Tbilissi/ Tiflis, Georgien (DAS)

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Deutsche Internationale Schule Tbilissi, Georgien (Doppelfach Kunst)

Gergetier Dreifaltigkeitskirche in Stepanzminda

Foto: Aus dem Erfahrungsbericht

Zeitraum: Februar 2026 - Juli 2026 (SoSe 2026) | Schulinfos: hierExterner Link

Vorbereitung und Anreise

Für die Deutsche Internationale Schule Tbilisi, kurz DIST, entschied ich mich relativ kurzfristig. Erst etwa fünf Monate vor Beginn meines Praxissemesters nahm ich Kontakt mit der Schule auf. Trotz dieser knappen Vorlaufzeit reagierten das Sekretariat und die Schulleitung superschnell und verständnisvoll auf meine Anfrage und freuten sich auf meine Bewerbung. Bereits wenige Tage darauf erhielt ich eine Zusage, sodass ich alle erforderlichen Unterlagen noch rechtzeitig an die Uni weiterleiten konnte. Besonders hilfreich war für mich dabei die aktuelle Website der DIST, auf der sich auch erste Informationen zum Thema Praktikum und Schulkalender finden. Das Schulhalbjahr dauerte vom 02.02. - 03.07.2026.

Dass die Organisation in meinem Fall so kurzfristig funktioniert hat, war jedoch eher ein Glücksfall. Ich würde empfehlen, mindestens ein Jahr, wenn möglich, sogar eineinhalb Jahre im Voraus mit der Planung zu beginnen. So bleibt auf jeden Fall Zeit, die wichtigsten Fragen und Rahmenbedingungen des Praktikums mit der Schule abzuklären und sich um Stipendien und Wohnung zu kümmern.

Einreise in Georgien


Deutsche Staatsangehörige können Stand 2026 für einen längeren Zeitraum (360 Tage) visumfrei nach Georgien einreisen. Das allgemein Wichtigste für die Einreise ist, dass ab 2026 eine Auslandskrankenversicherung notwendig ist. Die Versicherungsbestätigung sollte dabei den gesamten Zeitraum abdecken, die Mindestdeckungssumme von 10.000€ haben und auch auf Englisch vorgelegt werden können. Meine Auslandskrankenversicherung schloss ich bei der AXA ab und zahlte für sechsMonate ungefähr 150€.

Außerdem ist es sinnvoll, sich vor seiner Reise über empfohlene Impfungen zu informieren. Aufgrund der vielen Straßenhunde, die nach meiner Erfahrung manchmal verspielt auf einen zukommen, schnüffeln und sogar spielerisch zubeißen oder auch mal einen schlechten Tag haben und aggressiv reagieren, ist eine Tollwutimpfung zu empfehlen. Weitere erste Informationen zu den Impfungen kann man sich auf der Seite des Auswärtigen Amtes anschauen. Die meisten Tiere, denen ich begegnete, waren jedoch friedlich und entspannt.

Die Anreise nach Tbilisi ist je nach Abflugort sowohl über Direktflüge als auch über Flugverbindungen mit Zwischenstopp in Istanbul möglich. Das Schulhalbjahr begann am 02. Februar 2026 und ich reiste bereits Ende Januar an. In dieser Jahreszeit waren die Flüge vergleichsweise günstig. In den Sommermonaten kann man aufgrund hoher Zahl an Reisenden mit höheren Preisen rechnen. Rückblickend würde ich empfehlen, mindestens eine Woche vor Beginn des Praktikums anzureisen. Dadurch bleibt genug Zeit, um schon etwas von der Umgebung, die Einkaufsmöglichkeiten und öffentlichen Verkehrsmittel kennenzulernen und auszuprobieren. Besonders hilfreich fand ich es, den Schulweg vor dem ersten Praktikumstag bereits einmal abzufahren, wobei die Verbindungen mit dem Bus so gut sind, dass das nicht unbedingt notwendig ist

Unterkunft

Zunächst hatte ich eine Wohnung bei Airbnb gefunden und gebucht. Bereits während meiner ersten Woche zog ich jedoch schon um. Die Wohnung war im Januar nur schwer zu beheizen und lag außerdem weit von der Schule (Metrostation Isani). Busse und Metro sind zu jeder Zeit und besonders zu den Hauptverkehrszeiten häufig sehr voll, weshalb ein langer Schulweg auf Dauer sehr anstrengend werden kann. Meine zweite Wohnung befand sich im Stadtbezirk Vake, in dessen Stadtteil Bagebi auch die Schule liegt. Viele meiner KollegInnen lebten ebenfalls in der Umgebung und waren meine NachbarInnen. Gemietet habe ich eine kleine moderne Zweizimmerwohnung, die ich über eine georgische Internetseite für Mietwohnungen gefunden hatte. Meine Vermieterin und Vermieter waren sehr freundlich und standen mir bei allerlei Fragen oder Problemen jederzeit zur Verfügung. An Feiertagen beschenkten sie mich oft mit Gebäck und selbstgemachten Marmeladen, wodurch ich mich von Anfang an sehr willkommen fühlte.

