Gedankensammlungen

Projekte Innovationspool

Rahmenvereinbarung V
Gedankensammlungen
Foto: tirachardz - freepik

Projekte 2026

  • 1. „Partizipative Schulentwicklung“ knüpft an das Vorhaben „NEW-SV“

    Das Projekt „Partizipative Schulentwicklung“ knüpft an das Vorhaben „NEW-SV“ an und entwickelt dessen Schwerpunkt Demokratiebildung systematisch weiter. Im ersten Arbeitspaket wird ein digitaler Selbstlernkurs im Bereich „Demokratie und Partizipation in der Schule“ umfassend evaluiert, didaktisch überarbeitet und auf eine zentrale Plattform transferiert. Dadurch wird der Kurs nicht nur curricular in der Lehrerbildung verankert, sondern auch für außeruniversitäre Akteur*innen – etwa Schulen und Fortbildungseinrichtungen – geöffnet. Ziel ist es, Demokratiebildung als fachübergreifende Professionalisierungsaufgabe nachhaltig zu stärken.
    Im zweiten Arbeitspaket rückt der Klassenrat als soziale Praxis der Demokratiebildung und Schulentwicklung in den Mittelpunkt. Auf Grundlage empirischer Befragungen zum Anerkennungserleben von Schüler*innen wird ein Konzept entwickelt, das Evaluationsergebnisse im Klassenrat datenbasiert und deliberativ nutzbar macht. Der Klassenrat wird dabei als institutioneller Raum verstanden, in dem Anerkennung, Teilhabe und demokratische Aushandlungsprozesse konkret erfahrbar werden.
    Das Projekt verbindet digitale Lehrerbildung, empirische Schulentwicklungsforschung und praxisorientierte Demokratiebildung. Es qualifiziert angehende Lehrkräfte für die Gestaltung partizipativer Schulentwicklungspro-zesse und trägt dazu bei, Demokratie nicht nur als Unterrichtsinhalt, sondern als strukturelles Prinzip schulischer Organisation zu verankern.

    Projektverantwortlichkeit
    Prof. Michael May (Institut für Politikwissenschaft) 
    Prof. Nils Berkemeyer (Institut für Erziehungswissenschaft)

    Akad. Mitarbeiterinnen
    Zoe Nicolai
    Antonia Prässler

  • 2. „Bildung digital denken“

    „Bildung digital denken“ – Ein digitaler Selbstlern-Kurs als Baustein von Demokratiebildung im Jenaer Lehramt

    Ziel des Projekts ist die Entwicklung eines digitalen Selbstlernkurses für (zukünftige) Lehrer*innen zum Thema Demokratiebildung mit einem Fokus auf den Bereich Lehren und Lernen in der digitalen Welt.Gesellschaftspolitische Anforderungen der Digitalisierung an Schule und deren Akteur*innen müssen schon in der ersten Phase der Lehrerbildung angemessen aufgegriffen werden, damit Lehrkräfte Demokratiebildung im Kontext der immer umfassenderen digitalen Lebensrealität von Schule und Schüler*innen professionell begegnen können. Eine dezidiert pädagogische Perspektive auf das Spannungsfeld von (schulischem) Demokratielernen, Globaler Bildung und digitaler Bildung ist vonnöten, um die Studierende mit einer überfachlich-pädagogischen Perspektive auszustatten, sie bestmöglich für ein Unterrichten im digitalen Schulalltag vorzubereiten und schlussendlich sie dazu zu befähigen, sich mit dem Lehrberuf und der Institution Schule als globaler und gesellschaftsrelevanter Raum auseinandersetzen zu können.

    Projektverantwortliche:
    JProf Nele Kuhlmann (Institut für Erziehungswissenschaft)
    Sarah Ganss, (Institut für Bildung und Kultur)
    Mirjam Zisler, Institut für Bildung und Kultur

  • 3. Modellgeleitetes Experimentieren im Chemielehramtsstudium

    Digitale Vorbereitung experimenteller Praktika durch Simulation

    Das Projekt entwickelt einen neuen Ansatz zur digital unterstützten Vorbereitung
    experimenteller Praktika im Chemielehramtsstudium. Im Zentrum steht die Entwicklung
    einer sogenannten Digital-First-Experimentarchitektur, bei der digitale Modellierungen
    und Simulationen nicht nur ergänzend eingesetzt werden, sondern bereits die Vorbereitung und Strukturierung experimenteller Erkenntnisprozesse unterstützen. Ziel ist es, Studierenden zu ermöglichen, zentrale Aspekte von Versuchsaufbau, Stoffumwandlungen und erwartbaren Beobachtungen bereits vor der praktischen Durchführung modellbasiert zu analysieren.

    Als prototypisches Beispiel wird im Praktikum des Moduls 602 ein Experiment aus dem Themenfeld der Reaktionskinetik ausgewählt. Reaktionskinetische Experimente eignen sich besonders für eine modellgeleitete Analyse chemischer Prozesse, da sie experimentelle Beobachtungen (makroskopische Ebene), Teilchenmodelle (submikroskopische Ebene) und symbolische Darstellungen chemischer Zusammenhänge miteinander verbinden. Die entwickelte Simulation orientiert sich an der in der Chemiedidaktik etablierten Dreiebenenstruktur chemischen Denkens nach Johnstone.

