Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Aspekten des biologischen und sozialen Geschlechts, der individuellen und sozialen Vielfältigkeit und der Chancengleichheit in individuell und gesellschaftlich relevanten Bereichen liefert bedeutsame Beiträge zur gezielten Verbesserung der individuellen und sozialen Lebensqualität und des gesellschaftlichen Zusammenlebens.
Personelle Vielfalt in Forschungsteams eröffnet heterogene Sichtweisen auf den Forschungsgegenstand und kann neuartige Fragestellungen und methodische Zugangsweisen anregen.
In der Planung von Forschungsvorhaben kann eine Reflexion zur Relevanz von Gender- und Diversitätsaspekten für viele Forschungsansätze einen entscheidenden Qualitätsunterschied bewirken. Die Integration von Gender- und Diversitätsaspekten in wissenschaftliche Fragestellungen und Forschungsinhalte führt bei vielen Forschungsgegenständen zu differenzierteren, aussagekräftigeren und ergo qualitativ hochwertigeren Ergebnissen - häufig auch in Bereichen, in denen dies nicht auf den ersten Blick vermutet wird. So gibt es zahlreiche Belege für die Relevanz gender- und vielfaltsbezogener Analysen aus der Biologie, Medizin, Pharmazie, Ernährungswissenschaften, Informatik und Robotik, Technologie, Ökologie sowie den angewandten Natur- und Ingenieurwissenschaften.
Strukuraufbauprojekt "Gender in Focus" an der Universität Jena (2024-2029)
Die Universität Jena versteht die systematische Relevanzprüfung und die Integration von Geschlecher- und Vielfaltsaspekten in Forschungvorhaben in allen Fachgebieten als ein Qualitätsmerkmal exzellenter Wissenschaft und Teil guter wissenschaftlicher Praxis. Die damit einhergehende Verbreiterung und Differenzierung der wissenschaftlichen Perspektive auf den Forschungsgegenstand trägt zu einer Verbesserung der Präzision und Belastbarkeit der Ergebnisse bei.
Im Rahmen des BMBF-geförderten Projekts "Gender in Focus" werden an der Universität Strukturen entwickelt, die Forschende aus allen Disziplinen unterstützen sollen, sich zum Thema auszutauschen und relevante Aspekte von Geschlecht und Diversität in ihrer Forschung gewinnbringend zu integrieren.
- Die Forschungsorientierten Gleichstellungs- und Diversitätsstandards der DFGExterner Link
- Wissenschaftsrat (2023). Empfehlungen zur Weiterentwicklung der Geschlechterforschung in Deutschland (Drs. 1385-23)Externer Link
- ScicommSupport - Beratung für Wissenschaftler:innen und Wissenschaftskommunikator:innen bei Angriffen und unsachlichen Konflikten in der WissenschaftskommunikationExterner Link