Da dieser Stadtteil eher zu den teureren Gegenden Tbilisis gehört, zahlte ich ungefähr 510€ warm im Monat. Müll, Gas, Strom, Internet und Wasser zahlte ich dort zusätzlich bar an Automaten der Bank auf der Straße. Die Lage war für meinen Schulalltag sehr praktisch, denn ich hatte nur einen zehn Minuten Fußweg zur Schule. Rückblickend hätte ich mein Zimmer jedoch lieber in der Nähe der Altstadt gehabt, da sich dort meine meiste Freizeit abspielte.

Für die Wohnungssuche in Georgien ist es auf jeden Fall empfehlenswert, sich auch auf Facebook oder Myhome umzuschauen, denn auf Seiten wie Airbnb können die Preise für Touristen und Gäste etwas angehoben sein. Trotzdem fand eine weitere Praktikantin ihre Wohnung, welche sich direkt an der Schule befindet, über Airbnb und war auch zufrieden damit. Jedoch würde ich trotzdem den Tipp geben, bei solchen Ferienwohnung-Angeboten mal genauer auf die Fotos und Bewertungen zu schauen, Kontakt zum Vermieter aufzunehmen und die Preise zu vergleichen. Bei meiner Suche fand ich eher weniger WG- Angebote. Wohngemeinschaften sind anscheinend nicht sehr oft vertreten und wenn, dann sehr international durchgemischt. Wer gerne in einer WG leben möchte, sollte daher möglichst früh mit der Suche beginnen.

Finanzen und Alltag

Altstadt bei Nacht

Foto: privat

Bei einem Praktikum an der DIST gibt es Stipendien, auf die man sich bewerben kann. Darunter das DAAD- Stipendium und Auslands-BAföG. Das sollte jedoch wirklich gut im Vorhinein geplant werden, sodass auch die Schule es schafft, sich rechtzeitig zu melden. Wichtig ist bei den Dokumenten, die von der Schule auszufüllen sind, die Ferienzeiten zu berücksichtigen, die man im Schulkalender auf der Website einsehen kann.

Meine monatlichen Ausgaben lagen insgesamt ungefähr zwischen 700 und 800 Euro, wobei die Miete von 510€ den größten Anteil ausmachte. In meinem Wohnviertel gab es viele kleine Geschäfte in den unteren Etagen der Hochhäuser, in denen man die meisten Produkte für den täglichen Bedarf findet. Importierte Lebensmittel waren allerdings ähnlich teuer oder teilweise sogar teurer als in Deutschland. Für frisches Obst und Gemüse empfehle ich den Dezerter-Basar am Station Square 1. Dort werden selbst angebaute Produkte verkauft und man kann sich den neuesten Tratsch und Klatsch von den Leuten anhören, sobald man sich etwas öfter Blicken lässt.

Ein Muss in Tbilissi ist eine Visa- oder Mastercard-Kreditkarte. In fast allen Läden kann man mit Karte bezahlen und auch im Bus ist es sehr komfortabel, sein Ticket einfach mit der Bankkarte am Lesegerät zu bezahlen. Trotzdem sollte man immer etwas Bargeld dabei haben, da besonders auf Basaren teilweise nur Bargeld erwünscht ist.

Kommunikation

Die Landessprache in Georgien ist georgisch. Auch wenn man sich in Tbilisi mit fast allen auf Englisch oder Russisch verständigen kann, empfand ich es als richtig, einige Basics wie „Guten Morgen/Tag/Abend“, „Entschuldigen Sie bitte,...“, „Danke", „Tschüss" zu lernen. Wenn man die Zeit dazu findet, sollte man sich aber auf jeden Fall auch weiter mit der Sprache beschäftigen, denn der Aufbau der Sprache ist gar nicht mal so schwer zu verstehen und relativ zugänglich, auch wenn die Schrift zunächst sehr ungewohnt ist. Dabei ist es auch gar nicht wichtig, fließend oder durchgehend georgisch zu sprechen, sondern die Initiative zu zeigen. Kurze Sätze, zum Beispiel zum Kommunizieren auf dem Basar, kann man sich gut einprägen, im Vorhinein vorbereiten und sorgen bei der Person gegenüber oft für angenehme Stimmung und lustige Gespräche.

