Jakarta, Indonesien (DAS)
Deutsche Schule Jakarta, Tangerang, Indonesien (Sport/ Geographie)
große Turnhalle der Schule
Foto: privatZeitraum: August 2025 – Januar 2026 (WiSe 2025/26) | Schulinfos: hierExterner Link
Vorbereitung des Auslandspraktikums
Der Erstkontakt bzw. die Einreichung meiner Unterlagen in Form von Motivationsschreiben, Lebenslauf und Zeugnisse/Nachweise erfolgte ungefähr 10 Monate vor Beginn des Praktikums, also Mitte Oktober. Daraufhin wurde relativ schnell ein Kennlerngespräch vereinbart, wobei ich die Zusage für den Praktikumsplatz Anfang Dezember erhielt. Um das Arbeitsvisum für Indonesien kümmert sich die Schule drum, wofür man lediglich ein Fotoporträt zusenden muss. Kosten hierfür übernimmt ebenfalls die Schule. Wichtig zu wissen ist, dass man für das Visum die Ausreise anhand eines Fluges nachweisen muss. Ansonsten habe ich einen internationalen Studierendenausweis sowie einen internationalen Führerschein beantragt, welche ich aber nie benötigt habe. Spezielle Impfungen für meine Reise habe ich nicht machen lassen, jedoch eine studentische Auslandskrankenversicherung bei der HanseMerkur für 42,75€ monatlich, welche man Zeitraum genau abschließen kann.
Ich bin von Jena mit dem Zug nach Frankfurt am Main angereist und von dort mit dem Flugzeug weiter nach Jakarta bzw. dem Soekarno-Hatta Airport. Für den Hinflug habe ich mit Aufgabegepäck (25kg) ca. 600€ gezahlt, welchen ich auf der Plattform „Skyscanner“ im Mai gekauft habe. Zu welcher Zeit man den Flug am besten bucht kann ich nicht beantworten. Vom Flughafen Jakartas kann man sich ein Taxi (Grab) zur Schule bzw. Unterkunft für umgerechnet 10€ rufen. Ein Must-Have in diesem Klima ist eine Powerbank. Durch die hohen Temperaturen werden Handys schnell warm und verlieren rasch Akku.
Ebenfalls wichtig in Hinblick auf den Schulalltag sind lange Hosen bei Männern, bzw. knielange Unterteile bei Frauen, da dies zur Kleiderordnung als Lehrkraft gehört. Das Schulhalbjahr begann am 25.08.2025, weshalb ich schon am 19.08.2025 angereist bin, um mich einleben zu können. Dies war mehr als ausreichend um sich an das Klima und die neue Umgebung zu gewöhnen. Am allerwichtigsten, sowohl für den Schulalltag als auch für die Unimodule sind ein Laptop/Ipad. Diese benutzt man täglich um einerseits sein Fachwissen wieder aufzufrischen als auch für die Unterrichtsvorbereitung bzw. zur Bearbeitung der Uniabgaben. Ein Adapter für Indonesien ist nicht notwendig, da sie dieselben Steckdosen wie in DE haben. Insgesamt kann ich von meiner Seite aus sagen, dass es nichts Grundlegendes gibt woran man im Voraus denken/mitbringen muss, da man es sonst auch vor Ort erledigen kann.
Unterkunft
Als Praktikant an der Deutschen Schule Jakarta wird einem ein Zimmer im sogenannten „Praktikantenhaus“ angeboten. Dieses befindet sich fußläufig zwei Gehminuten zur Schule entfernt und beläuft sich auf eine monatliche Miete von ungefähr 75€. Hinzu kommen noch monatliche Stromkosten (ungefähr 30€ pro Person) und „Compound-Gebühren“ von 25€. Das Haus hat eine überdachte Einfahrt sowie einen Garten. Insgesamt gibt es 3 Zimmer mit je einem eigenen Badezimmer, einer gemeinsamen Küche und einem Wohn-/Essbereich. Keines der Zimmer ist kleiner als 14m2 und immer mit einem Doppelbett und Kleiderschrank/Garderobe ausgestattet. Insgesamt würde ich die Wohnfläche auf ungefähr 150m2 schätzen. Wir haben das Haus nach einer Renovierung erstbezogen und dementsprechend war es in einem sehr guten Zustand. Ich würde es sehr empfehlen in dieses Haus einzuziehen, da es eine exzellente Lage zur Schule, eine günstige Miete und gute Konditionen für ein privates Zusammenleben innerhalb des Hauses besitzt.