    Die digitale Lernumgebung wird als browserbasierte Anwendung auf Basis offener Webtechnologien entwickelt und ermöglicht eine plattformunabhängige Nutzung ohne Installation. Im Sommersemester 2026 wird die digitale Vorbereitungseinheit erstmals im Praktikum erprobt, anschließend überarbeitet und im Wintersemester 2026/27 erneut eingesetzt und evaluiert.
    Langfristig soll der Ansatz auf weitere Experimente der chemiedidaktischen Ausbildung übertragen werden und damit zur Weiterentwicklung der experimentellen Lehrerbildung an der Friedrich-Schiller-Universität Jena beitragen.

    Projektverantwortlichkeit
    Prof. Dr. Tom Wagner (Institut für Anorganische und Analytische Chemie)

  • 4. Beziehungen zwischen Schulleitungen und Lehrpersonen als Schutzfaktor gegen Arbeitsbelastungen

    Beziehungen zwischen Schulleitungen und Lehrpersonen als Schutzfaktor gegen Arbeitsbelastungen: Eine längsschnittliche Studie zu ge-sundheitsförderlichen Arbeitsbedingungen in Schulen

    Das Projekt untersucht in einer längsschnittlichen Feldstudie die Zusammenhänge zwischen arbeitsbezogenen Stressoren von Lehrpersonen und Burnout-Symptomen sowie die mediierende Rolle affektiver, dyadischer Beziehungen zwischen (erweiterten) Schulleitungen und (angehenden) Lehrpersonen. Während bisherige Studien überwiegend auf querschnittlichen Designs basieren, analysiert das Projekt erstmals die zeitliche Dynamik dieser Beziehungen über ein Jahr hinweg und berücksichtigt dabei sowohl die Perspektive der (angehenden) Lehrpersonen als auch der Schulleitungen auf ihre 1:1-Beziehungen. Ziel ist es, organisationale und relationale Bedingungen zu identifizieren, die die Entstehung oder Prävention von Burnout bei Lehrpersonen beeinflussen. Auf dieser Grundlage werden evidenzbasierte Ansatzpunkte für gesundheitsförderliche Arbeitsbedingungen und professionelle Beziehungsarbeit in Schulen als Querschnittsthemen der Lehrpersonenbildung abgeleitet. Im Rahmen des Projekts wird zudem eine Skala zur Erfassung affektiver, dyadischer Schulleitungs-Lehrpersonen-Beziehungen aus erweiterter Schulleitungsperspektive (darunter VfA) entwickelt und validiert. Die Ergebnisse sollen unmittelbar in die Lehrpersonenbildung im JMLB zurückgespielt werden, insbesondere in Lehrveranstaltungen zu professionellen Beziehungen, Kooperation und schulischer Organisation. Dadurch trägt das Projekt zur evidenzbasierten Weiterentwicklung der Lehrpersonenbildung im Kontext gesundheitsförderlicher Schulstrukturen bei und fördert die Kooperation zwischen erster und dritter Phase der Lehrpersonenbildung.

    Projektverantwortlichkeit
    Dr. Mathias Dehne, Institut für Erziehungswissenschaft
    Prof. Dr. Alexander Gröschner, Institut für Erziehungswissenschaft

  • 5. Einstieg von Quer- und Seitenseinsteigend:en in das Lehramt an berufsbildenden Schulen (EQuiLe)

    Eine qualitativ-biografische Rekonstruktion handlungsleitender Motive und Orientierungsmuster

    Der zunehmende Lehrkräftemangel stellt insbesondere berufsbildende Schulen vor erhebliche
    Herausforderungen. Zur Deckung des Personalbedarfs werden verstärkt Quer- und
    Seiteneinsteiger:innen (QuSE) eingestellt und nachqualifiziert. Über diese Gruppe liegen bislang jedoch nur begrenzte empirische Erkenntnisse vor, insbesondere zu ihren Berufswahlmotiven, ihrem professionellen Selbstverständnis, ihrer Integration in schulische Kontexte sowie zu Faktoren, die ihre langfristige Berufsbindung beeinflussen

    Eine erste quantitativ-explorative Studie unserer Forschungsgrppe mit n = 323 QuSE (Geisler et al. 2025) zeigt, dass diese Gruppe hinsichtlich ihrer Berufswahlmotive heterogen ist und sich in unterschiedliche Motivationsprofile unterteilen lässt. Gleichzeitig bleiben zentrale Fragen offen, etwa zur biografischen Begründung intrinsischer Motive, zu subjektiven Vorstellungen vom Lehrberuf sowie zur wahrgenommenen Integration in Schule und Kollegium.

