Hauptgebäude vom Inselplatz aus gesehen

Neuberufene 2026

Rund 30 Berufungsverfahren werden jedes Jahr an der Universität Jena erfolgreich abgeschlossen. Hier finden Sie die Neuberufenen auf einen Blick.
Hauptgebäude vom Inselplatz aus gesehen
Foto: Nicole Nerger (Universität Jena)

Herzlich Willkommen!

  • Alexander Hinz

    Denomination: Anorganische Molekülchemie

    Zuvor: Karlsruher Institut für Technologie

  • Corinna Kufner

    Corinna Kufner

    Foto: Sven Döring

    Vor vier Milliarden Jahren war die Erde ein unwirtlicher Ort: heiß, vulkanisch aktiv und phasenweise intensiver Strahlung ausgesetzt. Und doch entstanden aus dieser Ursuppe die ersten Bausteine des Lebens. Welche Rolle spielte Licht dabei? Dieser Frage geht Corinna Kufner nach. Die Physikerin ist seit April 2026 Professorin für Photonische Abiogenese an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Bereits Ende 2024 war sie von der Harvard University nach Jena gewechselt, um am Leibniz-Institut für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT) eine eigene Nachwuchsgruppe aufzubauen. Mit ultraschneller Spektroskopie untersucht Kufner, wie UV-Strahlung chemische Reaktionen auf der frühen Erde angestoßen und beeinflusst haben könnte. 

    Lange Zeit wurden die chemischen Prozesse der frühen Erde vor allem unter Ausschluss von Licht und mit stark konzentrierten Ausgangsstoffen untersucht. Tatsächlich waren Moleküle auf der Erdoberfläche jedoch immer wieder intensiver Sonnenstrahlung ausgesetzt. Ohne schützende Ozonschicht traf energiereiches UV-Licht direkt auf sie.

    »In meiner Doktorarbeit habe ich erforscht, dass Sonnenlicht nicht nur das Erbgut schädigt, sondern auch Prozesse anstoßen kann, die zur Reparatur beitragen«, berichtet Corinna Kufner. »Sonnenlicht kann also aktiv Schäden im Genom reparieren.«

    Aktuelle Arbeiten deuten darauf hin, dass UV-Strahlung die Auswahl früher genetischer Bausteine beeinflusst haben könnte. Manche Moleküle zerfielen unter der Strahlung rasch, andere erwiesen sich als stabiler und hatten damit womöglich bessere Chancen, Teil der frühen chemischen Evolution zu werden.

    Kufners wissenschaftlicher Weg begann in München und führte sie nach ihrer Promotion an die Harvard University. Dort erweiterte sie ihre Perspektive über die Erde hinaus: Könnten ähnliche Prozesse wie in der Ursuppe der Erde auch auf anderen Planeten ablaufen? »Mich treibt die Frage an, warum sich das Leben so entwickelt hat, wie wir es heute kennen«, sagt Corinna Kufner. »Sind wir allein im Universum? Könnte sich Leben anderswo unter ähnlichen Bedingungen gebildet haben?«

    Die erste Begegnung mit Jena hatte Corinna Kufner beim internationalen Karriere-Workshop »Women in Photonics« am Leibniz-IPHT. Die Veranstaltung bringt junge Wissenschaftlerinnen aus aller Welt nach Jena, um den fachlichen Austausch zu fördern und Karriereperspektiven in der Photonik zu eröffnen.

    Aus diesem ersten Kontakt wurde wenige Jahre später eine wissenschaftliche Perspektive: Corinna Kufner entschied sich für den Wechsel von der Harvard University nach Jena. Ausschlaggebend war für sie die Möglichkeit, ihre erste eigene Forschungsgruppe aufzubauen und photonische Methoden mit Fragen zur Entstehung des Lebens zu verbinden.

    »In Jena arbeiten Photonik, Chemie, Biologie, Medizin und Datenwissenschaft eng verzahnt zusammen«, sagt Corinna Kufner. »Für meine Forschung habe ich hier ein interdisziplinäres Umfeld gefunden, das die Verbindung aus Methodenentwicklung und Grundlagenforschung möglich macht und das mich von Anfang an sehr unterstützt hat.«

    Seit 2025 leitet Kufner am Leibniz-IPHT die Nachwuchsgruppe »Photonische Abiogenese«, die im Rahmen des Nexus-Programms der Carl-Zeiss-Stiftung gefördert und zusätzlich von der Leibniz-Gemeinschaft unterstützt wird. An der Friedrich-Schiller-Universität Jena wird sie künftig auch in der Lehre tätig sein. Geplant sind Lehrveranstaltungen im Masterstudiengang Chemistry of Materials sowie ein Seminar zum Thema Origins of Life.

    Im Labor simuliert Kufners Team Bedingungen der frühen Erde. Mithilfe ultraschneller spektroskopischer Methoden machen die Forschenden selbst extrem kurzlebige Zwischenzustände sichtbar: Prozesse, die nur für Milliardstel Sekunden bestehen und mit herkömmlichen Methoden kaum beobachtet werden können.

    »Wir werden Versuche zur Ursuppe durchführen, um zu verstehen, welche photochemischen Prozesse dort abgelaufen sind«, erklärt Kufner. Ihr Ansatz verbindet präbiotische Photochemie mit ultraschneller Pump-Probe-Spektroskopie. Ziel ist es, neue lichtgetriebene Reaktionspfade zu identifizieren und besser zu verstehen, wie Licht zur Entstehung biologischer Funktionalität beigetragen haben könnte.

    Die Erkenntnisse reichen über die Grundlagenforschung hinaus. Die Forschenden untersuchen dabei dieselben grundlegenden photochemischen Prozesse, die auch in modernen Anwendungen eine Rolle spielen, etwa wenn Licht gezielt Moleküle verändert, aktiviert oder zerstört.

    Gleichzeitig liefert die Forschung wichtige Hinweise für die Suche nach Leben im All. Zu verstehen, unter welchen UV-Bedingungen Biomoleküle stabil bleiben oder zerfallen, kann dabei helfen abzuschätzen, auf welchen Planeten sich Leben entwickeln könnte.

    Lavinia Meier-Ewert

  • Franka Maubach

    Denomination: Europäischer Diktaturenvergleich

    Zuvor: Universität Freiburg

  • Hatice Mutlu

    Denomination: Nachhaltige Polymerchemie

    Zuvor: TU Kaiserslautern-Landau

  • Robert Pham Xuan

    Denomination: Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Inklusion und Heterogenität im Bildungssystem

    Zuvor: Universität für Weiterbildung Krems | AT

  • Eduard Preis

    Denomination: Pharmazeutische Technologie

    Zuvor: Philipps-Universität Marburg

  • Patrick Roberts

    Denomination: Naturwissenschaftliche Archäologie

    Parallel: Max-Planck-Institut für Geoanthropologie, Jena

  • Dilek Aysel Tepeli

    Denomination: Interkulturelle Kommunikation mit Schwerpunkt Migrationsforschung

    Zuvor: Ruhr-Universität Bochum

  • Anja Träger

    Denomination: Pharmazeutische Chemie

    Zuvor: Friedrich-Schiller-Universität Jena

  • Saleh Zakerinia

    Denomination: Finance and Labor

    Zuvor: Harvard Business School | USA

Ernennungen nach Rufabwehr- und Tenure-Track-Verfahren

  • Sebastiano Bernuzzi

    Denomination: Numerische Relativitätstheorie

    Zuvor: Friedrich-Schiller-Universität Jena

  • Marek Sierka

    Denomination: Computational Materials Science

    Zuvor: Friedrich-Schiller-Universität Jena