Finanzen
Sofern man kein Stipendium bekommt, wird man von der Schule in Form von 350€ vergütet. Die Wohnkosten betragen, wie schon unter dem Punkt „Unterkunft“ aufgelistet, monatlich ungefähr 130€. Die Supermarktpreise schwanken je nach Produkt. Dementsprechend sind lokale Produkte deutlich günstiger als die Einkaufspreise in DE für das Produkt, allerdings werden auch viele westliche Produkte, besonders in Form von Milch/Käse aus Australien importiert und sind somit deutlich preiswerter als in DE. Hinzufügen möchte ich, dass es Supermärkte immer nur in Malls gibt und nicht mal eben an jeder
Ecke. Wiederum fast überall zu finden sind „Marts“ in Form von Indomaret oder AlfaMart. Diese sind etwas größere Kiosks zu auch sehr günstigen Preisen, wo man häufig alles Lebensnotwendige in Form von Zahnhygiene, Nudeln, Getränke, Pharmazie oder Obst findet. Selbstverständlich ist die Auswahl nicht allzu groß und man findet nur die Basics. Um mich in Jakarta fortzubewegen habe ich ausschließlich die App „Grab“ benutzt. Das ist die Taxi-App in Asien zu sehr günstigen Preisen. Hierüber kann man sich auch Essen oder Einkäufe liefern lassen. Es gibt eine Möglichkeit für einen Nebenverdienst durch eine AG-Gestaltung in der Schule, wie diese aber vergütet wird kann ich nicht sagen. Eine Kreditkarte ist selbstverständlich unumgänglich für Indonesien. Es wird sehr viel über „QRis“ bezahlt, wofür man allerdings ein indonesisches Bankkonto braucht, welches man als Praktikant nicht hat. Es ist trotzdem fast überall möglich mit einer Kreditkarte zu zahlen, schadet aber auch nicht immer Bargeld dabei zu haben, da es immer noch Orte gibt die nur Bargeld annehmen.
Leben an der Schule
Schwimmbecken
Foto: privatDie Praktikumskoordinatoren sind euer erster Ansprechpartner, falls euch irgendwas auf dem Herzen liegt. Sie nehmen sich immer für einen Zeit und wollen, dass es einem gut geht und man sich wohlfühlt. Trotzdem muss man sagen, dass man als Praktikant zum Start einfach ins kalte Wasser geworfen wird. Einem wird, was schulische Organisation angeht, sehr wenig gezeigt und man muss sich alles selbst beibringen bzw. bei Kolleg/Innen nachfragen, welche aber immer sehr hilfsbereit sind. Gleiches gilt für die Fach-Mentoren. An diese konnte ich mich jederzeit bei Fragen/Unsicherheiten wenden und mir wurde stets entgegenkommend geholfen. Dies hat mir den Praktikumsalltag erheblich erleichtert, da ich mich immer willkommen und gut aufgehoben gefühlt habe.
Mein typischer Praktikumstag beginnt gegen 7 Uhr in der sogenannten „Lehrer-Lounge“, wo nach und nach die Kolleg/Innen eintreffen und sich bei einer Tasse Kaffee freundschaftlich unterhält. Der Unterricht beginnt hier um 7:30 und je nach dem geht es für einen ins Klassenzimmer oder ins Lehrerzimmer um Unterricht vorzubereiten oder Aufgaben für die Uni erledigen. Große Pausen finden von 9:05 - 9:25 und von 11:50 - 12:25 statt. Schulschluss ist immer um 14 Uhr. Vereinzelnd finden Unterrichtsstunden in den Sprachen oder Sport von 14:10-15:45 statt. Sofern ich aber keine eigene Unterrichtsstunde am nächsten Tag gehalten habe, hatte ich ab 14 Uhr Feierabend, bin nach Hause gegangen und habe meine Freizeit genossen.
Insgesamt befinden sich an der Schule ungefähr 320 Schüler/Innen, wobei es für jede Klassenstufe nur eine Klasse gibt (außer in Klasse 8). Dabei variiert die Klassengröße recht stark. Es gibt Klassen mit nur 12 Schüler/Innen, aber auch mit 23. Innerhalb der Klassen bzw. auch in den Pausen wird hauptsächlich Englisch unter den SuS gesprochen, wobei die Unterrichtssprache Deutsch ist. Dementsprechend mangelt es vielen Schüler/Innen an Deutschkenntnissen, sodass der Unterricht teils schleppend verläuft, da die sprachliche Schere sehr groß ist. Die Kolleg/Innen sprechen allerdings auch außerhalb des Unterrichts deutsch miteinander. Generell herrscht ein sehr familiäres Verhältnis innerhalb der Kollegschaft. Dies zeichnet sich auch hierdurch ab, dass viele Kollegen außerhalb des Schulalltags gemeinsame Aktivitäten unternehmen oder wie in meinem Fall, gemeinsam in den Urlaub fliegen. Hierbei waren auch die anderen Praktikanten dabei, da wir uns auch sehr gut miteinander verstanden haben. Wir waren gemeinsam außerhalb des Schulalltags beim Sport, gemeinsam essen gewesen oder Spiele gespielt.