    Das Projekt EQuiLe - Einstieg von Quer- und Seitenseinsteigend:en in das Lehramt an berufsbildenden Schulen - knüpft an die quantitativen Befunde an und vertieft sie durch eine qualitative Fallstudienuntersuchung. Hierzu werden 12 bis 15 QuSE mittels narrativ-biografischer Interviews kombiniert mit einer Flussdiagrammtechnik befragt und. Die Auswertung erfolgt nach der Dokumentarischen Methode. Die Studie leistet damit einen Beitrag zur empirischen Erforschung dieser bislang wenig untersuchten Zielgruppe und liefert Impulse für die evidenzbasierte Gestaltung von Qualifizierungs- und Unterstützungsmaßnahmen in der Lehrerbildung und Professionalisierung.

    Projektverantworlichkeit
    Prof. Dr. Petra Frehe-Halliwell, Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät

  • 6. Pilotierung eines Qualifikationsprogrammes für zugewanderte/internationale Lehrkräfte

    Das Pilotprojekt entwickelt und erprobt ein niedrigschwelliges Qualifizierungsprogramm für zugewanderte internationale Lehrkräfte (ILK) in Thüringen, um ihrem beruflichen Einstieg ins Schulsystem systematisch den Weg zu ebnen und dem akuten Lehrkräftemangel zu begegnen. Im Mittelpunkt stehen der Ausbau bildungs, berufs- und fachsprachlicher Kompetenzen bis mindestens C1-Niveau sowie der Aufbau schul- und bildungswissenschaftlicher Kenntnisse zur Vorbereitung und/oder Beschleunigung des komplexen Berufsanerkennungsverfahrens.

    Geplant sind drei eng verzahnte Bausteine: ein berufssprachlicher Kurs „Deutsch für internationale Lehrkräfte“, modulare Fachseminare zu zentralen Themen des Thüringer Schulsystems sowie ein begleitetes Schulpraktikum. Die Qualifizierung wird als Kooperation zwischen dem Zentrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (ZLB) und dem Fachbereich DaF/Z der FSU Jena umgesetzt und bereitet zugleich auf weiterführende Studienangebote (z. B. einen berufsbegleitenden (Einfach-)Master) vor.

    Überprüfbare Ergebnisse sind u. a. nachgewiesene Sprachkompetenzen (B2/C1), erfolgreich absolvierte Praktika, anerkannte Berufssabschlüsse sowie eine erhöhte Zahl an ILK, die als (Assistenz-)Lehrkräfte in Thüringen tätig werden oder weiterführende/berufsbegleitende Studiengänge an der Friedrich-Schiller-Universität aufnehmen.

    Projektverantwortlichkeit
    JProf. Dr. Diana Feick, Institut für Deutsch als Fremd- und Zweitsprache und Interkulturelle Studien

  • 7. Digitale Übungsserien Latein

    Das Projekt zielt darauf ab, digitale Übungsserien zur latainischen Lexik und Syntax zu entwickeln, technisch umzusetzen und empirisch zu evaluieren. Hierzu werden Übungen überwiegend maschinell aus institutseigenen Datenbanken generiert und über moodlebasierte Plattformen (moodle.uni-jena.de/virtueller-campus-thueringen.de) zugänglich gemacht, auf denen sie anschließend von Schüler:innen und Studierenden individuell bearbeitet werden können. Diese Form der Umsetzung erlaubt nicht nur die Erstellung einer großen Zahl speziefischer Übungsaufgaben, sondern auch eine umgehende maschinelle Auswertung durch das zu Grunde liegende Moodlesystem. Die auf diese Weise entstandenen Übungsserien sind somit insbesondere für das Selbststudium geeignet und erlauben eine substanzielle sowie nachhaltige (gute Modifizierbarkeit) Erweiterung der bisherigen Lehre.

    Das Projekt umfasst in mehreren Instanzen und Kooperationen mit Schulen, Universitäten und Instituten Übungssserien für das Lehramt Latein, für klassische universitäre Latinumskurse, Übungen zur medizinischen Terminologie (für Studierende der Human- und Zahnmedizin) sowie eigens für den Lateinunterricht in der Sekundarstufe I und II generiertes Material. Darüber hinaus sollen auch zukünfigte Lehrer:innen mit der Erstellung und dem Potential digitaler Übungsaufgaben vertraut gemacht werden.

    Projektverantwortlichkeit
    apl. Prof. Dr. Oliver Ehlen, Institut für Altertumswissenschaften

  • 8. „Erstellung eines philosophischen Zitatenschatzes“

    Das ZLB fördert die Erstellung eines philosophischen Zitatenschatzes mit einem Schwerpunkt in der antiken, mittelalterlichen und islamischen Philosophie. Unter der Webadresse perkams-zitatenschatz.de sind schon jetzt ca. 1000 Zitate von etwa 200 philoosphischen Autorinnen und Autoren in deutscher Übersetzung und im Originaltext abrufbar. Während der Projektlaufzeit sollen ca. 300 Zitate mit einem Kommentar versehen sowie durch ein Personenregister erschlossen werden. Daneben sind Maßnahmen zur nachhaltigen Sicherung des Projektinhalts geplant.

    Projektverantwortlichkeit
    Prof. Dr. Matthias Perkams,  Institut für Philosophie

Projekte 2022-2025

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