Aabenraa, Dänemark (national + deutschsprachig)
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Deutsches Gymnasium für Nordschleswig, Aabenraa, Dänemark (Sport, Mathematik)
Abendrot im Hafen von Aabenraa
Foto: Aus dem ErfahrungsberichtZeitraum: Februar 2025 - Juni 2025 (SoSe 2025) | Schulinfos: hierExterner Link
Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes
Meine Praktikumsschule habe ich per Mail (rektor@deutschesgym.dk) ca. 1 Jahr vor Praktikumsbeginn angeschrieben. Eine Kommilitonin hatte dort ihr Praxissemester bereits absolviert und mir positiv davon berichtet. Der Direktor ist ein sehr kontaktfreudiger Mann, der schnell auf seine Emails antwortet. Ich musste nicht lange auf eine Antwort warten. Praktikant*innen sind gerne an der Schule gesehen.
Ein Tipp: in Dänemark wird sich geduzt, also darf man auch gleich ohne formelles Siezen per Du in Kontakt treten. Alle möglichen Fragen, die ich hatte, konnte ich meiner Kommilitonin stellen und sie beantwortete sie mir. Über sie konnte ich auch einen Platz in einer WG organisieren.
Nach Ende der Vorlesungszeit ging es im Februar einen Tag vor Schulbeginn mit einem Rucksack als Gepäck per Zug nach Dänemark. Die App „Rejsebillet“ ermöglicht den Kauf der Nah- und Fernverkehrstickets in Dänemark. Insgesamt hat die Anreise ca. 50€ gekostet. Ich empfehle die Teilstrecken des ICE in Deutschland einzeln zu buchen. Das spart enorm.
Falls man ein Auto hat, bietet es sich an, dieses mitzunehmen. Das eröffnet mehr Möglichkeiten schöne, abgelegene Orte zu entdecken.
Einen neuen Telefonvertrag braucht man nicht, da Dänemark mit in das Abkommen über Roaming in Europa zu Inlandskonditionen fällt.
Wichtig fand ich es, Lichterketten für das Hyggegefühl im Gepäck dabei zu haben. Sonst braucht man eben die typischen persönlichen Gegenstände. Ein Ordner für anfallende Unterrichtsmaterialien und einen Notizblock zum Aufschreiben all der neuen Eindrücke empfehle ich mitzunehmen. Ansonsten wartet der Wohlfühlfaktor schon vor Ort.
Unterkunft
In der Region in Dänemark lebt eine deutsche Minderheit, die sehr gut vernetzt ist. Unter anderem stellen sie Wohnungen für die Praktikant*innen in den deutschen Institutionen zur Verfügung. Die monatliche Miete betrug 325€ warm. Ich kann die Unterkunft sehr weiterempfehlen, weil man sehr nette Menschen kennenlernt und schnell Anschluss findet. Sie liegt ca. 2 km von der Schule entfernt, sodass man flott morgens Fahrrad zur Schule fahren kann.
Finanzen
Im Oktober 2024 habe ich mich für das Erasmus + Stipendium beworben und habe dadurch monatlich während des Praxissemesters 750€ Förderung erhalten. Das hat mir die Mehrkosten durch doppelte Miete und höhere Lebenshaltenskosten in Dänemark größtenteils kompensiert. Insgesamt habe ich monatlich ca. 1000€ ausgegeben.
Zur Bezahlung in Dänemark habe ich mir ein kostenfreies Konto bei der Bank „Revolut“ angelegt. Dort kann man mit geringen Kosten Währungen umtauschen. Denn die Dänen haben Kronen als Zahlungsmittel. Die Karte ist direkt digital verfügbar. So kann man sie auch nicht zu Hause vergessen, sondern hat sie auf dem Handy dabei. Trotzdem empfehle ich auch Bargeld im Vorherein zu organisieren und mitzunehmen. In manchen kleinen Läden braucht man noch Bargeld.
