Mikrofon Hörsaal

Die Gefühlsgemeinschaft der AfD - Narrative, Praktiken und Räume zum Wohlfühlen

Buchvorstellung von Prof. Dr. Florian Spissinger
Mikrofon Hörsaal
Foto: Jan-Peter Kasper (Universität Jena)
Veranstaltungseckdaten
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Beginn
Ende
Veranstaltungsarten
Vortrag
Ort
ThULB
Bibliotheksplatz 2
07743 Jena
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Es referiert
Prof. Dr. Florian Spissinger
Veranstaltungssprache
Deutsch
Barrierefreier Zugang
ja
Öffentlich
ja
Zur Original-Veranstaltung

Wie gelingt es der AfD, dass sich deren Unterstützer*innen bei einer für andere Menschen abstoßenden Partei wohlfühlen? Florian Spissinger hat Vortragsveranstaltungen, Stammtische und Wahlkampfstände der AfD ethnografisch beobachtet und Gespräche vor Ort geführt. Sichtbar geworden ist eine neurechte Gefühlsgemeinschaft, an der kritische Einwände wirkungslos abprallen und in der sich die Ablehnung von Zuwanderung und Klimaschutz gut und clever anfühlt.

Im Vortrag stellt Spissinger sein Buch zur Gefühlsgemeinschaft der AfD vor. Die Studie entfaltet die neurechte Gefühlswelt und die ‚metapolitische‘ Gefühlsarbeit der AfD. Dafür nutzt Spissinger emotionssoziologische und affekttheoretische Konzepte und beleuchtet Narrative, Praktiken und Räume. Sichtbar werden moralisch entlastende Selbstnarrative und ermächtigende Gefühlspositionen für AfD-Sympathisant*innen. Die Untersuchung zeigt auch, wie sich rassistische und anti-klimaschutzpolitische Untergangsszenarien zu einer selbst bestätigenden Gefühlswelt verdichten. Außerdem interpretiert Spissinger das gemeinschaftliche Schimpfen und spöttische Gelächter bei AfD-Veranstaltungen als ein neurechtes Identitäts- und Gefühlstraining. Nicht zuletzt wird deutlich, wie AfD-Unterstützer*innen Kritik abwehren und daraus die Bestätigung ziehen, ‚die Wahrheit‘ zu vertreten und ‚frei‘ zu denken. Wer es sich in der neurechten Gefühlsgemeinschaft erst einmal bequem gemacht hat, lässt sich daher nur noch schwer zur Umkehr bewegen.