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Meldung vom: | Verfasser/in: Philipp Förster
Studienexkursion Straßburg, 21. bis 27. März 2026
Erstes gemeinsames Abendessen
Foto: Olivia MaunyIm Rahmen des IDEAS-Projekts, gefördert vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) und dem Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR), fand im März nach intensiven Vorbereitungen eine einwöchige Studienexkursion von 15 Französischstudierenden der Universität Jena unter der Leitung von Olivia Mauny und Philipp Förster nach Straßburg statt.
Neben einer Vielzahl weiterer Programmpunkte bestand für die teilnehmenden Studierenden über die ganze Woche die Möglichkeit, im Zuge ihres Zweitfaches an der Université de Strasbourg Seminare zu besuchen und somit auch einen Einblick in das französische Universitäts- und Lehrsystem zu gewinnen.
Am ersten Exkursionstag ging es für die Studierenden vor allem darum, die Mehrsprachigkeit und Plurikulturalität der Stadt eigenständig im Rahmen eines linguistic landscape walks zu erkunden und zu dokumentieren. Darüber hinaus führten sie zahlreiche Interviews mit Straßburger:innen über deren Einstellungen zum Elsässischen, einer regionalen Varietät, die inzwischen immer weniger gesprochen wird. Alle erhaltenen Eindrücke wurden im Laufe der Woche kritisch reflektiert und in einer gemeinsamen plurilingualen und -kulturellen Karte online zusammengetragen. Den Abschluss des ersten Tages bildete die Theater- und Lichtshow Terra Alsatia in der Église réformée Saint-Paul, ein „spectacle vivant, monumental et immersif“, bei dem die Teilnehmenden in die aufregende Geschichte Straßburgs zwischen 1870/71 bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges eintauchen durften.
Am zweiten Exkursionstag waren die zukünftige Zusammenarbeit und Austauschmöglichkeiten für Studierende Thema des Termins der Exkursionsleitung im Internationalen Büro der Universität Straßburg. Anschließend besuchte die Gruppe im Musée des Beaux-Arts die Fotoausstellung Lumières sur le vivant. Regarder l'art et la nature avec Vincent Munier, in der eindrucksvoll gezeigt wurde, wie Kunst und Natur verschmelzen und sich gegenseitig ergänzen und bereichern.
Straßburger Münster
Foto: Philipp FörsterAm dritten Tag erhielt die Gruppe von Schulleiterin Ute Jacobi eine Führung durch das Lycée franco-allemand de Strasbourg, eine der Partnerschulen des Jenaer Praxissemesters im Ausland. Im Gespräch mit ihr und zwei weiteren Kolleg:innen konnten die Studierenden all ihre Fragen rund um das Praxissemester an der Schule, das französische – bzw. deutsch-französische – Bildungssystem, das Berufsleben einer Auslandslehrkraft sowie zu deutsch-französischer Bildungspolitik stellen. Im Anschluss daran unternahm die Gruppe einen Spaziergang durch die Stadt bis ins Musée Historique, wo sie ihre Eindrücke zur Geschichte Straßburgs und des Elsasses vertiefte. Beim anschließend in der urigen Kneipe Troquet-des-Kneckesstattfindenden Elsässischkurs konnten die Exkursionsteilnehmer:innen ihre Varietätenkompetenz ausbauen, bei viel Spaß und dem ein oder anderen Bier.
Wer anschließend noch Energie hatte, ließ im Printemps du Cinéma den Abend zu studierendenfreundlichen Preisen gemütlich im Kinosessel, bei Popcorn und mit Arthousefilm oder Krimikomödie, ausklingen.
Nach frühsommerlichem Wetter an den ersten drei Tagen regnete es ausgerechnet am Tag der Stadtführung durch das Quartier Neustadt, früheres Quartier Allemand. Die Jenaer Studierenden erhielten zusammen mit Straßburger Studierenden aus dem Seminar Dr. Carole Werners, Dozentin für deutsche Sprachwissenschaft sowie elsässische und mosellische Dialektologie an der Universität Straßburg, einen persönlichen Einblick in die spannende Städtebaugeschichte des Viertels, die Verstrickungen zwischen politischem System und Stadtbild, den Grund für die nicht immer einfach übersetzten, sondern historisch bedingt unterschiedlichen französischen und elsässischen/deutschen Straßennamen (z.B. Place de la République/Kaiserplatz) sowie in die Gründungsgeschichte der Université de Strasbourg. Danach besuchte die Gruppe, einmal auf dem Campus, das Musée Zoologique und die Ausstellung BiodiverCité. Les animaux de la ville, in der der Blick der Teilnehmenden von der vielfältigen Architektur auf die sehr diverse Natur und Fauna der Stadt gerückt wurde. Abschließend ging es dann für einige noch in die Opéra de Strasbourg ins Ballettstück Caravage – ein kunstvoller, dynamischer und eindrucksvoller Ausklang des Tages.
Vor der Opera de Strasbourg
Foto: Philipp FörsterZu Besuch im Europaparlament
Foto: EuropaparlamentAm vorletzten Tag der Exkursion sollte eine weitere Facette der Stadt nicht unentdeckt bleiben: die Eurométropole Strasbourg. Gemeinsam besuchte die Gruppe das Europaparlament. Sie nahm mit Videoguide im Plenarsaal Platz und informierte sich über die Institution sowie deren Abläufe und Hintergründe. Nach einem Spaziergang durch den traumhaften Parc de l’Orangerie ging es dann ins Musée Tomi Ungerer, dessen Werke und Karikaturen sich stets sozialkritisch nicht allein mit der sprachlichen und politischen Situation Straßburgs, sondern weltweit auseinandersetzen. Abschluss des Tages bildete ein gemeinsames Abendessen in der urigen Kneipe Caupona Taverne mitten auf der belebtesten Straße Straßburgs, der Grand‘Rue, oder auch Lang Stross.
Bevor die Jenaer Gruppe mit leichter Wehmut die Heimreise antrat, gab es am Morgen des letzten Exkursionstages noch ein Treffen mit Studierenden von Dr. Chloé Faucompré, Dozentin für Sprachdidaktik an der Université de Strasbourg. Mit den neuen Bekannten wurden die vielen neuen Eindrücke, die geführten Interviews, die Rolle und Aktualität des Elsässischen sowie das ein oder andere deutsche bzw. französische Stereotyp zum Abschluss (kritisch) diskutiert.
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Auf dem Weg ins Europaparlament
Foto: Philipp Förster -
Cinema VOX bei Nacht
Foto: Philipp Förster -
Erstes gemeinsames Abendessen
Foto: Olivia Mauny -
Vor der Opera de Strasbourg
Foto: Philipp Förster -
Parc de l'Orangerie
Foto: Philipp Förster -
Stadtführung durch das Quartier Neustadt
Foto: Philipp Förster -
Straßburg bei Morgengrauen
Foto: Philipp Förster -
Straßburger Münster
Foto: Philipp Förster -
Zu Besuch im Europaparlament
Foto: Europaparlament