Nach meiner Erfahrung sprechen viele ältere Menschen neben ihrer Muttersprache Georgisch auch Russisch, während man sich mit jüngeren Menschen häufiger auf Englisch verständigen kann. Englisch wiederum können die älteren Generationen meines Eindrucks nach eher seltener. Je nach Person kann der Sprachgebrauch jedoch sehr unterschiedlich sein. Da die Verwendung des Russischen aufgrund der Geschichte Georgiens und der gegenwärtigen Lage sensibel sein kann, empfand ich es als sinnvoll, einfach mal nachzufragen, welche Sprache mein Gegenüber bevorzugt.

Von der Schule aus wurde mir in diesem Schulhalbjahr auch die Teilnahme an einem Georgischkurs angeboten. Eine Sprachlehrerin unterrichtete dort neue oder interessierte KollegInnen, sofern sich genügend Teilnehmende fanden. Das Angebot fand ich sehr zuvorkommend und schön, da es zeigte, dass die Schule mein Ankommen im Land auch unterstützen wollte.

Das Praxissemester an der DIST

An der Schule wurde ich sehr freundlich aufgenommen. Das Kollegium ist sehr jung, offen und immer hilfsbereit. Bei schulischen Fragen als auch bei Unsicherheiten zum Leben in Georgien konnte ich mich immer an jemanden wenden. Besonders die georgischen Lehrkräfte, aber auch diejenigen, die schon länger in Tbilisi leben, können viele hilfreiche Hinweise und Empfehlungen zum Alltag, zur Sprache und zur Stadt geben und waren immer bereit, mich zu begleiten.

PraktikantInnen erhalten normalerweise einen Mentor oder eine Mentorin. Für organisatorische und verwaltete Fragen gibt es zusätzlich eine zuständige Person in der Schulverwaltung und für Dokumente kann man immer das Sekretariat ansprechen. Da sehr oft PraktikantInnen die DIST kommen, sind sowohl das Kollegium als auch die SuS mit ihnen vertraut. Im Laufe meines Praktikums kam eine weitere Praktikantin dazu. Wir konnten viele Erfahrungen miteinander teilen, uns gegenseitig unterstützen und auch mal die Köpfe zusammenstecken, was sehr angenehm und hilfreich war.

Die Schule ist mit ungefähr 30 Lehrkräften und grob 240 SuS relativ überschaubar und man lernt jede Person dort, auch jeden einzelnen der SuS, schnell kennen. Die DIST umfasst den Kindergarten, die Grundschule und die weiterführende Schule bis zur zwölften Klasse. Die Klassengrößen unterscheiden sich teilweise stark voneinander und es ist auch üblich, dass neue Kinder während des Schuljahres dazustoßen. In der Grundschule und den unteren Klassen lernen häufig ungefähr 20 bis 24 SuS gemeinsam, während die Klassengrößen in den oberen Klassen sinken und die Anzahl an SuS dann im Zehnerbereich oder, wie aktuell, auch mal im einstelligen Bereich ist.

Als integrierte Gesamtschule und internationale Begegnungsschule bringt die DIST Kinder und Jugendliche mit unterschiedlichen sprachlichen und kulturellen Hintergründen zusammen. In den Pausen wurde häufig Englisch, teilweise aber auch Georgisch oder Russisch gesprochen. Deutsch war vor allem die Unterrichtssprache. Das Deutsch Niveau der SuS empfand ich als sehr hoch und kleinere Verständnisprobleme konnten im Unterricht schnell geklärt werden.

Gemeinsam mit dem IT-Mitarbeiter wurden zu Beginn meines Praxissemesters Druckkonto, eine E-Mail- Adresse, ein Microsoft-Teams-Zugang und eine Karte für den Zugang zum Schulgebäude eingerichtet. Die Schule ist technisch ganz gut ausgestattet und der Unterricht wird größtenteils digital geplant. Den Lehrkräften stehen dazu dienstliche Apple-iPads zur Verfügung und ab der achten Klasse arbeiten auch die SuS mit iPads. Als Praktikantin konnte ich meinen eigenen Laptop oder mein Tablet verwenden. Bei Nicht-Apple-Geräten ist ein HDMI-Anschluss oder ein Adapter dafür notwendig. Bei dem Druck von Arbeitsblättern gibt es keine Zusatzkosten und auch Materialbestellungen für den Kunstunterricht hat die Schule immer komplett übernommen.