Um ihren Unterricht zu halten, benutzen alle Lehrkräfte AppleTV, um dort ihre Folien/Bilder an die Wand zu projizieren. Des weiteren gibt es aber auch klassische Kreidetafeln für Tafelbilder. Generell war sonst alles an Materialien da, was man für den Schulalltag benötigt und man sich somit nichts selber besorgen musste. Im Unterricht selbst war ich lediglich zur Hospitation oder zum selbst Unterrichten. Besondere Formen wie beispielsweise Team-Teaching oder für Projekte wurde ich nicht eingesetzt. Ich kam lediglich zur Aufsicht oder als Begleitperson zu Projekten zum Einsatz. Was sehr positiv meiner Ansicht nach ist, ist dass man jeden Bereich der Schule für private Zwecke nutzen konnte. Wichtig hierbei zu erwähnen ist die Poolanlage (25m Bahn) oder die große Sporthalle. Ebenfalls die bereits genannte Lehrer-Lounge konnte ich für private Zwecke, in Form von Unimeetings, auch außerhalb der Schulzeiten benutzen.
Freizeit
Indonesischer Dschungel
Foto: privatAußerhalb der Schule und Umgebung gibt es leider nicht allzu viele verschiedene Aktivitäten außer Sport. Es gibt ein Gym, welches fußläufig ca. 15min von dem Praktikantenhaus entfernt ist. Wie bereits angesprochen kann man auch die Schule zum Sport machen benutzen, was ich aber aufgrund der Temperaturen und Sonneneinstrahlung nicht empfehlen kann. Ansonsten kann man nach Schulschluss in Malls fahren, um dort Essen zu gehen, Kaffee zu trinken oder zu shoppen. Es gäbe ebenfalls die Möglichkeit für Padel spielen oder Kart fahren, was wir aber nicht gemacht haben. Etwas vergleichbares wie Sportvereine gibt es ohnehin nicht. Es wird eine Volleyball-AG zweimal die Woche angeboten oder man kann dem Fußballteam „German-Plus“ beitreten, die sich auch zweimal die Woche zum lockeren Spielen treffen (16 Uhr).
Aufgrund des Arbeitsvisums dürft ihr während der Praktikumszeit Indonesien nicht verlassen (ansonsten müsstet ihr ein neues Visum für 350€ kaufen). Dadurch bin ich in meinen Ferien und an langen Wochenenden an unterschiedlichste Orte Indonesiens gereist. Sehr empfehlen kann ich hierbei die Insel „Belitung“ nordwestlich von Jakarta. Diese ist sehr ruhig mit schönen und abgelegenen Stränden und nicht touristisch. Mit einem Roller könnt ihr euch super fortbewegen. Als kleinere Geheimtipps kann ich noch die Städte „Bogor“ und „Bandung“ empfehlen. Diese befinden sich in Jakartas Umgebung, wodurch man sie mit den öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Zug erreichen kann. Mir vorher nicht bekannt war der Surfer-Ort Kuta auf der Insel Lombok. Dort herrscht eine sehr entspannte Atmosphäre mit vielen Cafes und Gyms. Abgesehen von surfen, gutem Essen und sich entspannen kann man dort aber auch nicht machen. Die sonst bekannten Touri Spots in Indonesien in Form von Yogjakarta, Bali oder den Gili Inseln würde ich nicht weiter ausführen, alle sind auf jeden Fall sehr sehenswert und spannend!
Indonesisches Essen ist sehr fleischlastig, warum es Vegetarier wie mich, hier etwas schwieriger haben. Es gibt auch vegetarisches Essen in Form von „Gado-Gado“, welches aber auch nicht überall erhältlich ist. Das klassischste Essen ist Nasi-Goreng bzw. Mie-Goreng. Das ist gebratener Reis/ gebratene Nudeln mit einer Fleischart nach Wahl (Hähchen, Beef, Seafood oder auch vegetarisch). Aufgrund dieser Gegebenheiten habe ich fast ausschließlich Nasi-Goreng oder Gado-Gado gegessen, sofern wir indonesisch essen waren.
Allgemein
Ich persönlich hatte hier eine unvergessliche Zeit, wodurch ich diese Schule nur jedem ans Herz legen kann. Im Kollegium wird man sehr freundlich aufgenommen und auch als Lehrkraft angesehen, anstelle des „Praktikantenstatus“. Darüber hinaus unternimmt man viel innerhalb der Kollegschaft auch außerhalb der Schulzeit, wodurch echte Freundschaften entstehen und somit fördernd für das Arbeitsklima sind.
Viele weitere Eindrücke sind im folgenden Erfahrungsberichtpdf, 296 kb zu finden.