Geschlecht und Gender in der Forschung
Die Forschung zu Geschlecht und Gender wird im Rahmen des Projekts "Gender in Focus" sichtbarer gemacht und gefördert.
Zahlreiche Fördermittelgeber wie die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFGExterner Link) und europäische Förderlinien wie Horizon EuropeExterner Link legen besonderen Wert auf die Berücksichtigung von Genderaspekten in der Forschung. Mit dieser Bezeichnung werden sowohl Chancengleichheit in Forschungsprojekten als auch die durchgängige Berücksichtigung von Gender im Forschungszyklus zusammengefasst.
Die Universität Jena hat in der Satzung zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxispdf, 338 kb festgelegt, dass wissenschaftlich Tätige zu bedenken haben, "ob und inwiefern Geschlecht und Diversität für das Forschungsvorhaben bedeutsam sein können" (§8, Absatz 3).
Die DFG informiert auf ihren Seiten über die Relevanz von Geschlecht und Diversität in der ForschungExterner Link, gibt zur Orientierung weitere fachspezifische Beispiele und stellt eine Checkliste für AntragstellendeExterner Link zur Verfügung.
Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) bietet regelmäßig informative Workshops zum Thema "Gender Dimension in Research"Externer Link an.
Für die internationale Perspektive ist die Initiative "Gendered Innovations"Externer Link an der Stanford University (USA) einschlägig. Hier finden Sie neben Hinweisen zu grundlegenden Konzepten und Methoden auch vielfältige Beispiele und Fallstudien aus verschiedensten Forschungsbereichen.
Prof. Oliver Werz forscht in der Pharmazeutischen Chemie an der Universität Jena zu Entzündungsprozessen im menschlichen Körper. Dabei konnte er bereits 2005 nachweisen, dass es zentrale Geschlechtsunterschiede zwischen Männern und Frauen gibt.
Wir sprechen mit Oliver Werz u.a. darüber, warum die Entwicklung von Medikamenten eingestellt wurde, die spezifisch bei Frauen gewirkt hätten, was es mit dem Männerschnupfen wirklich auf sich hat und warum Impfstoffe besser bei Frauen wirken.
Dr. Ngoc Dong Nhi Vo und Jonas Ihle forschen zur alternden und zur diabetischen Niere am Universitätsklinikum Jena unter der Leitung von PD Dr. Ivonne Löffler. Im Gespräch erzählen sie, welchen Herausforderungen sie sich in ihrer Grundlagenforschung im Labor stellen, warum das Geschlecht in ihrer Forschung mitgedacht wird, wie wichtig Teamwork ist und was sie an ihrer Arbeit besonders mögen.
Ivonne Löffler ist habilitierte Biologin und arbeitet am Nephrologischen Forschungslabor im Universitätsklinikum Jena. In ihrer Grundlagenforschung zu Nierenerkrankungen arbeitet sie an Mäusen und stellte durch einen Zufall fest, dass ihre Experimente getrennt nach männlichen und weiblichen Versuchstieren zu erstaunlichen Ergebnissen führten.