Leben an der Schule
An der Schule werden ca. 190 Schüler*innen unterrichtet. Alle sprechen Deutsch und Dänisch. Im Unterricht wird gerne zwischen beiden Sprachen gewechselt, auch wenn die Unterrichtssprache hauptsächlich Deutsch ist. Ich konnte zu Beginn des Praktikums noch kein Dänisch, habe aber im Laufe des Praxissemesters viele Sprachkenntnisse erworben. Die Klassen sind maximal 25 Personen stark. Die Atmosphäre in der Schule ist sehr familiär, entspannt und auf Augenhöhe - typisch dänisch. Der Unterricht ist voll digitalisiert. Es gibt in jedem Klassenraum Möglichkeiten, digitale Tafelbilder zu verwenden. Alle Schüler*innen arbeiten mit Laptops oder Tablets. Als Lehrkraft ist es auch empfehlenswert, ein digitales Endgerät dabei zu haben. Bei technischen Schwierigkeiten besteht immer die Möglichkeit zur Reparatur oder Ausleihe eines Schullaptops. Ich hätte mir persönlich mehr Material zur Unterrichtsvorbereitung gewünscht. Dieses finde ich sonst in der Thulb. Da Apenrade keine Universitätsstadt ist, gab es wenig verfügbare Literatur und ich habe auf die Materialien der anderen Lehrkräfte zugegriffen.
In der Schule hat jede Praktikant*in eine Mentor*in. Zu meinem Zeitpunkt waren noch zwei weitere Praktikant*innen an der Schule, mit denen ich mich austauschen konnte. Zusätzlich dazu sind alle Lehrkräfte aufgeschlossen und stehen den Praktikant*innen gerne zur Seite. Man ist sehr frei in der Gestaltung des Praktikums. Es gibt keine Vorschriften von der Schulseite. Bei Anliegen muss man nur fragen und es wird alles Mögliche für die Umsetzung getan. So kann man an AGs teilnehmen, Team-Teaching betreiben, auch fachfremd hospitieren, eigene Projekte oder Veranstaltungen organisieren und vieles mehr.
Wie mein Alltag aussah? Ich bin morgens mit meiner Kommilitonin gemeinsam mit dem Fahrrad zur Schule gefahren. Der Schulbeginn ist 8:10 Uhr. Ich habe meinen Tag bis 14:30 Uhr in der Schule verbracht und hospitiert sowie Stunden gehalten. Zu Mittag essen alle Lehrkräfte gemeinsam und man kann sich ein warmes Essen für 25kro kaufen. Nach der Schule wird fast täglich gemeinsam mit Schüler*innen und Lehrer*innen Volleyball gespielt. Auch andere AGs finden statt. Ich habe mich in der Sportarena angemeldet, bin dort ins Fitnessstudio gegangen und habe die Schwimmhalle inklusive Sauna mehrmals in der Woche genutzt. Am Wochenende finden dort Handball- und Volleyballspiele zum Zuschauen statt.
Meine Kommilitonin hat mich auch mit zum Chor genommen und wir haben dort mit deutschen und dänischen Einheimischen gesungen. Ich habe mich fast jeden Abend ans Meer gesetzt und den Sonnenuntergang nach geschaffter Arbeit geschaut. In der WG wurde jeden Abend (gemeinsam) gekocht.
Da die meisten Schüler*innen im Internat ohne Erzieher*innen wohnen, gibt es viel selbstorganisiertes Programm und Freizeitgestaltung. Auch in der Schule finden viele Veranstaltungen nach und im Rahmen der Schulzeit statt. Jede Woche standen ein Sportturnier, eine Party, Theateraufführungen, Vorträge, Flohmarkt und Schüleraustausche oder ähnliches an. Mein Highlight war, dass ich mit einer Klasse auf Klassenfahrt nach Prag fahren durfte.
Freizeit
An den Wochenenden lohnt es sich, das Land zu erkunden. In der Nähe gibt es viele niedliche Strände. Außerdem kann man kostenlos in Sheltern (Schutzhütten) überall im Land übernachten. Mit dem Bus kann man nach Flensburg oder die nächsten größeren Orte in Dänemark z.B. Haderlev, Sønderborg oder Kolding fahren. Ich habe auch ein Wochenende in Kopenhagen verbracht. Die Inseln Rømø oder Sylt sind beliebte Ziele für verlängerte Wochenenden. Aber auch Aarhus bietet attraktive Angebote - vor allem für junge Menschen.
Allgemein
Wichtig zu wissen ist es, dass die Post in Dänemark sehr langsam und teilweise unzuverlässig ist. Solltest du ein Paket empfangen wollen, lass es einfach zu einer deiner Kolleg*innen, die in Flensburg wohnen schicken. Das spart zudem das Porto in das dänische Ausland.
Ich kann jedem wärmstens ein Praktikum am DGN empfehlen, um einen Schulalltag fern vom deutschen Schulstress und begrenzten Lehrmöglichkeiten kennenzulernen. Die Schule bietet die Möglichkeit, die Vorteile der dänischen und deutschen Schulsysteme vereint zu erleben.
Viele weitere Eindrücke sind in folgendem Erfahrungsberichtpdf, 509 kb zu finden.