PraktikantInnen dürfen in den vielen Bereichen der Schule reinschnuppern, ob Kindergarten, Grundschule, Ganztags-Team und auch bei Schulprojekten, wie dem Sommerfest, mithelfen und eigene Projekte organisieren. Ich durfte während meines Praxissemesters in allen Klassenstufen hospitieren, in beliebigen Klassen eigene Unterrichtsstunden oder Sequenzen planen und durchführen und bei allen Ausflügen oder Konferenzen dabei sein. Weil ich bei jeglichen Veranstaltungen dabei sein durfte, habe ich einen sehr realistischen Eindruck von dem Alltag einer Lehrkraft bekommen, was für mich besonders wertvoll war. Besonders empfehlenswert finde ich, auch wenn man nicht aus dem Grundschullehramt kommt, in den Klassen 1-4 zu hospitieren und eigene Unterrichtsstunden zu halten.

Freizeit 

Tbilisi ist eine sehr vielfältige und lebendige Stadt. Neben den touristischen Sehenswürdigkeiten gibt es großartige Wander- und Spazierwege, viele kleine gemeinnützige Organisationen, Flohmärkte oder ein ausgeprägtes Nachtleben, wo man tolle Leute kennenlernen oder seine Ruhe genießen kann. Obwohl Tbilisi eine so hohe Einwohnerzahl hat (Stand 2024 ca. 1,3 Mio.) findet man immer einen ruhigen Fleck in der Stadt, sei es im botanischen Garten oder auf dem Mtatsminda-Berg, weit entfernt von dem Trubel der Innenstadt.

Mit dem Bus, Marschrutka, der Metro oder auch Taxi (per Bolt-App) erreicht man sehr günstig jedes Ziel in der Stadt, auch wenn die öffentlichen Verkehrsmittel eben vor allem zu den Stoßzeiten überall überfüllt sind (was jedoch auch ein Erlebnis für sich ist, das man nicht auslassen sollte). Zur Orientierung fand ich es sehr hilfreich, anfangs ganz touristenhaft mit Google Maps zu laufen und darüber auch die Busverbindungen rauszusuchen, bis ich sie mir merken konnte.

Für die Navigation und den Alltag ist mobiles Internet unbedingt notwendig. Einen monatlichen Internetvertrag dafür sollte man in der Stadt beim nächsten Magticom- oder Cellfie-Laden abschließen. Ein Vertrag mit unbegrenztem Internet kostet bei Magticom 45 Lari, also ca. 15€ im Monat und kann nach dem Abschließen im Laden per Onlinebanking erneuert werden.

Kulinarisch hat Georgien natürlich auch sehr viel zu bieten. In Tbilisi findet man viele traditionelle Restaurants, kleine Backstuben, wo man frische Backwaren auf die Hand bekommt und auch moderne Cafes. Besonders gut haben mir die Khinkali Teigtaschen, mit Fleisch, Pilzen oder Käse gefüllt und auch mit Brühe innendrin, gefallen. Viele georgische Hauptgerichte sind recht brot- und teiglastig, gleichzeitig bietet die Küche auch viel Abwechslung mit Auberginen, Bohnen, Walnüssen, frischen Kräutern und Granatapfel. Bekannt ist Georgien auch für den Wein und die lange Weintradition, die man sich nicht entgehen lassen sollte.

Fazit

Mein Praxissemester an der DIST war für mich eine sehr wertvolle Erfahrung, an die ich mich immer gerne zurückerinnern werde. Ich wurde vom Kollegium sehr herzlich empfangen und aufgenommen und konnte mich deshalb gut und gerne in den Schulalltag einbringen. Die Menschen an der Schule habe ich sehr ins Herz geschlossen. Vor allem die Zusammenarbeit mit meiner Mentorin schätze ich sehr und bin ihr sehr dankbar, dass sie mich in meinen ersten Unterrichtserfahrungen begleitet, in allen meinen Ideen unterstützt und sich immer die Zeit für mich genommen hat, auch wenn sie zusätzlich noch ihren normalen Stundenplan umzusetzen hatte.. Mit der Zeit gewann ich durch sie zunehmend Sicherheit bei der Planung und Durchführung von meinen Ideen und wurde in meinem Studium und meinem Berufswunsch sehr bestärkt.

Ich kann ein Praxissemester an dieser Schule nur empfehlen, denn als Praktikantin und Mensch ist man sehr gut aufgehoben und umsorgt.

Auch das Land Georgien ist ein schöner Ort, um sein Praxissemester zu verbringen. In Tbilisi ist es nie langweilig, es gibt immer was zu tun und sehen und die Menschen sind Fremden gegenüber sehr offen und gastfreundlich, vor allem, wenn man ihnen selbst auch offen und interessiert begegnet.


Viele weitere Eindrücke sind im folgenden Erfahrungsberichtpdf, 4 mb zu finden.

Private Werkstatt eines georgischen Künstlers, Glaslampen

Foto: privat