichzeitig eine gute Möglichkeit, japanische Studierende kennenzulernen. Besonders hilfreich war, dass der Kontakt nicht nur während des Trainings stattfand. Viele Clubs veranstalten zusätzlich gemeinsame Essen, Ausflüge oder andere Aktivitäten, wodurch sich schnell neue Bekanntschaften ergeben konnten.
Auch unabhängig von der Universität gibt es in Tokio immer etwas zu unternehmen. Die Stadt bietet eine enorme Vielfalt an Restaurants, Cafés, Museen, Parks und kulturellen Veranstaltungen. Besonders die japanische Café- und Essenskultur hat mir sehr gut gefallen.
Weiterhin gibt es in Tokio das ganze Jahr über zahlreiche Veranstaltungen und Events. Dazu gehören beispielsweise traditionelle Festivals (Matsuri), Feuerwerke im Sommer, saisonale Veranstaltungen und verschiedene kulturelle Aktivitäten.

Herbstlanschaft in Hokkaido

Herbstlanschaft in Hokkaido

Foto: Richard, Uni Jena

Reisen

Ein weiterer großer Bestandteil meines Auslandsjahres waren die Reisen innerhalb Japans. Während meines Aufenthalts konnte ich alle Hauptinseln Japans bereisen. Dabei habe ich festgestellt, wie unterschiedlich die Landschaften und Regionen des Landes sind. Von den großen Städten über Küstenregionen bis hin zu Bergen und Nationalparks gibt es eine große Vielfalt zu entdecken.
Besonders gut gefallen haben mir die Reisen in die Natur. Japan bietet zahlreiche Möglichkeiten zum Wandern und für Outdoor-Aktivitäten. Gleichzeitig unterscheiden sich die Regionen landschaftlich stark voneinander,
sodass es auch nach längerer Zeit noch viele neue Orte zu entdecken gibt. Bei Reisen in ländlichere Regionen ist allerdings zu beachten, dass das öffentliche Verkehrsnetz dort deutlich weniger dicht ist als in Tokio. Während man sich in den großen Städten sehr gut mit Zug und Bus fortbewegen kann, ist in manchen abgelegenen Gegenden ein Auto deutlich praktischer. Trotzdem konnte ich viele Reisen auch ohne eigenes Auto unternehmen.
Durch meinen Aufenthalt in Japan hatte ich außerdem die Möglichkeit, weitere Länder in Asien zu bereisen. Während des Auslandsjahres bin ich unter anderem nach Südkorea und Taiwan gereist.

Fazit

Rückblickend war das Auslandsjahr in Tokio eine tolle und sehr bereichernde Erfahrung. Ich konnte viele neue Dinge ausprobieren, zahlreiche neue Erfahrungen sammeln und meinen Alltag in einer für mich zunächst ungewohnten Umgebung verbringen. Besonders wichtig waren für mich vor allem die Menschen, die ich während des Auslandsjahres kennengelernt habe und mit denen sich im Laufe des Jahres enge Freundschaften entwickelt haben.
Insgesamt bin ich sehr froh, die Möglichkeit für ein Auslandsjahr in Japan genutzt zu haben, und werde die vielen Erfahrungen, Erlebnisse und Begegnungen aus diesem Jahr in sehr guter Erinnerung behalten.