CfP: China-Kompetenz und deutsch-chinesische Wissenschaftsbeziehungen
Das Interculture Journal veröffentlicht ein Themenheft zu "China-Kompetenz und deutsch-chinesische Wissenschaftsbeziehungen im Wandel. Konzepte, Praktiken und Perspektiven." Vorschläge für Beiträge bis 30. September 2026 möglich
Meldung vom:
Call for Papers zum Special Issue des Interculture Journals
Die interkulturellen deutsch-chinesischen Beziehungen befinden sich in einer Phase tiefgrei-
fenden Wandels. Was in der China-Strategie 2015–2020 noch als „nicht zu verpassende
Chance" beschrieben wurde (BMBF 2015), wird in der China-Strategie der Bundesregierung
(2023) nunmehr als Spannungsfeld zwischen Partnerschaft, Wettbewerb und systemischer Ri-
valität konzipiert. Dieser geopolitische Bedeutungswandel hat nicht nur die Außen- und Wirt-
schaftspolitik erfasst, sondern durchdringt zunehmend auch den Wissenschafts-, Bildungs-
und Kulturaustausch und fordert die Konzeption interkultureller Kompetenz und Zusammen-
arbeit mit China heraus.
Im Zentrum dieser Neuausrichtung steht das Konzept der „China-Kompetenz“: ein von der
Bundesregierung geprägter Begriff, der sowohl als Förderinstrument als auch als strategisches
Politikziel fungiert. Trotz unterschiedlicher Maßnahmen bleibt offen, was China-Kompetenz
konzeptuell bedeutet, wie sie auf verschiedenen Ebenen – von der Förderpolitik bis zur uni-
versitären Praxis – umgesetzt wird, und welche Konsequenzen sich daraus für interkulturelle
Kommunikation, Wissenschaftsaustausch und die bilateralen Beziehungen insgesamt erge-
ben. Dieses Special Issue lädt zur interdisziplinären Auseinandersetzung mit diesen Fragen ein.
Thematische Schwerpunkte
Wir begrüßen theoretische, empirische und praxisorientierte Beiträge aus den Bereichen in-
terkulturelle Kommunikation, Bildungs- und Hochschulforschung, Politikwissenschaft, Area
Studies (Sinologie, Ostasienwissenschaften), Linguistik, Wirtschafts- und Rechtswissenschaf-
ten sowie verwandten Disziplinen.
Mögliche Themenfelder
- (Neu-)Konzeption von China-Kompetenz, z.B. diskursanalytische Zugänge zu China-Kompe-
tenz aus deutscher und chinesischer Perspektive; normative Implikationen von China-Kompe-
tenz auf interkulturelle Kommunikation und Kompetenz - China-Kompetenz in Hochschul- / Wissenschaftspolitik, z.B. Umsetzung der DAAD-Hand-
lungsempfehlungen und anderer Governance-Instrumente an deutschen Hochschulen; Ge-
staltungsmöglichkeiten für wissenschaftliche Zusammenarbeit und Austausch zwischen Ko-
operationslogik und sicherheitspolitischer Rahmung; akademische Freiheit, Selbstzensur und
institutionelle Compliance in der chinesisch-deutschen Wissenschaftskooperation; Erfahrun-
gen von Forschenden, Lehrenden und Studierenden in binationalen Projekten - Interkulturelle Kommunikation und Verständigung, z.B. zur Rolle von Spracherwerb und
Mehrsprachigkeit in der deutsch-chinesischen Kooperation; Gestaltung und Grenzen interkul-
tureller Trainings- und Bildungsformate unter politisch-strategischen normativen Bedingun-
gen - Praxis deutsch-chinesischer Hochschulkooperationen, z.B. Fallstudien zu Partnerschafts-
modellen, gemeinsamen Instituten und Doppelstudiengängen; Akteure des Wissenstransfers
wie Alumni-Netzwerke; Integration chinesischer Studierender an deutschen Hochschulen;
Mobilitätsasymmetrien und ihre Ursachen - Weitere Felder wie z.B. wirtschaftliche, rechtliche und technologische Einflussfaktoren auf
Kooperationsbeziehungen, geopolitische Rahmenbedingungen und vergleichende Perspekti-
ven auf andere Länder und supranationale Strukturen wie die EU, chinesische Perspektiven
auf die deutsch-chinesischen Wissenschaftsbeziehungen oder auch Konsequenzen der Neu-
Positionierung von China-Kompetenz für das Bild Deutschlands in China (und umgekehrt).
Einreichungsmodalitäten
Bitte senden Sie Abstracts im Umfang von max. 300 Wörtern inkl. Titel sowie eine kurze Bio-
bibliographie bis zum 30.09.2026 an linus.schlueter[at]uni-jena.de. Beiträge können auf
Deutsch oder Englisch eingereicht werden. Eventuelle Rückfragen zur thematischen Passung
eines Beitrags können Sie gerne vorab an die Herausgeber gerichtet werden.
Zeitplan
- - 30.09.2026: Einreichung von Abstracts (max. 300 Wörter)
- - 31.10.2026: Einladung zur Einreichung von Manuskripten
- - 31.03.2027: Frist zur Einreichung von Manuskripten, anschließend Peer-Review-Phase
- - 31.07.2027: Einreichung der finalen Versionen der Manuskripte
- - Herbst 2027: Erscheinen der digitalen Version des Interculture Journals
Herausgeberteam
- Prof. Dr. Xun Luo (Justus-Liebig-Universität Gießen)
- Linus Schlüter (Friedrich-Schiller-Universität Jena)
- Prof. Dr. Christoph Vatter (Friedrich-Schiller-Universität Jena)
Link zur Ausschreibung als PDFExterner Link