Die Gleichberechtigung der Geschlechter ist seit 1949 Rechtsnorm und im Grundgesetz, Artikel 3 Absatz 2, dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz und dem Thüringer Gleichstellungsgesetz geregelt. Der Gleichberechtigungssatz wirkt auf die Angleichung der Lebensverhältnisse und wurde in Artikel 3 Absatz 2 Satz 2 GG entsprechend präzisiert: "Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin".
Die Verwirklichung der Geschlechtergleichstellung in Studium und Beschäftigung ist als ein Leitziel in den zentralen Ordnungen und Steuerungsinstrumenten der Friedrich-Schiller-Universität Jena fest verankert und wird seit mehr als einer Dekade mit Nachdruck als Führungs- und Querschnittsaufgabe im Rahmen einer Gesamtstrategie mit prozessbegleitendem Monitoring zur Qualitätsentwicklung in sechs universitären Handlungsfeldern verfolgt.
Gleichstellungsplan der Universität Jena für das Gesamtpersonal (ThürHG, ThürGG)
In Einklang mit den Bestimmungen des Thüringer Gleichstellungsgesetzes (§ 4 ThürGleichG vom 6. März 2013) und des Thüringer Hochschulgesetzes (§ 6 (1) ThürHG vom 10. Mai 2018) schreibt die Friedrich-Schiller-Universität Jena im 6-Jahres-Rhythmus (mit Anpassung nach 3 Jahren) den Gleichstellungsplan der Universität fort. Informationsgrundlage ist eine mehrdimensionale statistische Analyse der Gleichstellungssituation und -entwicklung in der Beschäftigungsstruktur des Gesamtpersonals.
Die aktuelle Fortschreibung ist im Gleichstellungsplan 2020-2026 der Universitätpdf, 656 kb einzusehen.
2024 verabschiedete der Senat eine Anpassung des Gleichstellungsplans 2020-2026pdf, 711 kb anhand der Statistik nach § 5 Abs. 1 ThürGleichG.
Gleichstellungsstrategie für Studium und Wissenschaft
Die Universität Jena implementierte 2012 eine Gleichstellungsstrategie für Studium und Wissenschaft. Diese bezieht sich auf alle universitären Handlungsfelder und verfolgt als übergeordnete Ziele die nachhaltige Realisierung (a) geschlechtergerechter Partizipations- und Evaluationsbedingungen für Studierende und Beschäftigte, (b) Chancengerechtigkeit in der Potentialentfaltung und (c) eine gelingende Vereinbarkeit von Studium, wissenschaftlicher Qualifizierung und Beruf mit familiären Fürsorgepflichten. Diese Ziele sind für die einzelnen Handlungsfelder spezifiziert, in Teilziele aufgefächert und jeweils über Kennzahlen bzw. Indikatoren operationalisiert. Ihre Umsetzung wird über Ziel-Strategie-Maßnahmen-Relationen verfolgt. Integrales Moment der Gleichstellungsstrategie ist ein prozessbegleitendes Monitoring und Reporting zum Stand der Zielerreichung an der Gesamtuniversität und in den einzelnen Fakultäten sowie zur Effizienz der eingesetzten Maßnahmen.
Die im Rahmen der Bewerbung der Universität Jena zur Teilnahme am Professorinnenprogramm 2030 des Bundes und der Länder im "Gleichstellungskonzept für Parität" dargelegte aktuelle Strategiefortschreibung für den Zeitraum 2024-2029 wurde vom Begutachtungsgremium mit der Auszeichnung "Gleichstellungsstarke Hochschule" gewürdigt.
Mit der "Strategy for Gender Equality 2021-2026 - Horizon Europepdf, 1 mb" legte die der Friedrich Schiller Universität Jena eine Übersicht ihrer Gleichstellungsstrategie gemäß den von der Europäischen Kommission in den Horizon Europe Guidance on Gender Equality Plans genannten Kriterien vor.
Seit 2009 legen die Fakultäten im 3-Jahresrhythmus Gleichstellungspläne. Grundlage bilden die statistischer Informationen zur Gleichstellungssituation vor.
Gleichstellung in Personalentwicklungsinstrumenten
Im Sinne des Gender- und Diversity Mainstreamings sind Gleichstellung, Familienfreundlichkeit und Diversität darüber hinaus als Ziele, eigenständige Handlungsfelder und Querschnittsaufgaben in den zentralen Instrumenten der universitären Nachwuchsförderung und Personalentwicklung integriert, wie beispielsweise in
- der Berufungsordnung der Friedrich-Schiller-Universität Jena
- der Rahmenordnung und Evaluationsordnung der Graduierten-Akademie
- dem Personalentwicklungskonzept "Wissen und Wachsen" für den wissenschaftlichen Nachwuchs der Friedrich-Schiller-Universität Jena
- dem Allgemeines Personalentwicklungskonzept der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Intersektionalität
Aufgrund der elementaren Bedeutung der Geschlechtsidentität sowohl für das Selbstverständnis einer Person wie auch für ihre Wahrnehmung durch das soziale Umfeld, wird die Geschlechtergleichstellung im Rahmen der Diversitätsstrategie seit 2017 als Querschnittsdimension behandelt und in allen vielfalts-/diversitätsrelevanten Kontexten stets mit reflektiert.